Veröffentlicht am · Aktualisiert:

Selenskyj: Zwei ukrainische Firmen bestehen Kampftests mit Abfangjägern gegen Jet-"Schahed"-Drohnen

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auf dem Gipfel der "Karpaten-Acht" (C8) bekannt gegeben, dass zwei ukrainische Unternehmen neue Abfangdrohnen erfolgreich im Gefecht gegen russische Jet-"Schaheds" getestet haben. Die Ukraine wolle nun alle Tests auswerten, schnell in die Massenproduktion gehen und Verträge mit den Firmen unterzeichnen. Mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach Selenskyj zudem über die Finanzierungslücke.

Das Wichtigste

  • Zwei ukrainische Firmen haben Abfangdrohnen gegen Jet-"Schaheds" im Kampfeinsatz erfolgreich getestet.
  • Selenskyj kündigte die Ergebnisse am 18. September beim C8-Gipfel an.
  • Die Ziele bewegten sich nach Angaben aus den Tests mit hoher Geschwindigkeit.
  • Ukraine will die Tests auswerten und schnell in Massenproduktion gehen, Verträge werden bereits unterzeichnet.
  • Laut Luftwaffe setzte Russland im August 2.800 Jet-"Schaheds" ein.
  • Die Interzeptionsquote bei Jet-Drohnen liegt laut Financial Times bei etwa 60 %, gegenüber 90–95 % bei anderen Drohnenmodellen.
  • 67 ukrainische Firmen arbeiten aktuell an Lösungen zur Abwehr solcher Ziele.

Warum es wichtig ist

Die Tests markieren den ersten kampferprobten Abschuss eines russischen Jet-"Schaheds" durch einen ukrainischen Abfänger und deuten auf Fortschritte gegen eine neue Klasse schnellerer russischer Drohnen hin. Mit der Unterzeichnung von Verträgen und der angekündigten Massenproduktion signalisiert die Regierung den Übergang von der Erprobung zur Skalierung der heimischen Luftverteidigung. Gleichzeitig unterstreicht die Diskussion mit der EU-Kommission den bestehenden Finanzierungsbedarf – vor dem Hintergrund von 2.800 eingesetzten Jet-"Schaheds" allein im August und einer Interzeptionsquote von nur rund 60 % bei dieser Drohnenklasse.

Was geschehen ist

Am 18. September gab Präsident Wolodymyr Selenskyj beim Gipfel der "Karpaten-Acht" (C8) bekannt, dass zwei ukrainische Unternehmen neue Abfangdrohnen erfolgreich im Gefecht gegen russische Jet-"Schaheds" getestet haben. Nach seinen Angaben bewegten sich die Ziele mit hoher Geschwindigkeit. Die Regierung will sämtliche Tests auswerten und zügig in die Massenproduktion übergehen; mit den Firmen würden bereits Verträge unterzeichnet. Selenskyj erklärte zudem, er habe mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über Wege zur Schließung der Finanzierungslücke gesprochen – beide Seiten bereiteten Vorschläge vor und planten ein baldiges Treffen.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle drei herangezogenen Quellen sind ukrainischsprachige Medien. Sie stellen Selenskyj als Sprecher ins Zentrum und betonen den Schauplatz C8-Gipfel. Die Berichterstattung hebt die Dynamik der heimischen Produktion hervor ("Verträge werden bereits unterzeichnet") und verweist auf die Dringlichkeit angesichts von 2.800 im August eingesetzten Jet-"Schaheds". Die Tests werden als Teil einer breiteren industriellen Mobilmachung gerahmt – mit 67 Firmen, die an Abwehrlösungen arbeiten – und der Finanzierungsbedarf gegenüber der Europäischen Kommission wird ausdrücklich thematisiert.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Schreibweise des Namens des Oberbefehlshabers variiert zwischen den Quellen: "Drapatyi" (Fakt 149517) steht gegen "Drahomyrii (Drapatym)" (Fakt 149599). Inhaltliche Abweichungen sind darüber hinaus nicht erkennbar.

Hintergrund

Am 21. August nahmen die Streitkräfte der Ukraine nach Angaben Selenskyjs den ersten ukrainischen Jet-Abfangdrohnen in Dienst. Nach Gesprächen mit dem Oberbefehlshaber Drahomyrii (Drapatym) berichtete Selenskyj am 15. und 17. September von weiteren erfolgreichen Tests. Nach Angaben der Luftwaffe und der Financial Times (mit Verweis auf Yuriy Ihnat, Leiter der Kommunikation der Luftwaffe) liegt die Interzeptionsquote bei Jet-Drohnen bei rund 60 %, verglichen mit 90–95 % bei anderen Drohnenmodellen.