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Ukrainische Drohnenangriffe in der Nacht zum 12. September treffen Chemiewerke und Militäranlagen in Toljatti und Taganrog

In der Nacht zum 12. September 2026 haben ukrainische Drohnen Industrie- und Militäranlagen in den russischen Städten Toljatti (Gebiet Samara) und Taganrog (Gebiet Rostow) angegriffen. In Toljatti wurde nach Angaben des ukrainischen Generalstabs der Kautschuk-Kombinat „Toljattikauchuk" getroffen; OSINT-Kanäle gehen zudem von einem Treffer am Chemiewerk KuibyschewAzot aus. In Taganrog kam es nach Drohnenangriffen auf das Militärflugfeld Taganrog-Zentralny, das Automobilwerk TagAZ und von der SBU genannte Ziele zu mehreren Bränden.

Das Wichtigste

  • Ukrainische Drohnen griffen in der Nacht zum 12. September das Kautschuk-Kombinat Toljattikauchuk im Gebiet Samara an; ein Treffer mit anschließendem Brand wurde bestätigt.
  • OSINT-Kanäle (Exilenova+, Astra) gehen davon aus, dass auch das Chemiewerk KuibyschewAzot in Toljatti getroffen wurde; der ukrainische Generalstab bestätigte bislang nur Toljattikauchuk.
  • In Taganrog (Gebiet Rostow) wurden nach übereinstimmenden Berichten das Militärflugfeld Taganrog-Zentralny, das TagAZ-Gelände und von der SBU genannte Ziele (FPV-Drohnenproduktion, zwei Drohnenlager, eine P-18-Radarstation, ein Panzir-S2 und ein Treibstoffreservoir) angegriffen.
  • Die Bürgermeisterin von Taganrog, Swetlana Kambulowa, bestätigte den Angriff am Morgen gegen 07:00 Uhr; Gouverneur Juri Sljusar sprach von mehr als 70 abgefangenen Drohnen über dem Gebiet.
  • Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die ukrainischen Verteidigungskräfte hätten binnen eines Tages zwei Chemiebetriebe in Russland (Regionen Perm und Samara), mehrere Ziele in Taganrog sowie ein Ziel im Schwarzen Meer getroffen.
  • Der SBU übernahm laut eigenen Angaben mit Drohnen des Alpha-Spezialeinsatzzentrums die Verantwortung für Angriffe auf die FPV-Drohnenproduktion und Drohnenlager in Taganrog.
  • Der Flughafen Kurumotsch in Samara wurde von der russischen Luftfahrtbehörde Rosawijazija vorübergehend geschlossen.

Warum es wichtig ist

Die Angriffe trafen Chemie- und Rüstungsstandorte, die für die russische Raketenproduktion und den gesamten Militärindustriekomplex von Bedeutung sind. Toljattikauchuk stellt synthetische Kautschuke her, die unter anderem in Festtreibstoffen für taktische und ballistische Raketen verwendet werden. KuibyschewAzot produziert etwa die Hälfte des russischen Caprolactams und rund 75 Prozent des Reifencords und ist bei bestimmten Polyamiden faktisch Monopolist. Das Flugfeld Taganrog-Zentralny beherbergt das 708. Militärtransportfliegerregiment, der benachbarte 325. Luftfahrtreparaturbetrieb repariert Transportflugzeuge. Das TagAZ-Gelände wird laut Berichten für die Montage von Kampfdrohnen genutzt. Dass Präsident Selenskyj und der SBU die Verantwortung für die Angriffe auf russische Chemie- und Militärinfrastruktur öffentlich übernahmen, unterstreicht die strategische Ausrichtung der ukrainischen Angriffe tief im russischen Hinterland.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 12. September 2026 griffen ukrainische Drohnen Industriestandorte in Toljatti (Gebiet Samara) und Taganrog (Gebiet Rostow) an. Der ukrainische Generalstab bestätigte einen Treffer auf dem Kombinat Toljattikauchuk mit anschließendem Brand; OSINT-Kanäle Exilenova+ und Astra gingen zudem davon aus, dass das KuibyschewAzot-Werk getroffen wurde. In Taganrog kam es zu einer Serie von Explosionen und mehreren Bränden. OSINT-Analysen des Kanals Astra sowie NASA-FIRMS-Satellitenbilder verwiesen auf Rauch über dem Militärflugfeld Taganrog-Zentralny und auf Brände auf dem TagAZ-Gelände, wo auch ein brennender Treibstoffbehälter gemeldet wurde. Der SBU erklärte, Drohnen des Alpha-Spezialeinsatzzentrums hätten in Taganrog eine FPV-Drohnenproduktion, zwei Drohnenlager, ein P-18-Radar, einen Panzir-S2-Komplex und ein Reservoir mit Treib- und Schmierstoffen getroffen; an allen Zielen seien Brände registriert worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, binnen eines Tages seien zwei Chemiebetriebe in Russland (Regionen Perm und Samara), mehrere militärische Ziele in Taganrog sowie ein Ziel im Schwarzen Meer getroffen worden. Die Bürgermeisterin von Taganrog, Swetlana Kambulowa, bestätigte den Angriff am Morgen gegen 07:00 Uhr; die russische Luftabwehr habe die Drohnen zerstört, herabfallende Trümmer hätten jedoch Brände verursacht. Gouverneur Juri Sljusar sprach von mehr als 70 abgefangenen Drohnen über dem Gebiet Rostow und meldete einen Brand in einem Geschäftsgebäude. Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew (Gebiet Samara) berichtete von einer „massiven" Drohnenattacke. Die russische Luftfahrtbehörde Rosawijazija setzte den Betrieb am Flughafen Kurumotsch in Samara aus. Das Ausmaß der Schäden, insbesondere am Kombinat Toljattikauchuk, wird noch geprüft.

Wo die Berichte auseinandergehen

Quellen widersprechen sich, welches Chemiewerk in Toljatti tatsächlich getroffen wurde: Der ukrainische Generalstab bestätigte einen Treffer auf Toljattikauchuk, während die OSINT-Kanäle Exilenova+ und Astra einen Treffer auf KuibyschewAzot für möglich hielten. In Taganrog konkurrieren mehrere Darstellungen: OSINT-Analysen (Astra) verwiesen auf das Militärflugfeld Taganrog-Zentralny, Monitoring-Kanäle und Satellitenbilder (NASA FIRMS) auf das TagAZ-Gelände, und der SBU führte die Angriffe auf die FPV-Drohnenproduktion und Drohnenlager sowie auf eine P-18-Radarstation, einen Panzir-S2 und ein Treibstoffreservoir zurück.

Hintergrund

Toljattikauchuk produziert synthetische Kautschuke, die unter anderem in Festtreibstoffen für taktische und ballistische Raketen eingesetzt werden. KuibyschewAzot gehört zu den größten Chemieproduzenten Russlands und stellt etwa die Hälfte des Caprolactams und rund 75 Prozent des Reifencords im Land her; bei bestimmten Polyamidprodukten hat das Werk eine faktische Monopolstellung. Das Gelände des bankrotten TagAZ in Taganrog wird laut Berichten für die Montage von Kampfdrohnen für die russischen Streitkräfte genutzt. KuibyschewAzot war bereits Anfang April 2026 angegriffen worden; das Flugfeld Taganrog wurde im Mai 2026 getroffen, wobei ein Iskander-Startgerät und zwei Tu-142-Flugzeuge zerstört wurden. Am Vorabend der Ereignisse, am 11. September, hatten ukrainische Drohnen die Ölraffinerie in Saratow sowie ein Lager des Marktplatzes Ozon getroffen; im Gebiet Perm wurden ebenfalls Industrieanlagen angegriffen.