Zusammenfassung der Woche: Schusswechsel in Kiew, „Karthago“-Operation und US-Vermittlung
In Kiew kam es zu einem bewaffneten Zwischenfall zwischen Mitarbeitern von SBU und GUR. Parallel dazu meldeten NABU und SAP die Anti-Korruptions-Operation „Karthago“, die US-Emissäre Steve Witkoff und Jared Kushner reisten nach Kiew, und die Ukraine führte neue Angriffe auf russische Militärziele durch. Weitere Themen: ein Drohnenangriff auf das SBU-Gebäude, eine neue 2000-Hrywnja-Banknote zu Ehren von Vasyl Stus, ein zweistufiges Luftalarm-System und die Verschiebung der Auslieferungsanhörung im Nord-Stream-Fall in Kroatien.
Das Wichtigste
- In Kiew gab es eine Schießerei zwischen Mitarbeitern von SBU und GUR; Selenskyj kündigte personelle Konsequenzen an.
- Die SBU erklärte, sie habe im Fall einer mutmaßlichen Anschlagsvorbereitung auf einen russischen Oppositionsführer – laut Babel-Quellen Achmed Sakajew – durchsucht; Stellvertretender RDK-Kommandeur Stepan Kaplunow soll beteiligt gewesen sein und gestanden haben, was er bestreitet.
- NABU und SAP führten die Operation „Karthago“ gegen eine kriminelle Organisation unter Führung eines Beamten der Generalstaatsanwaltschaft durch; Serhij Kropywa wurde mit Kautionsalternative von 120 Mio. Hrywnja in Untersuchungshaft genommen.
- Am 3. September entließ Selenskyj Oleh Chramow, Leiter der Abteilung für Staatsgeheimnisschutz und Lizenzierung der SBU.
- Am 6. September reisten die US-Emissäre Steve Witkoff und Jared Kushner mit dem Zug nach Kiew und trafen Selenskyj; zuvor hatten sie sich im Kreml mit Putin getroffen.
- Putin ordnete an, Kiew ab Mitternacht 6. September für drei Tage nicht zu bombardieren.
- Die ukrainischen Streitkräfte zerstörten einen MiG-29 auf dem Flugplatz Millerowo und einen Ka-27 auf dem Flugplatz Jeisk; am 2. und 3. September wurden das Schiff Nefrit bei Sotschi und das Boot BK-16 in Sewastopol angegriffen.
- Ein russischer Drohnenangriff auf das SBU-Gebäude in Kiew richtete sich gegen das Büro von SBU-Chef Oleksandr Poklad, der nicht anwesend war; im Shewtschenko-Kiwskij Rajon wurden rund zehn Menschen verletzt und das Konsistorialgebäude des Nationaldenkmals „Sophia von Kiew“ beschädigt.
- Die Nationalbank gab eine neue 2000-Hrywnja-Banknote zum 90. Geburtstag des Dichters und Dissidenten Wassyl Stus heraus.
- Das Luftwarnsystem wurde in zwei Stufen aufgeteilt: gelb – Drohnenbedrohung, rot – Raketen, Drohnen oder kombinierter Massenangriff.
- In Kroatien wurde die Auslieferungsanhörung von Wolodymyr Schurawljow verschoben, nachdem Deutschland dem Europäischen Haftbefehl die Qualifikation „Kriegsverbrechen“ hinzugefügt hatte.
Warum es wichtig ist
Der bewaffnete Zwischenfall zwischen SBU und GUR ist eine seltene offene Konfrontation zweier mächtiger Sicherheitsbehörden mit möglichem politischen Echo, zumal Selenskyj personelle Entscheidungen ankündigte. Die „Karthago“-Operation zeigt, dass die Antikorruptionsermittlungen höchste staatliche Institutionen erreichen. Der Besuch der US-Emissäre nach einem mehrstündigen Kreml-Treffen mit Putin und der angeordnete dreitägige Bombardierungsstopp deuten auf eine aktive US-geführte Diplomatie hin. Ukrainische Angriffe auf MiG-29, Ka-27 und russische Schiffe belegen anhaltende Tiefschlagfähigkeit. Der Drohnenangriff direkt auf das SBU-Gebäude trifft eine Spitzensicherheitsbehörde und beschädigt ein Denkmal von „Sophia von Kiew“. Die neue 2000-Hrywnja-Banknote mit Wassyl Stus ist symbolisch aufgeladen. Das zweistufige Luftwarnsystem verändert die Information der Zivilbevölkerung. Die Verschiebung der Auslieferungsanhörung in Kroatien, nachdem Deutschland „Kriegsverbrechen“ ergänzte, verkompliziert das Nord-Stream-Verfahren.
Was geschehen ist
In Kiew kam es in dieser Woche zu einem bewaffneten Zwischenfall zwischen Mitarbeitern von SBU und GUR. Die SBU erklärte, sie habe im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Anschlagsplan auf einen russischen Oppositionsführer – laut Babel-Quellen Achmed Sakajew – durchsucht; der stellvertretende Kommandeur des „Russischen Freiwilligenkorps“ (RDK) Stepan Kaplunow solle beteiligt gewesen sein und gestanden haben, was er zurückwies. Selenskyj kündigte personelle Entscheidungen an und entließ am 3. September Oleh Chramow, Leiter der Abteilung für Staatsgeheimnisschutz und Lizenzierung der SBU.
Parallel führten NABU und SAP die Operation „Karthago“ gegen eine kriminelle Organisation unter Führung eines Beamten der Generalstaatsanwaltschaft durch, die laut Ermittlungen Geld für das „Dach“ über einem Netzwerk betrügerischer Callcenter erhielt. Serhij Kropywa, ehemaliger Leiter der Abteilung für internationale Zusammenarbeit der Generalstaatsanwaltschaft, wurde mit Kautionsalternative von 120 Mio. Hrywnja in Untersuchungshaft genommen.
Am 6. September reisten die US-Emissäre Steve Witkoff und Jared Kushner mit dem Zug nach Kiew und trafen Selenskyj; sie hatten zuvor im Kreml mit Putin gesprochen, nach Angaben russischer Medien über drei Stunden. Auf einer Pressekonferenz wurde eine neue trilaterale Begegnung Ukraine–USA–Russland, das Friedenspaket von Donald Trump und „erheblicher Fortschritt“ bei den Moskauer Gesprächen angekündigt. Putin ordnete an, Kiew ab Mitternacht 6. September drei Tage lang nicht anzugreifen.
Die ukrainischen Streitkräfte zerstörten einen MiG-29 auf dem Flugplatz Millerowo und einen Ka-27 auf dem Flugplatz Jeisk; am 2. und 3. September griffen sie das Schiff Nefrit bei Sotschi und das Boot BK-16 in Sewastopol an. Ein russischer Drohnenangriff auf das SBU-Gebäude in Kiew richtete sich gegen das Büro von SBU-Chef Oleksandr Poklad, der nicht anwesend war; es entstand ein Brand, der gelöscht wurde. Im Shewtschenko-Kiwskij Rajon wurden rund zehn Menschen verletzt und das Konsistorialgebäude des Nationaldenkmals „Sophia von Kiew“ beschädigt.
Die Nationalbank gab eine neue 2000-Hrywnja-Banknote zum 90. Geburtstag des Dichters und Dissidenten Wassyl Stus heraus. Das Luftwarnsystem wurde zweistufig: gelb – Drohnenbedrohung, rot – Raketen, Drohnen mit Raketen oder kombinierter Massenangriff; bei Wechsel der Bedrohung ersetzt die neue Meldung die vorherige ohne separates „Entwarnung“.
In Kroatien wurde die für den 4. September angesetzte Auslieferungsanhörung von Wolodymyr Schurawljow – einem ukrainischen Staatsbürger, der von Deutschland im Nord-Stream-Fall gesucht wird – verschoben, nachdem Deutschland dem Europäischen Haftbefehl die Qualifikation „Kriegsverbrechen“ hinzugefügt hatte.
Wo die Berichte auseinandergehen
Artikel 6691 stellt die Version der SBU dar, wonach Stepan Kaplunow an der Vorbereitung eines Anschlags auf einen russischen Oppositionsführer beteiligt gewesen sei und gestanden habe; Artikel 6756 berichtet, Kaplunow behaupte, sein Geständnis sei erzwungen worden, und sein Anwalt schildert, bewaffnete Personen seien an seiner Wohnung erschienen, Schüsse gefallen, nachdem seine Kameraden auf den Vorfall reagiert hätten. Artikel 6691 schreibt, die SBU habe in einem Fall zu einem mutmaßlichen Anschlag auf einen russischen Oppositionsführer durchsucht; Artikel 6756 stellt fest, dass zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine offizielle Bestätigung für einen bewaffneten Konflikt zwischen SBU und GUR in Kiew vorlag. Beide Artikel nennen Babel-Quellen, wonach Achmed Sakajew das mutmaßliche Ziel gewesen sein soll und Sakajews Umfeld erst aus den Medien davon erfahren habe; Artikel 6756 ergänzt, der RDK-Kommandeur Denys Kapustin habe öffentlich kritisiert, wie Fortuna den Fall öffentlich gemacht habe.
Hintergrund
Das „Russische Freiwilligenkorps“ wird vom GUR offiziell als Teil der „Spezialeinheit Tymur“ des ukrainischen Militärgeheimdienstes geführt. Wassyl Stus war ein ukrainischer Dichter und Dissident der Sowjetzeit; 2025 jährte sich sein Geburtstag zum 90. Mal. Wolodymyr Schurawljow ist ein ukrainischer Staatsbürger, der von Deutschland im Zusammenhang mit der Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines gesucht wird.