Russische Drohnen beschädigen ziviles Rettungsschiff „Sapfir“ im Hafen der Oblast Odessa
Russische Drohnen haben am 13. September einen Hafen in der Oblast Odessa angegriffen und das zivile Such- und Rettungsschiff „Sapfir“ beschädigt. Nach vorläufigen Angaben gab es keine Opfer. Das ukrainische Ministerium für Wiederaufbau, Infrastruktur und Transport sprach von einem groben Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht und das Seerecht.
Das Wichtigste
- Russische Drohnen griffen am 13. September einen Hafen in der Oblast Odessa an.
- Das zivile Such- und Rettungsschiff „Sapfir“ wurde beschädigt; nach vorläufigen Angaben keine Toten oder Verletzten.
- Die „Sapfir“ wird vom staatlichen Unternehmen Marine Search and Rescue Service betrieben und war mit klaren zivilen SAR-Markierungen versehen.
- Das Schiff ist für Unterwassereinsätze bis 50 Meter Tiefe ausgelegt und im Hafen Odessa registriert.
- Am 26. Februar 2022 war die „Sapfir“ nahe der Schlangeninsel von einem russischen Militärschiff gekapert worden, als sie verwundete ukrainische Verteidiger evakuieren wollte.
- Die Besatzung von 21 Zivilisten wurde im März 2022 im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigelassen; das Schiff selbst kehrte im April 2022 in die ukrainische Kontrolle zurück.
- Am selben Tag (13. September) führte Russland außerdem einen großangelegten kombinierten Angriff auf die Stadt Odessa durch, bei dem Wohnhäuser und zivile Infrastruktur beschädigt wurden.
- Die Ukraine kündigte an, die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) und internationale Partner zu informieren und eine angemessene Reaktion zu fordern.
Warum es wichtig ist
Ein eindeutig als ziviles Rettungsschiff markiertes Fahrzeug wurde bei einem Drohnenangriff auf Hafeninfrastruktur getroffen. Die Ukraine will den Vorfall bei der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) zur Sprache bringen und als Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht und das Seerecht verfolgt wissen. Bei der „Sapfir“ handelt es sich um dasselbe Schiff, das im Februar 2022 nahe der Schlangeninsel während eines humanitären Einsatzes von russischen Streitkräften gekapert worden war.
Was geschehen ist
Am Sonntag, dem 13. September, griffen russische Drohnen einen Hafen in der Oblast Odessa an und beschädigten das zivile Such- und Rettungsschiff „Sapfir“. Nach vorläufigen Angaben wurden bei dem Angriff auf das Schiff keine Menschen getötet oder verletzt. Das Schiff trug klare SAR-Markierungen (Search and Rescue) gemäß den Anforderungen internationaler Seekonventionen und wurde ausschließlich für zivile Such- und Rettungsaufgaben eingesetzt, darunter Unterwassereinsätze bis zu einer Tiefe von 50 Metern. Betrieben wird die „Sapfir“ vom staatlichen Unternehmen Marine Search and Rescue Service, registriert im Hafen Odessa. Das ukrainische Ministerium für Wiederaufbau, Infrastruktur und Transport meldete den Angriff, bezeichnete ihn als groben Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht und das Seerecht und kündigte an, die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) sowie internationale Partner zu informieren und eine angemessene Reaktion zu verlangen. Am selben Tag führte Russland zudem einen großangelegten kombinierten Angriff auf die Stadt Odessa durch, bei dem Wohnhäuser, Privathäuser und weitere zivile Infrastruktur beschädigt wurden.
Hintergrund
Die „Sapfir“ ist ein ukrainisches ziviles Such- und Rettungsschiff (SAR), betrieben vom staatlichen Unternehmen Marine Search and Rescue Service. Das diesel-elektrische Rettungsschiff des Projekts 1454 vom Typ „Napolehlyvyi“ wurde 1988 gebaut, ist im Hafen Odessa registriert und verfügt über eine unbegrenzte Fahrbereichszulassung. Am 26. Februar 2022 wurde die „Sapfir“ nahe der Schlangeninsel von einem russischen Militärschiff gekapert, als sie verwundete und getötete ukrainische Verteidiger evakuieren wollte. An Bord befanden sich 21 Zivilisten – 17 Besatzungsmitglieder und 4 weitere Zivilisten, darunter ein Arzt und Geistliche. Die Besatzung wurde bis März 2022 in russischer Gefangenschaft gehalten und im Rahmen des ersten Gefangenenaustauschs am 25. März 2022 freigelassen. Das Schiff selbst wurde im April 2022 in die ukrainische Kontrolle zurückgeführt; am 11. April 2022 traf es – von einem rumänischen Hafen in Sulina geschleppt – in Ismajil ein.