Russland startet am 12. September fast 500 Drohnen auf die Ukraine – Selenskyj spricht von Angriff auf die Wirtschaft
Am 12. September 2026 hat Russland mit einer massiven Tag-und-Nacht-Drohnenkampagne die Ukraine angegriffen und nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte zwischen 6:30 und 18:00 Uhr 410 Angriffsdrohnen eingesetzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, Russland wolle die ukrainische Wirtschaft zerstören, um den Widerstand des Landes zu brechen, und forderte internationale Partner zu politischen Reaktionen und Sanktionen gegen russische Oligarchen auf.
Das Wichtigste
- Zwischen 6:30 und 18:00 Uhr setzte Russland 410 Angriffsdrohnen ein, davon 37 als Jet-Drohnen.
- Die ukrainische Luftabwehr schoss oder unterdrückte 336 Drohnen, darunter 23 Jet-Drohnen; 21 Einschläge wurden registriert.
- Gegen 18:00 Uhr befanden sich noch rund 55 Drohnen im ukrainischen Luftraum, neue Gruppen flogen ein.
- Selenskyj zufolge näherten sich die seit dem Morgen gestarteten Drohnen bis zum Abend insgesamt fast 500.
- In der Nacht zum 12. September waren bereits 129 Drohnen sowie Marschflugkörper eingesetzt worden.
- In den Oblasten Wolyn, Kiew und Schytomyr wurden Bahnanlagen und ein Lebensmittelgeschäft getroffen; zwei Menschen kamen im Oblast Schytomyr ums Leben.
- Selenskyj forderte von internationalen Partnern politische Bewertungen und Sanktionen gegen russische Unternehmer und nannte Usmanow und Fridman namentlich.
Warum es wichtig ist
Die Drohnenzahl von 410 innerhalb eines halben Tages übertrifft die nächtliche Angriffswelle (129 Drohnen) um mehr als das Dreifache und zeigt eine bewusste Ausweitung der Drohnenangriffe auf den Tag. Russland traf gezielt zivile Wirtschaftsinfrastruktur – Lebensmittellager, Tankstellen, Pharmaunternehmen, Bahnhöfe, Häfen, Einkaufszentren und Energieanlagen –, darunter auch ausländische Firmen aus Indien, den USA und Polen. Mit 21 registrierten Einschlägen, weiterhin rund 55 Drohnen im Luftraum und neuen Anflügen geriet die ukrainische Luftabwehr erkennbar unter Sättigungsdruck.
Was geschehen ist
Am 12. September 2026 griff Russland die Ukraine mit einer massiven, rund um die Uhr laufenden Drohnenkampagne an. Die Luftstreitkräfte der ukrainischen Streitkräfte meldeten, dass zwischen 6:30 und 18:00 Uhr 410 Angriffsdrohnen – davon 37 als Jet-Drohnen – eingesetzt wurden. Die Luftabwehr schoss oder unterdrückte 336 davon (einschließlich 23 Jet-Drohnen); 21 Einschläge wurden verzeichnet. Gegen 18:00 Uhr hielten sich noch rund 55 Drohnen im ukrainischen Luftraum auf, während neue Gruppen einflogen. Bereits in der vorangegangenen Nacht waren 129 Drohnen zusammen mit Marschflugkörpern abgefeuert worden.
Am Nachmittag schlugen Drohnen in Bahnanlagen in den Oblasten Wolyn und Kiew ein, mit Treffern in Luzk und Fastiw; weitere Berichte nennen auch Kowel. Im Oblast Schytomyr traf ein Drohnenangriff ein Lebensmittelgeschäft; zwei Menschen kamen ums Leben. Die Angriffe galten nach Angaben Selenskyjs auch Lebensmittel- und Gaslagern, Apotheken- und Pharmaunternehmen, Personenzügen, Wohnhäusern, Häfen, Einkaufszentren und Energieanlagen sowie – in den Vortagen – einem indischen metallurgischen Werk, einem amerikanischen Sonnenblumenöl-Betrieb und einem polnischen Sanitärhersteller.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Quellen stellen Selenskyjs Deutung in den Mittelpunkt, wonach Russland die ukrainische Wirtschaft gezielt zerstören will, um den Widerstand zu brechen. Sie betonen die Neuheit und das Ausmaß der Drohnenangriffe am Tag, die nun das Volumen nächtlicher Angriffe erreichen, und verweisen auf die Leistung der ukrainischen Luftabwehr, die 336 der 410 Drohnen abfing. Berichte über Schäden an ziviler und wirtschaftlicher Infrastruktur sowie die zwei Toten in einem Lebensmittelgeschäft im Oblast Schytomyr stehen im Zentrum. Selenskyjs Aufruf an die internationalen Partner, politische Bewertungen auszusprechen und russische Unternehmer und Oligarchen – namentlich Usmanow und Fridman – zu sanktionieren, ist ein wiederkehrendes Element der ukrainischen Berichterstattung.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Größenordnung des nächtlichen Anteils des Angriffs wird unterschiedlich angegeben – teils als 129 Drohnen in der Nacht zum 12. September, teils als 453 Drohnen und 4 „Banderole“-Marschflugkörper in der Nacht vom 12. auf den 13. September, wobei 405 Drohnen und alle 4 Marschflugkörper abgeschossen worden seien. Diese Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Zeitfenster, werden aber in der Berichterstattung teils beide als „Nachtangriff um den 12. September“ dargestellt. Zudem variieren die Angaben zu den getroffenen Orten: Während einige Meldungen Treffer in Luzk und Fastiw nennen, ergänzen andere Kowel und wieder andere berichten von Angriffen auf die Oblaste Schytomyr, Riwne und Wolyn.
Hintergrund
Russische Streitkräfte greifen regelmäßig ukrainische Städte und zivile Infrastruktur in allen Regionen mit Angriffsdrohnen, Marschflugkörpern, gelenkten Bomben (KAB) und Mehrfachraketenwerfern (MLRS) an. Ukrainische Behörden und internationale Organisationen stufen diese Angriffe als bewusste Kriegsverbrechen ein. Selenskyj ordnete die Eskalation als Verlagerung des Krieges von der Front, wo Russland keinen Erfolg erziele, in den wirtschaftlichen Bereich ein und forderte von den Partnern politische Bewertungen sowie Sanktionen gegen russische Unternehmen und Oligarchen, die das Kriegsbudget finanzieren.