Selenskyj: Neue ukrainische Drohnen-Abfangjäger der SBU erstmals gegen „Geran-5“ eingesetzt
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am 19. September mitgeteilt, dass die militärische Spionageabwehr des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) einen neuen Drohnen-Abfangjäger entwickelt und erfolgreich gegen russische reaktive Shahed-Drohnen vom Typ „Geran-5" eingesetzt hat – nach seinen Angaben zweimal am selben Tag. Der amtierende SBU-Chef General Oleksandr Poklad habe ihm über den Erfolg berichtet, Videoaufnahmen wurden veröffentlicht.
Das Wichtigste
- Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am 19. September, ein neuer Drohnen-Abfangjäger sei entwickelt und bereits erfolgreich eingesetzt worden.
- Der Abfangjäger wurde nach Angaben Selenskyjs von der militärischen Spionageabwehr des SBU entwickelt.
- Amtierender SBU-Chef General Oleksandr Poklad erstattete Selenskyj Bericht über ein „gutes Ergebnis" der SBU bei der Abwehr reaktiver Shahed-Drohnen.
- Die SBU setzte den neuen Abfangjäger nach Angaben Selenskyjs am 19. September zweimal an einem Tag gegen russische Drohnen vom Typ „Geran-5" ein.
- Selenskyj und die SBU veröffentlichten Videoaufnahmen der Abschüsse – nach Synthese-Angaben das erste öffentliche Filmmaterial des neuen turbojetgetriebenen Abfangjägers im Einsatz.
- Die „Geran-5" erreicht laut Berichten rund 600 km/h und lässt sich mit klassischer Flugabwehr nur schwer bekämpfen.
Warum es wichtig ist
Der Einsatz des neuen Abfangjägers schließt eine Lücke, die die ukrainische Luftabwehr bislang gegen Russlands reaktive Drohnen hatte: Laut Angaben der Luftwaffe werden klassische Shaheds in rund 90 % der Fälle abgefangen, reaktive „Turbo-Shaheds" dagegen nur in etwa 60 %. Die Veröffentlichung von Videoaufnahmen macht den Erfolg erstmals überprüfbar und unterstreicht den Willen zur heimischen Skalierung – parallel laufen Tests von vier Modellen an der Front sowie Erprobungen bei etwa zehn weiteren Herstellern.
Was geschehen ist
Präsident Wolodymyr Selenskyj gab am 19. September in sozialen Netzwerken bekannt, dass die militärische Spionageabwehr des SBU einen neuen Drohnen-Abfangjäger entwickelt hat, der bereits gegen russische reaktive Shahed-Drohnen vom Typ „Geran-5" eingesetzt worden sei. Der amtierende SBU-Chef General Oleksandr Poklad habe ihm Bericht erstattet und von einem „guten Ergebnis" gesprochen. Nach Selenskyjs Worten gelang der SBU am 19. September der Abschuss einer „Geran-5" mit dem neuen Abfangjäger – und am selben Tag ein zweiter erfolgreicher Einsatz. Selenskyj und der SBU veröffentlichten Videoaufnahmen der Abschüsse; es handelt sich den Berichten zufolge um die ersten öffentlichen Bilder des neuen turbojetgetriebenen Abfangjägers im Einsatz. Selenskyj dankte den Entwicklern und Herstellern, die an der Skalierung der benötigten Waffen arbeiten, und beschrieb das Vorgehen als „Schritt für Schritt".
Wo die Berichte auseinandergehen
Bei der zeitlichen Einordnung gibt es eine Abweichung: Eine Quelle datiert die Poklad-zu-Selenskyj-Briefing auf den 18. September, die Mehrheit der übrigen Quellen auf den 19. September. Inhaltlich berichten alle genannten Quellen übereinstimmend über die Entwicklung und den Einsatz des neuen Abfangjägers durch die SBU.
Hintergrund
Russland hat nach ukrainischen Angaben den Einsatz reaktiver Drohnen im Juli im Vergleich zu einem früheren Basiswert etwa verfünffacht. Die reaktive „Geran-5" erreicht laut Berichten rund 600 km/h und ist mit klassischer Flugabwehr kaum zu bekämpfen. Die ukrainischen Streitkräfte testen an der Front vier aussichtsreiche Abfangjäger-Modelle, etwa zehn weitere Hersteller erproben eigene Entwicklungen. Ende August meldete das Verteidigungsministerium die Kodifizierung der Drohne „Alexa Spatium" als ersten ukrainischen reaktiven Drohnen-Abfangjäger; am 21. August sei ein solcher Abfangjäger an die Streitkräfte übergeben worden. Selenskyj hatte am 6. September einen „Plan B" zur Abwehr reaktiver Drohnen angekündigt und am 15. und 17. September über erfolgreiche Tests von Abfangjägern berichtet, wobei einzelne Tests noch Abstimmungsbedarf bei der Steuerung zeigten. Insgesamt arbeiten nach seinen Worten 67 ukrainische Unternehmen an entsprechenden Technologien, drei bis fünf davon hätten bereits Ergebnisse gezeigt.