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Tusk nennt monatliche Verluste der Ukraine – Kiew äußert sich nicht

Der polnische Premierminister Donald Tusk hat öffentlich erklärt, die Ukraine verliere im Krieg rund 27.000 Soldaten pro Monat – getötet und verwundet. Er berief sich auf nicht namentlich genannte „Partner in der Ukraine“. In der Ukraine sind solche Verlustzahlen offiziell als Verschlusssache eingestuft; zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte sich Kiew nicht zu Tusks Aussage geäußert.

Das Wichtigste

  • Tusk sprach von rund 27.000 getöteten und verwundeten ukrainischen Soldaten pro Monat – dem „traurigsten Antirekord“.
  • Er verwies auf nicht namentlich genannte „Partner in der Ukraine“ als Quelle der Zahl.
  • In der Ukraine sind Angaben zu getöteten, vermissten und gefangenen Soldaten bis zum Ende des Kriegsrechts als Verschlusssache eingestuft.
  • Weder Verteidigungsministerium noch Generalstab veröffentlichen solche Zahlen, auch aus Sorge vor einer Auswertung durch Russland.
  • Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte im Juli gegenüber Fox News kumulativ 50.000 getötete und 400.000 verwundete Soldaten genannt.
  • Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag keine offizielle Reaktion aus Kiew auf Tusks Aussage vor.
  • The Telegraph hatte Ende August unter Berufung auf Kyrylo Budanow berichtet, die Frontverluste lägen höher als offiziell zugegeben; Budanow forderte mindestens 30.000 Mobilisierungen pro Monat.

Warum es wichtig ist

Die Aussage eines NATO-Staats- und Regierungschefs macht eine normalerweise streng geheim gehaltene Verlustzahl öffentlich und macht den Widerspruch sichtbar zwischen der ukrainischen Geheimhaltungspraxis und der öffentlichen Debatte bei Bündnispartnern. Sollte die Größenordnung zutreffen, hätte sie unmittelbare Folgen für die Debatte über Mobilisierung und westliche Militärhilfe.

Was geschehen ist

Der polnische Premierminister Donald Tusk erklärte, die Ukraine verliere monatlich rund 27.000 Soldaten – getötet und verwundet – und nannte das den „traurigsten Antirekord“. Als Quelle gab er nicht namentlich genannte „Partner in der Ukraine“ an, die ihn informiert hätten. In der Ukraine sind Angaben zu gefallenen, vermissten und gefangenen Militärangehörigen nach geltendem Recht bis zum Ende des Kriegsrechts als Verschlusssache eingestuft; weder das Verteidigungsministerium noch der Generalstab veröffentlichen solche Zahlen, auch mit dem Hinweis, Russland solle keine Rückschlüsse auf die Wirksamkeit seiner Angriffe ziehen können. Präsident Wolodymyr Selenskyj ist als Oberbefehlshaber der einzige Amtsträger, der sich öffentlich zu Verlusten äußert; in einem Interview mit Fox News im Juli nannte er kumulativ 50.000 Gefallene und 400.000 Verwundete und wies darauf hin, dass viele Soldaten als vermisst gelten. Welche konkreten „Partner in der Ukraine“ Tusk meinte und auf welcher Informationsgrundlage sie stehen, ist nicht geklärt. Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte sich Kiew nicht zu Tusks Aussage geäußert. The Telegraph hatte Ende August unter Berufung auf Kyrylo Budanow, den Leiter des Präsidialamts, berichtet, die Frontverluste lägen deutlich über dem offiziell Eingestandenen; Budanow habe gefordert, monatlich mindestens 30.000 Personen zu mobilisieren.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Der ukrainische Quellenartikel stellt vor allem den Widerspruch zwischen Tusks Äußerung und der ukrainischen Geheimhaltungspraxis heraus: Verlustzahlen sind in der Ukraine als Verschlusssache eingestuft, und weder Verteidigungsministerium noch Generalstab veröffentlichen sie. Offen bleibe, welche „Partner in der Ukraine“ Tusk meine und über welchen Informationszugang sie verfügten. Bis zum Erscheinen des Artikels habe Kiew keine Stellungnahme abgegeben; die Episode werde eher als Frage der Sensibilität um Geheimhaltung behandelt denn als inhaltliche politische Aussage.

Wo die Berichte auseinandergehen

Tusk nannte eine monatliche Verlustzahl von rund 27.000 Getöteten und Verwundeten und führte sie auf nicht namentlich genannte „Partner in der Ukraine“ zurück; ukrainische amtliche Stellen behandeln solche Daten als Verschlusssache, und die genaue Quelle der Zahl ist nicht identifiziert. Kiew hatte sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht zu Tusks Aussage geäußert. Daneben liegen die von Selenskyj im Juli kumulativ genannten 50.000 Gefallenen und 400.000 Verwundeten vor, ohne dass sich daraus eine offiziell bestätigte monatliche Rate ableiten ließe.

Hintergrund

In der Ukraine sind Angaben zu getöteten, vermissten und gefangenen Soldaten nach dem Gesetz bis zum Ende des Kriegsrechts als Verschlusssache eingestuft; das Verteidigungsministerium und der Generalstab veröffentlichen keine entsprechenden Zahlen und verweisen auf Sicherheitsgründe, auch um zu verhindern, dass Russland die Daten zur Bewertung der Wirksamkeit eigener Angriffe nutzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj ist als Oberbefehlshaber der einzige Amtsträger, der sich öffentlich zu Verlusten äußert; in einem Interview mit Fox News im Juli nannte er kumulativ 50.000 Gefallene und 400.000 Verwundete und fügte hinzu, dass viele Soldaten als vermisst gelten. The Telegraph hatte Ende August unter Berufung auf Kyrylo Budanow, den Leiter des Präsidialamts, berichtet, die Frontverluste lägen höher als offiziell zugegeben; Budanow habe eine monatliche Mobilisierung von mindestens 30.000 Personen gefordert.