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Selenskyj meldet erneuten erfolgreichen Test ukrainischer Abfangjäger gegen reaktive Shahed-Drohnen

Am 17. September gab Präsident Wolodymyr Selenskyj einen weiteren erfolgreichen Test ukrainischer Abfangdrohnen gegen reaktive Shahed-Drohnen aus russischer Produktion bekannt. Nach Angaben des Präsidenten wurde während des Tests mindestens eine reaktive Shahed abgeschossen; die Produktion der Abfangsysteme solle hochgefahren werden. Selenskyj sprach zudem über die Vorbereitung neuer offensiver Operationen gegen Russland sowie über die Lage an der Front.

Das Wichtigste

  • 17. September: Präsident Wolodymyr Selenskyj meldet einen weiteren erfolgreichen Test ukrainischer Abfangjäger gegen reaktive Shahed-Drohnen, darunter mindestens einen Abschuss.
  • Der Präsident kündigt an, die Produktion der erfolgreichen Abfangdrohnen hochzufahren ("Wir werden skalieren").
  • Selenskyj erklärte, 67 ukrainische Unternehmen arbeiteten an Abfangsystemen gegen reaktive Drohnen; mit den beiden Firmen, die die Gefechtstests bestanden hätten, würden Verträge unterzeichnet.
  • Er dankte den Entwicklern und dem Militärpersonal und erwähnte eine vorangegangene erfolgreiche Erprobung eines anderen Abfangjägers am 15. September.
  • Laut ukrainischer Schätzung stieg der Einsatz reaktiver Shahed-Drohnen durch Russland im August um mindestens 67 Prozent – von rund 1.500 auf über 2.500.
  • Ende August kündigte Verteidigungsminister Jewhenij Chmara vier potenzielle Abfangsysteme an, die Feldtests bestanden hätten; das ukrainische Verteidigungsministerium kodifizierte die Alexa Spatium-Drohne als ersten ukrainischen reaktiven Drohnen-Abfangjäger.
  • Selenskyj sprach über die Vorbereitung "neuer aktiver und weitreichender Operationen" gegen Russland und über die Situation an der Front, darunter positive Dynamik im Donezk-Abschnitt sowie geplante Verstärkungen im Kupjansk-Abschnitt.

Warum es wichtig ist

Reaktive, düsengetriebene Shahed-Drohnen sind deutlich schneller als herkömmliche Shaheds und haben die Luftverteidigung der Ukraine unter wachsenden Druck gesetzt. Allein im August stieg der Einsatz solcher Drohnen laut ukrainischer Schätzung um mindestens 67 Prozent – von rund 1.500 auf über 2.500. Mit jetzt zwei Unternehmen, die Gefechtstests bestanden haben und Verträge erhalten, und insgesamt 67 Projekten zur Drohnenabwehr verfügt die Ukraine über eine wachsende inländische industrielle Kapazität in einem Bereich, den Selenskyj als sicherheitspolitische Priorität bezeichnet. Gleichzeitig benannte er die Produktionsfinanzierung als ungelöstes Problem und verwies auf Gespräche mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Was geschehen ist

Am 17. September gab Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einer Unterrichtung durch den Oberbefehlshaber der Streitkräfte Mychajlo Drapatyj einen weiteren erfolgreichen Test ukrainischer Abfangdrohnen gegen reaktive Shahed-Drohnen bekannt. Während der Erprobung wurde nach seinen Angaben mindestens ein reaktiver Shahed abgeschossen. Selenskyj kündigte an, die Produktion der Abfangsysteme hochzufahren, und erklärte, insgesamt 67 ukrainische Unternehmen arbeiteten an Abfanglösungen gegen reaktive Drohnen. Mit zwei Firmen, die Gefechtstests bestanden hätten – darunter die Zerstörung eines mit hoher Geschwindigkeit fliegenden Shahed –, würden bereits Verträge unterzeichnet. Er dankte den Entwicklern und Soldaten, erwähnte einen früheren erfolgreichen Test eines anderen Abfangjägers am 15. September und verband die Ankündigung mit der Vorbereitung "neuer aktiver und weitreichender Operationen" gegen Russland. Eigens hob er die 82. und 95. selbständige Luftsturmbrigade für ihre Leistung an der Front hervor und beschrieb die Dynamik im Donezk-Abschnitt als positiv, während für den Kupjansk-Abschnitt Verstärkungen vorbereitet würden.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle vorliegenden Quellen sind ukrainischsprachige ukrainische Medien und präsentieren die Ankündigung vom 17. September einheitlich als Erfolgsmeldung des Präsidenten nach einer Unterrichtung durch Drapatyj. Im Vordergrund steht die inländische Industriekapazität: die Linie "Wir werden skalieren", der Hinweis auf 67 beteiligte Unternehmen und die Unterzeichnung von Verträgen mit den beiden Firmen, die die Gefechtstests bestanden haben. Die Berichte bündeln die Abfangjäger-Meldung mit Frontinformationen – positive Dynamik im Donezk-Abschnitt, geplante Verstärkungen im Kupjansk-Abschnitt, Zerstörung russischer Stellungen im Oleksandriwsk-Abschnitt – sowie mit Lob für die 82. und 95. selbständige Luftsturmbrigade. Einige Outlets fügen Einschränkungen von Experten und vom Berater des Präsidenten, Serhij Beskrestnow ("Flash"), hinzu, wonach eine Massenserienproduktion noch nicht anläuft und weitere Tests nötig sind.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen unterscheiden sich in der Anzahl der ukrainischen Unternehmen, deren Abfangjäger die Gefechtstests bestanden haben: Einige Berichte fassen die Ankündigung vom 17. September als einen einzelnen neuen Abfangjäger mit einem Abschuss auf, andere nennen zwei Unternehmen, die Gefechtstests bestanden hätten und Verträge erhielten. Auch der Ort der Ankündigung ist nicht einheitlich: Die meisten ukrainischen Quellen verorten sie als Präsidialerklärung nach der Unterrichtung durch Drapatyj, während mindestens eine Quelle die Aussage zu den "zwei Unternehmen mit bestandenen Gefechtstests" beim Eröffnungsgipfel der Carpathian 8 Summit verortet. Schließlich charakterisiert eine Quelle den neuen Abfangjäger als "dritten" ukrainischen reaktiven Drohnen-Abfangjäger, während andere ihn als Teil eines breiteren Feldes von 67 Unternehmen beschreiben.

Hintergrund

Ende August erklärte Verteidigungsminister Jewhenij Chmara, die Ukraine verfüge bereits über vier potenzielle Abfangsysteme gegen reaktive Shaheds, die Feldtests bestanden hätten. Ebenfalls Ende August kodifizierte das ukrainische Verteidigungsministerium die Alexa Spatium-Drohne als ersten ukrainischen reaktiven Drohnen-Abfangjäger, der gegen Shaheds und reaktive Drohnen wie Geran-4 und Geran-5 eingesetzt werden soll. Am 10. September sagte Selenskyj, die Entwicklung solcher Abfangdrohnen brauche Zeit und die Finanzierung der Produktion sei ein Problem. Am 15. September meldete er einen separaten erfolgreichen Test eines anderen Abfangjägers, bei dem der Shahed getroffen worden sei, einige Steuerungsaspekte aber weiterer Verfeinerung bedürften. Der Berater des Präsidenten für Technologie, Serhij Beskrestnow (Rufzeichen "Flash"), sagte, die Ukraine habe mehrere Varianten schneller Abfangjäger, brauche aber mehr Zeit zum Testen. Experten merkten an, dass eine Massenserienproduktion solcher Systeme noch nicht zur Diskussion stehe. Die Europäische Kommission stellt der Ukraine im Rahmen eines 90-Milliarden-Euro-Kreditprogramms 3,3 Milliarden Euro für Waffenkäufe, darunter Drohnen und Raketen, zur Verfügung.