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Korruptionsermittler prüfen hochrangige SBU-Mitarbeiter – laut NABU drohte einBeamter mit der Waffe

Ukrainische Antikorruptionsbehörden haben am 4. November hochrangige Mitarbeiter der Sicherheitsbehörde SBU durchsucht und eine neue kriminelle Organisation im Rahmen der Operation „Karthago“ aufgedeckt. Das NABU erklärte, ein SBU-Beamter habe bei einer gerichtlich angeordneten Durchsuchung mit dem Einsatz einer Schusswaffe gedroht und den Zugang verweigert; die SBU bestätigte später die Suchaktionen und kündigte Kooperation an.

Das Wichtigste

  • NABU und Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft führten am 4. November 2026 im Rahmen mehrerer Strafverfahren und aufgrund gerichtlicher Anordnungen Durchsuchungen bei SBU-Mitarbeitern durch.
  • NABU zufolge drohte ein hochrangiger SBU-Beamter während einer auf einer Anordnung des Obersten Antikorruptionsgerichts beruhenden Durchsuchung mit einer Schusswaffe und hinderte die Ermittler am Zutritt.
  • Medien und Quellen im Bereich der Strafverfolgung identifizierten den Beamten als General Serhij Duka; das NABU nannte seinen Namen öffentlich nicht.
  • Zu den durchsuchten SBU-Führungskräften gehörten Innen Sicherheitschef Colonel Anton Kravchuk sowie General Serhij Duka und Olexandr Kowaltschuk.
  • NABU und Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft meldeten eine kriminelle Organisation, die hochrangige Amtsträger für die ungehinderte Tätigkeit von Betrugscallcentern und anderen illegalen Geschäften bestechen sollte.
  • Ermittlungen zufolge umfasste das Netzwerk 52 Betrugscallcenter mit 2.700 Beschäftigten; es bestand auch ein geheimes Werk zur Herstellung gefälschter Euro-Banknoten.
  • Die SBU erklärte, die Durchsuchungen seien rechtmäßig erfolgt und sie unterstütze eine objektive, unparteiische Untersuchung.

Warum es wichtig ist

Der Vorfall brachte Antikorruptionsermittler und hochrangige Beamte der Sicherheitsbehörde während rechtlich angeordneter Durchsuchungen direkt aneinander. Nach Darstellung der Ermittler reichten die mutmaßlichen Korruptionsverbindungen in Sicherheitsbehörde, Polizei und Generalstaatsanwaltschaft sowie das Ausmaß des geschützten kriminellen Netzwerks tief in das System der Strafverfolgung hinein. Das wirft Fragen nach der Integrität jener Institutionen auf, die illegalen Geschäften und Betrug aufdecken sollen.

Was geschehen ist

Das ukrainische Nationale Antikorruptionsbüro und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft meldeten am 4. November die Aufdeckung einer weiteren kriminellen Organisation im Rahmen der Operation „Karthago“. Nach ihrer Version zahlten die Beteiligten systematisch Bestechungsgelder an hochrangige Beamte der SBU, der Nationalen Polizei und des Generalstaatsanwaltsamts, damit Betrugscallcenter und andere illegale Geschäfte ohne Behinderung tätig sein konnten. Die Organisation umfasste mindestens zwölf Personen; nach Angaben des Ermittlungsteams erstreckte sie sich auf 52 Betrugscallcenter mit 2.700 Mitarbeitern. Das Netzwerk soll außerdem Drogentransporte, die Produktion gefälschter Zigaretten und eine geheime Werkstatt zur Herstellung falscher Euro-Banknoten unterstützt haben.

Am selben Tag führten NABU und Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft in mehreren Strafverfahren und aufgrund gerichtlicher Anordnungen Durchsuchungen bei SBU-Mitarbeitern durch. Das NABU erklärte, gegen 7.00 Uhr habe ein hochrangiger Beamter bei einer gesetzlich angeordneten Durchsuchung mit einer Schusswaffe gedroht und den Ermittlern den доступ verweigert; außerdem seien SBU-Spezialeinheiten eingetroffen. Das NABU bezeichnete dies als unzulässige Behinderung seiner prozessualen Pflichten. Die SBU bestätigte später, dass die Durchsuchungen auf gerichtlichen Anordnungen beruhten, und erklärte, sie unterstütze eine objektive und unparteiische Untersuchung. Die Nationale Polizei suspendierte die von den Maßnahmen betroffenen Beamten vorläufig und mahnte zur Zurückhaltung bis zum Abschluss des Verfahrens.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainische Berichterstattung richtet den Schwerpunkt auf die Ergebnisse der Operation „Karthago“, die mutmaßlichen Verbindungen zwischen hochrangigen Beamten der SBU, Polizei und Generalstaatsanwaltschaft sowie den Umfang des geschützten kriminellen Netzwerks. Eingehend behandelt werden auch der Einsatz von SBU-Spezialeinheiten, die angebliche Drohung mit einer Waffe und die Identität der betroffenen hochrangigen Beamten. Größere Aufmerksamkeit erhält zudem Andrij Osypow, якого в матеріалах слідства названо засновником і керівником злочинної організації та який раніше був затриманий за підозрою у вимаганні 1 мільйона доларів. Повідомлялося також, що правоохоронці могли вийти на високопосадовців СБУ після дослідження його телефона.

Wo die Berichte auseinandergehen

Das NABU veröffentlichte weder den Namen des mutmaßlich widerstandenen SBU-Beamten noch das konkrete Strafverfahren, mit dem die blockierte Durchsuchung zusammenhing; Quellen im Bereich der Strafverfolgung und Medien identifizierten ihn als General Serhij Duka. Die SBU kommentierte den Widerstand zunächst nicht, bestätigte später aber die gerichtlich angeordneten Durchsuchungen und erklärte ihre Kooperation. Ebenfalls unterschiedlich waren die Bewertungen der Motive: Das ehemalige Oberstaatsanwaltschef Ruslan Kravchenko sprach von politisch motivierter Vergeltung und Destabilisierung, während NABU die Durchsuchungen als rechtmäßige Ermittlungsmaßnahmen und die SBU als Unterstützung für eine objektive Untersuchung darstellte. Ein vor Ort befindlicher Journalist berichtete dagegen, es habe keine bewaffnete Auseinandersetzung gegeben und die Durchsuchung habe noch nicht begonnen.

Hintergrund

Die Operation „Karthago“ hatte zuvor bereits Maßnahmen gegen eine Gruppe ergeben, die Beamten Bestechungsgelder für den Schutz von Betrugscallcentern gezahlt haben soll. In den Ermittlungsmaterialien wurde Andrij Osypow, bekannt als „Kryminał“, als Gründer und Leiter der neu aufgedeckten Organisation bezeichnet. Er wurde unter Verdacht der Erpressung im Zusammenhang mit einer möglichen Auslieferung nach Russland festgenommen. Den Ermittlungen zufolge umfasste das Netzwerk 52 Betrugscallcenter mit 2.700 Beschäftigten. Beamte sollen nach Darstellung des Ermittlungsteams etwa 7.000 US-Dollar pro Callcenter erhalten haben, wobei die Zahlungen in Kryptowährungen überwiesen wurden. Diese Angaben zu Umfang und механізмом виплат є результатами слідства, а не остаточними судовими висновками.