Massiver Drohnenangriff auf Moskau und Oblast in der Nacht zum 20. September – Brand auf Moskauer Ölraffinerie
In der Nacht zum 20. September 2025 haben Drohnen in großer Zahl Moskau und die Oblast Moskau angegriffen. Nach Angaben des Bürgermeisters Sergej Sobjanin wurde auf dem Gelände der Moskauer Ölraffinerie in Kapotnja ein Objekt beschädigt, eine Feuer brach aus. Gouverneur Andrej Worobjow sprach von 249 Drohnen, die zwischen 3:00 und 5:00 Uhr Ortszeit in 17 Munizipalkreisen abgefangen oder unterdrückt wurden. In der Oblast Moskau wurden mindestens zwei Tote und sechs Verletzte gemeldet, darunter eine getötete 44-jährige Frau im Dorf Sofino. An den Flughäfen Scheremetjewo und Wnukowo wurden Flugbeschränkungen verhängt.
Das Wichtigste
- Massiver Drohnenangriff auf Moskau und Oblast in der Nacht zum 20. September 2025.
- Auf der Moskauer Ölraffinerie (Gazprom-Neft) in Kapotnja brach nach einem Treffer ein Brand aus; Sobjanin sprach von einem beschädigten Objekt ohne Verletzte vor Ort.
- Gouverneur Worobjow: 249 Drohnen wurden zwischen 3:00 und 5:00 Uhr Ortszeit in 17 Munizipalkreisen der Oblast Moskau abgefangen oder unterdrückt.
- Im Dorf Sofino traf eine Drohne ein dreistöckiges Wohnhaus, sechs Wohnungen im dritten Stock wurden beschädigt; eine 44-jährige Frau starb, fünf weitere Menschen wurden verletzt.
- Im Rajon Ramenski brach nach dem Einschlag einer Drohne das Dach eines 21-stöckigen Wohnhauses in Brand; 400 Bewohner wurden evakuiert, 20 Autos beschädigt.
- Im Rajon Orechowo-Sujewo starb bei einem Brand in einem Privathaus ein älterer Mann.
- In Sofino geriet ein Lager- und Logistikkomplex in Brand, der laut OSINT der Firma „Moderne Lagertechnologien“ (ООО „Современные складские технологии“) gehört.
- OSINT-Analyse (ASTRA, Exilenova+) deutet nach vorläufiger Einschätzung auf einen Treffer der Primärraffinationseinheit ELOU-AVT-6 der Moskauer Ölraffinerie hin.
- Flugbeschränkungen wurden an den Flughäfen Scheremetjewo und Wnukowo verhängt; in Wnukowo wurden Ankünfte und Abflüge gestoppt.
- Sobjanin bezeichnete den Angriff als den massivsten Drohnenangriff, der auf Moskau abgewehrt worden sei.
- In der Oblast Moskau insgesamt mindestens zwei Tote und sechs Verletzte nach Angaben der Behörden.
Warum es wichtig ist
Der Angriff ist einer der umfangreichsten Drohnenangriffe auf Moskau und das Umland und wurde von Bürgermeister Sobjanin selbst als die massivste bisher abgewehrte Drohnenattacke auf die Hauptstadt bezeichnet. Mit der Moskauer Ölraffinerie wurde ein strategisch wichtiges Objekt der Treibstoffversorgung getroffen – die Anlage deckt nach verfügbaren Angaben rund 40 % des Moskauer Treibstoffmarkts und etwa 70 % des Bedarfs der Oblast an Benzin und Flugkerosin und ist Hauptlieferant der Moskauer Flughäfen. Gleichzeitig traf der Angriff zivile Infrastruktur: Wohnhäuser in Ramenski und Sofino wurden beschädigt, Hunderte Bewohner evakuiert, und an den Flughäfen Scheremetjewo und Wnukowo wurde der Flugbetrieb eingeschränkt.
Was geschehen ist
In der Nacht zum 20. September 2025 wurde Moskau und die Oblast Moskau von einer massiven Drohnenattacke getroffen. Bürgermeister Sergej Sobjanin bestätigte einen Treffer auf der Moskauer Ölraffinerie in Kapotnja; auf dem Werksgelände brach ein Feuer aus, laut Sobjanin jedoch ohne Verletzte vor Ort. Eine OSINT-Vorauswertung (ASTRA, Exilenova+) deutet auf die Primärraffinationseinheit ELOU-AVT-6 als wahrscheinliches Ziel hin. In der Oblast sprach Gouverneur Andrej Worobjow von 249 Drohnen, die zwischen 3:00 und 5:00 Uhr Ortszeit in 17 Munizipalkreisen abgefangen oder unterdrückt worden seien; die schwersten Folgen verzeichnete er im Rajon Ramenski.
Im Dorf Sofino traf eine Drohne ein dreistöckiges Wohnhaus und beschädigte sechs Wohnungen im dritten Stock; eine 44-jährige Frau kam ums Leben, fünf weitere Menschen wurden verletzt. Auf dem Gelände des Logistiktechnoparks „Sofino“ – betrieben von der Firma „Moderne Lagertechnologien“ – brach ein Großbrand aus. Im Rajon Ramenski fing das Dach eines 21-stöckigen Wohnhauses nach dem Einschlag einer Drohne Feuer; rund 400 Bewohner wurden evakuiert, 20 Autos beschädigt. Im Rajon Orechowo-Sujewo starb bei einem Brand in einem Privathaus ein älterer Mann. Weitere Schäden an Privathäusern meldeten die Behörden in Ramenski, Kolomna und Jegorjewsk; Brände in mehrstöckigen Gebäuden in Leninski, Ljuberzy und Lytkarino. Insgesamt bezifferten die Behörden die Opfer in der Oblast auf zwei Tote und sechs Verletzte.
An den Moskauer Flughäfen Scheremetjewo und Wnukowo wurden Flugbeschränkungen verhängt; in Wnukowo wurden Ankünfte und Abflüge vorübergehend eingestellt. Sobjanin erklärte, die russische Luftabwehr habe in dieser Nacht 151 (später 152) Drohnen abgeschossen; seit dem Vortag seien insgesamt mehr als 1.600 Drohnen abgefangen worden, davon 450 auf dem Anflug auf Moskau.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Quellen rahmen den Angriff als groß angelegten, mehrteiligen Schlag gegen strategische und zivile Infrastruktur in Russland. Sie betonen die Treffer auf die Moskauer Ölraffinerie und den Lagerkomplex in Sofino ebenso wie die Folgen für Wohnhäuser und die Opfer unter der Zivilbevölkerung. Hervorgehoben werden auch das operative Ausmaß – Gruppen von Drohnen, Hunderte abgefangene oder unterdrückte UAVs nach russischer Lesart – sowie die wirtschaftliche Bedeutung der Raffinerie, die rund 40 % des Moskauer Treibstoffmarkts versorgt. Mindestens ein ukrainischer Beitrag verweist auf den von Wolodymyr Selenskyj angekündigten Plan einer „Operation M&M's“ mit bis zu etwa 1.000 kleinen Drohnen pro Nacht und stellt den Angriff in diesen Kontext.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Der einzige englischsprachige Beitrag im Quellenmaterial (BBC) gibt das Ereignis primär über die offiziellen russischen Stellungnahmen wieder. Er übernimmt die Formulierung eines „massiven Drohnenangriffs“ aus russischer Sicht und stellt die Bilanz aus der Oblast Moskau (zwei Tote) an den Anfang, ohne den Angriff in der Schlagzeile eigenständig der Ukraine zuzuschreiben. Im Vordergrund stehen Sobjanin und Worobjow mit ihren Aussagen sowie die unterschiedlichen Angaben zur Zahl der abgefangenen Drohnen. Als herausragendes Element wird der Treffer auf der Moskauer Ölraffinerie genannt; strategische oder ukrainische Kontextualisierungen treten in den Hintergrund.
Wo die Berichte auseinandergehen
Russische Angaben zur Zahl der abgefangenen Drohnen widersprechen sich: Bürgermeister Sobjanin sprach in einer ersten Stellungnahme von 151 Drohnen, später von 152 und ergänzend von mehr als 1.600 Drohnen seit dem Vortag mit 450 auf dem Anflug auf Moskau. Gouverneur Worobjow nannte für die Oblast Moskau allein 249 Drohnen zwischen 3:00 und 5:00 Uhr. Die Gesamtzahlen sind damit nicht ohne weiteres miteinander vereinbar.
Zudem unterscheiden sich die Angaben zu Opfern: Sobjanin erklärte, auf dem Gelände der Raffinerie habe es keine Verletzten gegeben; Worobjow meldete für die Oblast Moskau insgesamt zwei Tote und sechs Verletzte – die in der englischsprachigen Überschrift genannten „zwei Toten“ beziehen sich somit auf die Oblast insgesamt und nicht auf die Raffinerie selbst.
Hintergrund
Die Moskauer Ölraffinerie (Газпромнефть-МНПЗ) gehört zu Gazprom Neft, besteht seit 1938, verarbeitet nach verfügbaren Angaben rund 11 Millionen Tonnen Öl pro Jahr, beschäftigt über 2.000 Mitarbeiter und ist Hauptlieferant der Moskauer Flughäfen. Sie deckt etwa 40 % des Moskauer Treibstoffmarkts und rund 70 % des Bedarfs der Oblast an Benzin und Flugkerosin. Der Lager- und Logistikkomplex in Sofino wird laut den verfügbaren Angaben von der Firma „Moderne Lagertechnologien“ (ООО „Современные складские технологии“) betrieben, die Lagerflächen vermietet und verkauft.
Eine einzelne Quelle verweist auf den von Präsident Wolodymyr Selenskyj angekündigten Plan einer „Operation M&M's“, nach dem laut The Atlantic unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen bis zu etwa 1.000 kleine Drohnen pro Nacht gegen Ziele in Russland eingesetzt werden sollen.