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Litauens Präsident: Russland testet die NATO mit hybriden Angriffen

Litauens Präsident Gitanas Nausėda hält einen klassischen russischen Angriff auf die NATO derzeit für unwahrscheinlich, weil Russlands Ressourcen in der Ukraine gebunden sind. Er erwartet jedoch anhaltende Provokationen und hybride Angriffe, die allmählich die Bereitschaft der Allianz zur Anwendung von Artikel 5 testen könnten. Seriöse Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine erwartet er erst ab Frühjahr 2027.

Das Wichtigste

  • Russland ist nach Nausėdas Einschätzung derzeit nicht zu einem klassischen Angriff oder einer großangelegten militärischen Operation gegen die NATO bereit.
  • Nausėda erwartet, dass Wladimir Putin weiterhin Provokationen und hybride Angriffe gegen die NATO führt.
  • Nach Nausėdas Prognose testet Russika schrittweise die Bereitschaft des Bündnisses, Artikel 5 des Nordatlantikvertrags anzuwenden.
  • Zu den hybriden Angriffen zählen laut Nausėda unerlaubte Migration, Luftballons im Luftraum von NATO-Staaten sowie Drohnen aus der Ukraine oder Russland.
  • Ein Drohnenabsturz in Litauen endete mit einer Detonation auf einem Baum, ohne Opfer, und offenbarte Lücken in der Luftverteidigung.
  • Litauen beschleunigt die Beschaffung von Luftverteidigungs-, Aufklärungs- und Drohnenabwehrsystemen.
  • Delegationsgespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA sind für den 10. und 11. November geplant.

Warum es wichtig ist

Die Einschätzung deutet auf eine erhöhte Gefahr einer hybriden Eskalation gegen die NATO hin, auch wenn ein klassischer Großangriff derzeit nicht zu erwarten ist. Zugleich dürften verstärkte russische Luftangriffe auf ukrainische Städte und der voraussichtlich späte Beginn ernsthafter Verhandlungen die Sicherheitslage der Ukraine bis 2027 prägen. Für Litauen ist zudem der Ausbau der Luftverteidigung und Drohnenabwehr unmittelbar relevant.

Was geschehen ist

Nausėda erklärte, Russland sei wegen seiner in der Ukraine gebundenen Ressourcen derzeit nicht zu einem klassischen Angriff oder einer großangelegten Kriegsoperation gegen die NATO bereit. Gleichzeitig erwartet er, dass Moskau weiter Provokationen und hybride Angriffe führt und damit schrittweise die Bereitschaft des Bündnisses prüft, Artikel 5 des Nordatlantikvertrags anzuwenden. Besonders vulnerable sind nach seiner Einschätzung der östliche Flanke der NATO sowie Deutschland, Dänien und weitere Staaten. In Litauen endete ein Drohnenabsturz mit einer Detonation auf einem Baum, ohne dass Menschen zu Schaden kamen; der Vorfall offenbarte Lücken in der nationalen Luftverteidigung. Als Reaktion beschleunigt das Land die Beschaffung von Systemen zur Luftverteidigung, Aufklärung und Drohnenabwehr. Hinsichtlich des Krieges in der Ukraine erwartet Nausėda keine ernsthaften Verhandlungen vor Frühjahr 2027. Er glaubt, dass Russland die Wintermonate für weitere Luftangriffe auf ukrainische Städte nutzen wird, die Ukraine den Winter jedoch überstehen könne.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Für die Ukraine liegt dasHauptrisiko nach Nausėdas Einschätzung in der Fortsetzung der russischen Luftangriffe während der Wintermonate. Gleichzeitig deutet seine Skepsis auf die Aussicht, dass Pasingen ernsthafte Verhandlungen erst 2027 beginnen und Moskau bereits zu Beginn unannehmbare Forderungen stellen wird. Die für den 10. und 11. November geplanten Delegationsgespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA bilden den nächsten diplomatischen Entwicklungspunkt.

Wie internationale Quellen darüber berichten

International wird vor allem die Gefahr hervorgehoben, dass Russland die Reaktion der NATO auf hybride Angriffe testet, ohne bereits einen klassischen Angriff vorzubereiten. Die Beobachtungen konzentrieren sich auf den östlichen NATO-Flanke sowie auf Deutschland, Dänien und andere europäische Staaten. Zugleich wird die Rolle der US-Vermittlung betont: Der amerikanische Sondergesandte erklärte, im Rahmen der Verhandlungen über die Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine an der Sicherheit ganz Europas zu arbeiten.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen bezeichnen den US-Sondergesandten unterschiedlich: In einer Darstellung heißt er Jared Kushner, in der anderen Stephen Kushner.

Hintergrund

Zu den neueren Vorfällen gehören Drohneneinflüge, Sabotageversuche, Morddrohungen und eine Provokation an der polnisch-russischen Grenze. Nausėda erklärte unerlaubte Migration, Luftballons und in den Luftraum von NATO-Staaten eingeflogene Drohnen zu Ausprägungen hybrider Kriegsführung. Der Drohnenvorfall in Litauen offenbarte Schwächen der dortigen Luftverteidigung, woraufhin Litauen die Anschaffung entsprechender Schutz- und Aufklärungssysteme beschleunigte.