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Hochkorruptionsgericht verhängt Untersuchungshaft gegen OGP-Stellvertreter Kropyva – Kaution 120 Mio. Hrywnja

Das Выщий антикорупційний суд (ВАКС) hat am 6. September 2026 Serhiy Kropyva, stellvertretender Leiter der Abteilung für internationale Zusammenarbeit der Generalstaatsanwaltschaft (OGP), in Untersuchungshaft genommen. Eine alternative Kaution wurde auf 120 Mio. Hrywnja festgesetzt; die Staatsanwaltschaft hatte 200 Mio. beantragt. Kropyva wird verdächtigt, im Rahmen der NABU/SAP-Operation „Карфаген" (Karthago) illegale Callcenter gedeckt und Vermögen im Wert von über 89 Mio. Hrywnja gewaschen zu haben.

Das Wichtigste

  • ВАКС setzte am 6. September 2026 Untersuchungshaft bis zum 2. November 2026 fest; alternative Kaution: 120 Mio. Hrywnja (Staatsanwaltschaft hatte 200 Mio. gefordert).
  • Kropyva ist stellvertretender Leiter der Abteilung für internationale Zusammenarbeit der Generalstaatsanwaltschaft und wurde am Abend des 4. September festgenommen.
  • Verdacht: „Deckung" illegaler Callcenter und Geldwäsche von insgesamt über 89 Mio. Hrywnja – 41,7 Mio. während seiner Zeit bei der OGP (August 2025 bis September 2026) und 48,2 Mio. während seiner Zeit als stellvertretender Leiter der Odesaer Regionalverwaltung (August 2023 bis Mai 2025).
  • Bei Aufhebung des Haftbefehls muss Kropyva seine Reisepässe abgeben und jeglichen Kontakt mit Generalstaatsanwalt Ruslan Kravchenko, dessen Stellvertreterin Maria Vdovychenko sowie weiteren namentlich genannten Personen vermeiden.
  • NABU und SAP haben im Rahmen der Operation „Карфаген" fünf Mitglieder der kriminellen Vereinigung enttarnt; mögliche Strafe: bis zu 15 Jahre nach Art. 255 und 209 des ukrainischen Strafgesetzbuchs.
  • Durchsuchungen fanden auch bei Generalstaatsanwalt Kravchenko, seiner Stellvertreterin Vdovychenko und dem Leiter der Odesaer Militärverwaltung Oleh Kiper statt.
  • Auf den NABU-Aufnahmen ist von einem Vorgesetzten mit Vatersnamen „Andrijowytsch" die Rede; die Ermittler identifizieren diesen als Kravchenko – er bestreitet dies.

Warum es wichtig ist

Erstmals wurde ein ranghoher Mitarbeiter der Generalstaatsanwaltschaft im Rahmen einer groß angelegten Antikorruptionsoperation festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Die Vorwürfe reichen bis in die Amtszeit Kropyvas bei der Odesaer Regionalverwaltung zurück und umfassen mutmaßliche Geldwäsche von über 89 Mio. Hrywnja. Durchsuchungen beim Generalstaatsanwalt selbst sowie bei der Leitung der Odesaer Militärverwaltung vergrößern die politische Tragweite des Verfahrens erheblich.

Was geschehen ist

Am Abend des 4. September 2026 nahmen Vertreter von NABU und SAP Serhiy Kropyva fest. Am darauffolgenden Sonntag, dem 6. September, entschied das Выщий антикорупційний суд (ВАКС) unter dem ermittelnden Richter Wiktor Maslow, Kropyva bis zum 2. November 2026 in Untersuchungshaft zu nehmen. Eine alternative Kaution wurde auf 120 Mio. Hrywnja festgesetzt, nachdem die Staatsanwaltschaft zuvor 200 Mio. Hrywnja gefordert hatte. Im Fall einer Kautionszahlung muss Kropyva seine ausländischen Reisepässe abgeben und den Kontakt mit bestimmten Personen, darunter Generalstaatsanwalt Ruslan Kravtschenko und dessen Stellvertreterin Maria Wdowytschenko, unterlassen.

Kropyva, stellvertretender Leiter der Abteilung für internationale Zusammenarbeit der Generalstaatsanwaltschaft (OGP), wird beschuldigt, im Rahmen der Operation „Карфаген" (Karthago) illegale Callcenter gedeckt und Vermögenswerte von insgesamt über 89 Mio. Hrywnja gewaschen zu haben – 41,7 Mio. während seiner Tätigkeit bei der OGP (August 2025 bis September 2026) sowie 48,2 Mio. während seiner früheren Tätigkeit als stellvertretender Leiter der Odesaer Regionalverwaltung (August 2023 bis Mai 2025). Die mutmaßliche Geldwäsche soll unter anderem über den Erwerb von Immobilien – darunter Wohnungen in den Karpaten –, Schmuck und die Einlage von Geldern auf Konten von Verwandten erfolgt sein. Im Verfahren wurden bislang fünf Mitglieder der kriminellen Vereinigung enttarnt; eine Anhörung zu Kropyvas Partnerin Jelysaweta Iwachnenko (in den Aufnahmen „Муза"/Muse) wurde auf den 7. September, 9:00 Uhr, vertagt.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle acht verfügbaren Quellen stammen aus ukrainischen Medien (Interfax-Ukraine, hromadske, Nowynarja, ZN.UA, Ukrinform, NV, LIGA.net). Die Berichterstattung konzentriert sich auf das gerichtliche Verfahren beim ВАКС, die Kaution in Höhe von 120 Mio. Hrywnja sowie die zeitlichen Eckdaten (Festnahme am 4. September, Entscheidung am Sonntag, 6. September). Besonders hervorgehoben wird, dass die Vorwürfe direkt in die Generalstaatsanwaltschaft hineinreichen und Durchsuchungen bei Generalstaatsanwalt Kravtschenko, seiner Stellvertreterin Wdowytschenko und dem Leiter der Odesaer Militärverwaltung Oleh Kiper stattfanden. Gleichzeitig dokumentieren die Medien die offiziellen Reaktionen – die Suspendierung Kropyvas, Kravtschenkos öffentliche Zurückweisung der Vorwürfe sowie die Erklärung der Generalstaatsanwaltschaft, der Durchsuchungsbeschluss enthalte keine Hinweise auf eine Beteiligung Kravtschenkos.

Wo die Berichte auseinandergehen

Uneinigkeit besteht in der Frage, ob Generalstaatsanwalt Ruslan Kravtschenko die auf den NABU-Aufnahmen als „Шеф" (Boss) mit dem Vatersnamen „Andrijowytsch" bezeichnete Person ist. Die Ermittler ordnen diesen „Шеф" Kravtschenko zu; Kravtschenko selbst bestreitet die Identifikation und weist jede Verbindung zu den Callcentern sowie zu dem veröffentlichten Tresor mit Bargeld zurück. Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte zudem, der Durchsuchungsbeschluss enthalte keine Daten, die auf eine entsprechende Beteiligung Kravtschenkos hindeuteten.

Zusätzlicher Dissens besteht hinsichtlich des veröffentlichten Fotos eines Tresors mit Geld: NABU/SAP stellten es im Zusammenhang mit „Карфаген", während Verteidiger Vitalij Serdjuk angibt, das Bild stamme aus einer Durchsuchung in einem anderen, nicht mit dem Karthago-Verfahren verbundenen Fall.

Hintergrund

Die Operation „Карфаген" wird gemeinsam von NABU (Nationales Antikorruptionsbüro der Ukraine) und SAP (Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft) durchgeführt; bislang wurden fünf Teilnehmer enttarnt. Den Beschuldigten drohen bis zu 15 Jahre Haft nach Art. 255 (Gründung/Leitung einer kriminellen Vereinigung) und Art. 209 (Geldwäsche) des ukrainischen Strafgesetzbuchs. Kropyvas frühere Tätigkeit bei der Odesaer Regionalverwaltung fällt in die Amtszeit von Oleh Kiper als Leiter der Odesaer Militärverwaltung, dessen Räumlichkeiten ebenfalls durchsucht wurden.