Russland verlegt Shahed-Produktion bei Alabuga unter die Erde
Satellitenbilder zeigen, dass Russland in der Sonderwirtschaftszone Alabuga in Tatarstan unterirdische Produktionsanlagen baut, um die Herstellung von Shahed-Drohnen vor ukrainischen Angriffen zu schützen. Der OSINT-Analyst Dnipro Osint veröffentlichte die Aufnahmen am 19. September und beziffert die Fläche der unterirdischen Anlagen auf rund 42.000 Quadratmeter.
Das Wichtigste
- OSINT-Analyst Dnipro Osint veröffentlichte am 19. September Satellitenbilder der unterirdischen Bauten in Alabuga
- Die unterirdischen Anlagen umfassen laut Dnipro Osint rund 42.000 Quadratmeter
- In Alabuga werden Geran-Drohnen (russische Kopie der iranischen Shahed) für Angriffe auf die Ukraine montiert
- Die Entscheidung zur Verlagerung unter die Erde fiel offenbar nach den ersten ukrainischen Angriffen auf Alabuga
- Im August zeigten Satellitenaufnahmen den Bau eines zweistöckigen Turmsystems zum Schutz vor Marschflugkörpern und Drohnen
- Die Produktionskapazität in Alabuga wird laut Bild-Bericht auf bis zu 11.000 Drohnen pro Monat beziffert
- Ukrainische Streitkräfte griffen Alabuga erstmals im April 2024 an und verletzten 13 Personen
Warum es wichtig ist
Der unterirdische Ausbau zeigt, dass Russland seine Drohnenproduktion an die Bedrohung durch ukrainische Fernangriffe anpasst. Damit wird es für die ukrainischen Streitkräfte schwieriger, die Produktion der für die Angriffe auf ukrainische Städte eingesetzten Shahed-Drohnen direkt zu treffen.
Was geschehen ist
Der OSINT-Analyst Dnipro Osint veröffentlichte am 19. September Satellitenbilder, die den Bau unterirdischer Produktionsanlagen in der Sonderwirtschaftszone Alabuga in Tatarstan zeigen. Laut seiner Einschätzung umfassen die unterirdischen Flächen bereits rund 42.000 Quadratmeter. Alabuga beherbergt die größte Drohnenproduktionsstätte Russlands, wo Geran-Drohnen — russische Kopien der iranischen Shahed — für Angriffe auf die Ukraine montiert werden. Satellitenaufnahmen aus dem August hatten zuvor den Bau eines zweistöckigen Turmsystems erfasst, das nach Einschätzung des American Institute for Science and International Security (ISIS) zum Schutz vor Marschflugkörpern und Angriffsdrohnen dienen soll. Die Entscheidung, die Shahed-Produktion unter die Erde zu verlegen, fiel offenbar nach den ersten ukrainischen Angriffen auf den Standort im April 2024. Damals hatte eine ukrainische Drohne ein Wohnheim des Alabuga Polytech getroffen und 13 Personen verletzt. Dnipro Osint wies darauf hin, dass ein realistischer Alternativansatz zur direkten Bekämpfung von Alabuga der Angriff auf die Lieferkette sei — etwa Pulverfabriken, Chemieunternehmen für Schlüsselkomponenten und VNIIR Progress, das Antennen zur Umgehung ukrainischer elektronischer Kampfmittel produziert.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die beiden ukrainischsprachigen Quellen NV und ZN.UA richten den Fokus auf die Sicherheitsfolgen für die Ukraine. Sie betonen, dass Russland seine Drohnenproduktion als Reaktion auf frühere ukrainische Angriffe zunehmend härte, und sehen Angriffe auf die Lieferkette — etwa Pulverwerke und Komponentenhersteller — als realistischere Option als direkte Treffer auf den gesicherten Alabuga-Komplex.
Hintergrund
Die Sonderwirtschaftszone Alabuga in Tatarstan beherbergt die größte Drohnenproduktionsanlage Russlands. Dort werden Geran-Drohnen montiert, die auf dem iranischen Shahed-Design basieren und gegen die Ukraine eingesetzt werden.