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Massiver Drohnenangriff auf Moskau und Oblast – Großbrand am Moskauer Ölraffinerie und Logistikkomplex

In der Nacht zum 20. September 2026 haben ukrainische Drohnen und Raketen Moskau und die Oblast Moskau angegriffen. Am Moskauer Ölraffinerie (Gazpromneft-MNPZ) im Stadtteil Kapotnja brach ein Großbrand aus, ein Logistiklager in Sofjino wurde ebenfalls getroffen. Behörden meldeten zwei Tote und sechs Verletzte in der Oblast; die Flughäfen Scheremetjewo und Wnukowo wurden zeitweise geschlossen.

Das Wichtigste

  • Angriff in der Nacht zum 20. September: ukrainische Drohnen und Raketen trafen Moskau und die Oblast Moskau.
  • Großbrand auf dem Gelände des Moskauer Ölraffinerie (Gazpromneft-MNPZ) in Kapotnja; Bürgermeister Sobjanin bestätigte Schäden, keine Opfer am Werk.
  • Ukrainischer Generalstab bestätigte den Treffer und nannte die Installationen AVT-6, eine kombinierte Verarbeitungsanlage (KUPN) und eine Isomerisationsanlage als Ziele.
  • In Sofjino (Rajon Ramenski) brannte das Lager der Firma „Sovremennye Skladskie Tekhnologii“ (sechs Gebäude, rund 290.000 m²); ein russisches Pantsir-System stand rund 500 Meter entfernt.
  • Präsident Selenskyj sprach vom Einsatz ukrainischer Eigenentwicklungen – FP-1, RZ-100, MICH-2000, Paljanyzja, Vendetta, Ljutyj, Bars, Flamingo, Sitschen und Pelican; an der Operation waren SBU, Unbemannte Systeme, SSO, HUR und der Auslandsnachrichtendienst beteiligt.
  • Gouverneur Worobjow meldete mindestens zwei Tote und sechs Verletzte in der Oblast Moskau.
  • Bürgermeister Sobjanin bezeichnete den Angriff als den massivsten Drohnenangriff auf die russische Hauptstadt; russische Quellen sprachen von 151/152 abgefangenen Drohnen, zeitweise auch von über 1.600 Drohnen seit dem 19. September.
  • An den Flughäfen Scheremetjewo, Wnukowo, Domodedowo und Schukowski wurden zeitweise Beschränkungen verhängt; laut Moscow Times wurden über 400 Flüge gestrichen oder verspätet.
  • Der Angriff erfolgte am letzten Tag der dreitägigen Wahlen zur russischen Staatsduma.

Warum es wichtig ist

Der Moskauer Ölraffinerie (Gazpromneft-MNPZ) zählt zu den größten Russlands, deckt rund 40 Prozent des Treibstoffmarkts von Moskau und etwa 70 Prozent des Bedarfs der Oblast an Benzin und Flugkerosin. Der Angriff traf nach Einschätzung ukrainischer OSINT-Analysten beide Primärverarbeitungslinien (AVT-6 und den Euro+-Komplex), was die Produktion nicht nur drosseln, sondern vollständig stoppen könnte – es war bereits der dritte Treffer des Werks im Jahr 2026. Bürgermeister Sobjanin bezeichnete den Angriff als den größten Drohnenangriff auf die russische Hauptstadt; an den Flughäfen der Hauptstadt wurden laut Moscow Times über 400 Flüge gestrichen oder verspätet.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 20. September 2026 griffen ukrainische Drohnen und Raketen Moskau und die Oblast Moskau an. Auf dem Gelände des Moskauer Ölraffinerie in Kapotnja brach ein Großbrand aus; Sobjanin bestätigte Schäden am Werk und erklärte, es habe dort keine Opfer gegeben. Der ukrainische Generalstab bestätigte den Treffer und benannte die Anlagen AVT-6, eine kombinierte Verarbeitungseinheit und eine Isomerisationsanlage als Ziele. In Sofjino (Rajon Ramenski) geriet das 290.000 m² große Lager der Firma „Sovremennye Skladskie Tekhnologii“ in Brand; ukrainische Drohnen vom Typ FP-1 wurden laut Fire Point dazu eingesetzt. Präsident Selenskyj sprach von einem koordinierten Einsatz mehrerer ukrainischer Behörden – SBU, Unbemannte Systeme, SSO, HUR und Auslandsnachrichtendienst – mit einem breiten Arsenal heimischer Langstreckensysteme, darunter die ballistische Rakete Pelican, die nach ukrainischer Lesart erstmals zum Einsatz kam. Gouverneur Worobjow meldete mindestens zwei Tote und sechs Verletzte in der Oblast Moskau; darunter eine 44-jährige Frau in Sofjino und ein älterer Mann in der Orechowo-Sujewo. An den Flughäfen Scheremetjewo, Wnukowo, Domodedowo und Schukowski wurden zeitweise Beschränkungen verhängt. Der Angriff fiel auf den letzten Tag der dreitägigen Wahlen zur russischen Staatsduma.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Quellen – Selenskyj, Generalstab, SBU-Zentrum „Alpha“ und der Drohnenhersteller Fire Point – beanspruchen die Operation klar und framen sie als koordinierten Schlag mehrerer Sicherheits- und Militärbehörden mit einem breiten Spektrum heimischer Waffensysteme. Sie betonen die strategische Bedeutung des Raffinerietreffs für die russische Treibstoffversorgung – insbesondere den Ausfall beider Primärverarbeitungslinien und mögliche Folgen für die Treibstoffverfügbarkeit an russischen Tankstellen – und verweisen auf Fotos angeblicher Trümmer einer FP-5-Flamingo-Rakete 20–25 km vom Stadtzentrum Moskaus entfernt. Außenminister Andrij Sybiha sprach auf X scherzhaft vom „Tag des brennenden Moskaus“, was den politisch-signalisierenden Ton unterstreicht.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Internationale Medien greifen vor allem die offiziellen russischen Angaben zu Opfern und zur Flugabwehr auf: zwei Tote und sechs Verletzte in der Oblast Moskau, zeitweise Beschränkungen und über 400 gestrichene oder verspätete Flüge an den Flughäfen der Hauptstadt. Berichte zitieren Sobjanins Aussage, es sei der „massivste“ Drohnenangriff auf Moskau gewesen und habe die Duma-Wahlen stören sollen, weisen aber darauf hin, dass er dafür keine Beweise lieferte. Hintergrundstücke heben die Rolle der Raffinerie – einer der größten Russlands mit rund 40 Prozent Marktanteil in Moskau – und den Kontext früherer ukrainischer Angriffe auf russische Energieinfrastruktur hervor, etwa auf die Rosneft-Raffinerien in Sysran und Saratov. Radio Liberty erklärte, das Raffineriefeuer nicht unabhängig verifizieren zu können; OSINT-Analysten wie ASTRA, Exilenova+ und CyberBorschono formulieren ihre Bewertungen zu den getroffenen Anlagen ausdrücklich als vorläufig.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die offiziellen russischen Angaben zu den abgefangenen Drohnen widersprechen sich: Sobjanin sprach zunächst von 152, an anderer Stelle von 151 auf Moskau zufliegenden Drohnen; zugleich nannte er insgesamt über 1.600 abgefangene Drohnen seit dem 19. September, darunter 450 auf Moskau. Das russische Verteidigungsministerium erklärte separat, in der Nacht 1.110 ukrainische Drohnen über russischen Regionen, der besetzten Krim und dem Schwarzen Meer abgefangen zu haben. Die Verarbeitungskapazität der Moskauer Raffinerie wird meist mit rund 11 Mio. Tonnen Öl pro Jahr angegeben, der ukrainische Generalstab und einige ukrainische Quellen nennen 12 Mio. Tonnen; Reuters verwies auf 11,6 Mio. Tonnen verarbeitetes Öl im Jahr 2024. Die Entfernung zum Kreml wird mit 15, 18 oder 25 km angegeben. Bei den Opferzahlen stehen Sobjanins Aussage, in der Stadt Moskau habe es keine Verletzten gegeben, und Worobjows Meldung von zwei Toten und sechs Verletzten in der Oblast nebeneinander. Welche Anlagen genau getroffen wurden, variiert: Der Generalstab nennt AVT-6, KUPN und Isomerisation; OSINT-Analysten sehen beide Primärlinien (ELOU-AVT-6 und Euro+); Fire Point spricht von allen Primär- und Teilen der Sekundärverarbeitung. Schließlich behauptet Sobjanin ohne Belege, der Angriff habe die Duma-Wahlen stören sollen, während ukrainische Stellen ihn als Schlag gegen die russische Kriegs- und Treibstoffwirtschaft rahmen.

Hintergrund

Die Moskauer Ölraffinerie (Gazpromneft-MNPZ) besteht seit 1938, gehört zu Gazprom Neft und beschäftigt über 2.000 Mitarbeiter. Nach ukrainischen Angriffen auf das Werk im Juni 2026 hatte Reuters geschätzt, eine vollständige Wiederherstellung werde mindestens ein halbes Jahr dauern, möglicherweise erst 2027. Russische Stellen versuchten das Werk laut OSINT-Analysten mit Schutznetzen zu sichern, was den Angriff am 20. September jedoch nicht verhinderte. Der Lagerkomplex in Sofjino gehört der Firma „Sovremennye Skladskie Tekhnologii“ und besteht aus sechs Gebäuden mit insgesamt rund 290.000 m²; ein russisches Pantsir-Luftabwehrsystem war rund 500 Meter entfernt stationiert. Bereits im September 2026 hatten ukrainische Drohnen die Rosneft-Raffinerien in Sysran und Saratov getroffen; laut Reuters mussten die Raffinerien Kirishi, Wolgograd und NORSI ihre Produktion deutlich drosseln oder stoppen.