Ukraine setzt ballistische Rakete „Pelikan“ erstmals im Kampf gegen Russland ein
In der Nacht zum 20. September 2026 schlugen ukrainische Streitkräfte nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj unter dem ersten Kampfeinsatz der heimischen ballistischen Rakete „Pelikan“ die Erdölraffinerie Moskau im Stadtteil Kapotnja sowie weitere Ziele in Russland. Der Generalstab meldete zudem Treffer auf ein Buk-M3-Flugabwehrsystem in der Oblast Saporischschja, ein Nebo-U-Radar in der Oblast Donezk und eine Drohnenproduktionsstätte im besetzten Luhansker Gebiet.
Das Wichtigste
- Präsident Selenskyj erklärte, die ukrainischen Streitkräfte hätten beim Angriff auf Russland am 20. September erstmals die ballistische Rakete „Pelikan“ eingesetzt.
- In der Nacht zum 20. September traf die ukrainische Armee die Erdölraffinerie Moskau im Stadtteil Kapotnja; es brach ein Großbrand aus.
- Drei Anlagen der Raffinerie wurden beschädigt: die Primärölverarbeitungseinheit AVT-6, eine komplexe Ölverarbeitungsanlage und eine Isomerisationsanlage.
- Die Kapazität der Moskauer Raffinerie liegt bei rund 12 Millionen Tonnen Öl pro Jahr; die Anlage soll die russische Armee beliefern.
- Am 19. September und in der Nacht zum 20. September trafen ukrainische Streitkräfte ein Buk-M3-Flugabwehrsystem in der Oblast Saporischschja, eine Nebo-U-Radarstation in der Oblast Donezk sowie eine Drohnenproduktionsstätte im besetzten Luhansker Gebiet.
- Zusätzlich kamen Drohnen der Typen FP-1, RZ-100, MICH-2000, Paljanyzja, Vendetta, Ljutyj, Bars, Sitschen sowie Flamingo-Raketen zum Einsatz.
- Militärbeobachter Wassyl Pekhnjo bezweifelte, dass die „Pelikan“ mit ihrer angegebenen Reichweite von etwa 350 km Moskau habe erreichen können.
Warum es wichtig ist
Der Angriff markiert den ersten Kampfeinsatz einer inländisch produzierten ukrainischen ballistischen Rakete und verdeutlicht die wachsende Fähigkeit der Ukraine zu weitreichenden Schlägen gegen Ziele in Russland einschließlich des Großraums Moskau. Die beschädigte Moskauer Raffinerie mit einer Kapazität von rund 12 Millionen Tonnen Öl pro Jahr soll die russische Armee versorgen – ein empfindlicher Treffer für Moskaus Logistik. Parallel dazu wurden mit Buk-M3, Nebo-U und einer Drohnenproduktionsstätte militärisch relevante Ziele der russischen Luftabwehr, Aufklärung und Drohnenversorgung getroffen.
Was geschehen ist
In der Nacht zum 20. September 2026 griffen die ukrainischen Streitkräfte nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj Ziele in Russland an und setzten dabei erstmals die heimische ballistische Rakete „Pelikan“ ein. Hauptziel war die Erdölraffinerie Moskau im Stadtteil Kapotnja, auf deren Gelände ein Großbrand ausbrach. Laut Generalstab der Streitkräfte der Ukraine wurden dort die Primärölverarbeitungseinheit AVT-6, eine komplexe Ölverarbeitungsanlage und eine Isomerisationsanlage beschädigt. Selenskyj sprach zudem von einem weiteren Schlag gegen ein Schlüsselunternehmen der russischen Ölindustrie, eine Logistikeinrichtung in Moskau und der Region Moskau sowie einen Betrieb in der Region Woronesch. Bei dem Einsatz kamen nach seinen Angaben auch Drohnen der Typen FP-1, RZ-100, MICH-2000, Paljanyzja, Vendetta, Ljutyj, Bars, Sitschen sowie Flamingo-Raketen zum Einsatz. Der Generalstab meldete am 19. September und in der Nacht zum 20. September zudem Treffer auf ein Buk-M3-Flugabwehrsystem in der Oblast Saporischschja, eine Nebo-U-Radarstation in der Oblast Donezk und eine Drohnenproduktionsstätte im besetzten Luhansker Gebiet. Der Moskauer Bürgermeister Sergei Sobjanin räumte Schäden an einem Objekt auf dem Raffineriegelände ein, sprach aber von keinen Verletzten.
Wo die Berichte auseinandergehen
Über die Rolle der „Pelikan“ beim Angriff auf Moskau besteht keine Einigkeit: Präsident Selenskyj kündigte ihren ersten Kampfeinsatz beim Angriff auf Russland an, während der Militärexperte Wassyl Pekhnjo bezweifelt, dass die „Pelikan“ Moskau mit ihrer angegebenen Reichweite von etwa 350 km überhaupt erreicht haben kann. Auch beim Ausmaß der Schäden an der Moskauer Erdölraffinerie widersprechen sich die Darstellungen: Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte nennt drei konkrete beschädigte Anlagen (AVT-6, eine komplexe Verarbeitungsanlage und eine Isomerisationsanlage), während der Moskauer Bürgermeister Sergei Sobjanin lediglich von Schäden an einem Objekt auf dem Gelände spricht und keine Verletzten meldet.
Hintergrund
Bereits am 9. August hatte Selenskyj erklärt, der erste Kampfeinsatz einer ukrainischen ballistischen Rakette könne noch in diesem Herbst erfolgen, ein Masseneinsatz sei aber noch nicht im Gespräch. Die Raffinerie in Kapotnja ist nach den vorliegenden Angaben in die Versorgung der russischen Armee eingebunden.