Ukrainischer Berater warnt vor russischer Satellitensteuerung von Shahed-Drohnen
Der ukrainische Technologieberater im Präsidialamt, Serhiy Beskrestnov (Flash), hat am Sonntag, den 20. September, gewarnt, Russland könnte mit seinem Satellitensystem Rassvet künftig Shahed-Drohnen und Marschflugkörper online via Satellit steuern. Er bezeichnete diese Möglichkeit als „kleine Katastrophe" für die Ukraine und forderte eine flächendeckende elektronische Kampfführung (EKF) zum Schutz kritischer Infrastruktur.
Das Wichtigste
- Beskrestnov warnte am 20. September, Rassvet könne Russland die Online-Steuerung von Shahed-Drohnen und Raketen per Satellit ermöglichen – eine „kleine Katastrophe" für die Ukraine.
- Er erklärte, die Streitkräfte hätten die in russischen Angriffsdrohnen verwendete Mesh-Modem-Technologie ein Jahr lang nicht systematisch bekämpft.
- Beskrestnov forderte, dass kritische Infrastruktur zum Zeitpunkt der Bedrohung bereits flächendeckend durch EKF geschützt sei – was Zeit und Geld kosten werde.
- Die zweite Tranche von 16 Rassvet-Satelliten (Start am 19. Juli) hatte laut ISW-Bericht vom 31. August bis dahin ihre Zielhöhe von 550 km nicht erreicht.
- Aus der ersten Tranche vom 24. März hatten 12 von 16 Satelliten die 550-km-Umlaufbahn erreicht und Ende August noch gehalten.
- Vadym Skibitsky vom ukrainischen Militärgeheimdienst HUR erklärte, Russland plane 292 Rassvet-Satelliten bis 2027 und 924 bis 2035.
- Russland verlor am 1. Februar den Zugang zu Starlink und verlagerte den Schwerpunkt auf das eigene Rassvet-System.
Warum es wichtig ist
Eine Online-Steuerung von Shahed-Drohnen und Marschflugflugkörpern via Satellit würde es Russland erlauben, Angriffe in Echtzeit anzupassen und Ziele während des Fluges umzuwidmen – ein qualitativer Sprung gegenüber der bisherigen Steuerung. Damit würden bestehende Ansätze der ukrainischen Luftabwehr und elektronischen Kampfführung in ihrer Wirksamkeit deutlich geschwächt.
Was geschehen ist
Am Sonntag, den 20. September 2026, hat der Technologieberater des ukrainischen Präsidialamts, Serhiy Beskrestnov (Spitzname „Flash"), vor den Folgen des russischen Satellitenprojekts Rassvet gewarnt. Sollte Moskau das System funktionsfähig aufbauen, könnten russische Shahed-Drohnen und Marschflugkörper online über Satelliten gesteuert werden – was Beskrestnov als „kleine Katastrophe" für die Ukraine bezeichnete. Er wies darauf hin, dass die ukrainischen Streitkräfte die in russischen Angriffsdrohnen eingesetzte Mesh-Modem-Technologie ein Jahr lang nicht systematisch bekämpft hätten, und forderte eine flächendeckende elektronische Kampfführung (EKF) zum Schutz kritischer Infrastruktur. Aufbau und Einsatz dieser Abdeckung seien weder schnell noch billig zu haben. Beskrestnov spekulierte zudem, eine einzelne Angara-Rakete könne unerwartet die halbe Rassvet-Konstellation auf einmal starten, und zeigte sich zuversichtlich, dass Russland seine Triebwerksprobleme lösen und die Satelliten in die erforderlichen Umlaufbahnen bringen werde.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainischen Medien (NV, ZN.UA) rahmen Beskrestnovs Warnung als dringenden nationalen Sicherheitsalarm. Sie rücken die Worst-Case-Einschätzung („kleine Katastrophe") in den Vordergrund und betonen die Notwendigkeit, kritische Infrastruktur sofort mit elektronischer Kampfführung abzudecken.
Hintergrund
Nach dem Verlust des Starlink-Zugangs am 1. Februar verlagerte Russland den Schwerpunkt auf sein eigenes System Rassvet, das als russisches Analog zu Starlink gilt. Das russische Unternehmen Byuro 1440 startete am 24. März die ersten 16 Rassvet-Satelliten, von denen bis Ende August 12 die Zielhöhe von 550 km erreicht hatten und dort verblieben. Eine zweite Tranche von 16 Satelliten wurde am 19. Juli gestartet; laut ISW-Bericht vom 31. August auf Grundlage von N2YO-Daten hatte keiner dieser Satelliten bis dahin die geplante Umlaufbahn erreicht. Das ISW zog daraus den Schluss, Moskau sei auf das nötige Deployment-Tempo nicht vorbereitet. Der stellvertretende Leiter des ukrainischen Militärgeheimdiensts (HUR), Vadym Skibitsky, erklärte, Russland plane bis 2027 insgesamt 292 Rassvet-Satelliten und bis 2035 eine Konstellation von 924 Satelliten.