Russland greift Ukraine mit 161 Drohnen an – Luftabwehr meldet 122 Ziele abgeschossen
In der Nacht zum 23. September hat Russland die Ukraine mit 161 Drohnen verschiedener Typen angegriffen, darunter 82 reaktive Shahed-Kampfdrohnen. Nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte wurden bis 08:00 Uhr 119 Drohnen sowie drei Marschflugkörper vom Typ Bandero/Dan-T abgeschossen oder unterdrückt – insgesamt 122 Ziele. Der Angriff war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen, und es wurden Einschläge an 18 Orten registriert.
Das Wichtigste
- 161 Drohnen verschiedener Typen in der Nacht zum 23. September, 82 davon reaktive Shaheds
- Luftabwehr schoss oder unterdrückte bis 08:00 Uhr 119 Drohnen und 3 Bandero/Dan-T-Marschflugkörper (insgesamt 122 Ziele)
- Einschläge an 18 Orten, herabfallende Trümmerteile an 8 Orten registriert
- Startrichtungen: Oryol, Kursk, Primorsko-Akhtarsk, Millerowo, besetztes Donezk und Hvardiiske auf der Krim
- Angriff noch nicht abgeschlossen, Drohnen weiterhin im ukrainischen Luftraum
- Zivile Schäden in Kyjiw (Lager, Tankstellen, Verkehrsbetriebe), Saporischschja (Einkaufszentrum Amstor), Charkiw, Sumy, Cherson
Warum es wichtig ist
Der Angriff umfasste mit 161 Drohnen eine ungewöhnlich große Anzahl sowie einen erheblichen Anteil düsengetriebener Shaheds (82), was auf eine Eskalierung bei Umfang und Leistungsfähigkeit der nächtlichen russischen Angriffe hindeutet. Einschläge wurden an 18 Orten in mehreren Oblasten registriert, mit zivilen Opfern in Kyjiw, Saporischschja, Charkiw, Sumy und Cherson sowie Schäden an Infrastruktur einschließlich eines Einkaufszentrums, von Tankstellen, Lagern und Wohngebieten. Die Zahlen der abgeschossenen Ziele (122) galten ausdrücklich als vorläufig zum Stand 08:00 Uhr, während der Angriff noch andauerte, was darauf hindeutet, dass die endgültige Bilanz höher ausfallen könnte.
Was geschehen ist
In der Nacht zum 23. September – beginnend um 18:00 Uhr am 22. September – hat Russland die Ukraine mit 161 Kampfdrohnen verschiedener Typen angegriffen. 82 davon waren reaktive (düsengetriebene) Shahed-Kampfdrohnen, der Rest setzte sich aus Gerbera-Drohnen, Parodia-Drohnen als Köder und kleinen Marschflugkörpern vom Typ Bandero/Dan-T zusammen. Die Drohnen wurden aus den Richtungen Oryol, Kursk, Primorsko-Akhtarsk und Millerowo in Russland sowie aus dem besetzten Donezk und Hvardiiske auf der Krim gestartet.
Nach Angaben der Luftstreitkräfte der ukrainischen Streitkräfte, die den Angriff über Telegram meldeten, hatte die Luftabwehr bis 08:00 Uhr 119 feindliche Drohnen vom Typ Shahed, Gerbera und andere sowie 3 Bandero/Dan-T-Marschflugkörper abgeschossen oder unterdrückt – insgesamt 122 Ziele. Diese Zahlen sind ausdrücklich vorläufig. Der Angriff dauerte zum Zeitpunkt der Meldung noch an, feindliche Drohnen befanden sich weiterhin im ukrainischen Luftraum.
Einschläge durch russische Luftangriffsmittel wurden an 18 Orten registriert, herabfallende Trümmer abgeschossener Ziele an 8 Orten. An der Abwehr waren Luftstreitkräfte, Flugabwehrraketentruppen, Einheiten für elektronische Kriegsführung und unbemannte Systeme sowie mobile Feuergruppen der Verteidigungskräfte beteiligt.
In Kyjiw trafen reaktive Shaheds nach Angaben von Bürgermeister Vitalij Klitschko Lager im Holosiivskyj-Viertel, zwei Tankstellen und zwei Verkehrsbetriebe an beiden Ufern der Hauptstadt. Im Darnyzkyj-Viertel wurde mindestens eine Person verletzt und auf dem Dach einer Tankstelle brach ein Feuer aus. Im Solomjanskyj-Viertel fielen Trümmer zwischen Wohnhäuser und ein Verkehrsbetrieb geriet in Brand. In der Oblast Kyjiw wurden drei Menschen bei nächtlichen Angriffen verwundet, insgesamt 18 Objekte in vier Rajonen (Butscha, Obuchiw, Fastiw, Wyschhorod) beschädigt.
In Saporischschja schlugen russische Kräfte das Einkaufszentrum Amstor im Pivdennyj-Viertel ein und lösten einen Brand aus; mindestens zwei Menschen wurden verletzt. Im Dorf Kuschuhum in der Oblast Saporischschja tötete ein Drohnenangriff einen Mann, sein Haus und Nachbarhäuser wurden beschädigt. In der Oblast Charkiw griffen die Russen Isjum mit acht Gleitbomben (KAB) an, mindestens 8 Menschen wurden verletzt, private und mehrstöckige Gebäude beschädigt, Teile der Stadt fielen ohne Strom. In Sumy trafen Langstreckenwaffen am Morgen vier Stellen, mindestens eine Person wurde verletzt. In Cherson verwundete ein Drohnenangriff am Morgen einen älteren Mann mit Splittertrauma, einem offenen Schienbeinbruch und Schrapnellwunden. In Odessa griff der Feind nachts zweimal hintereinander Infrastruktur an, ohne dass Menschen verletzt wurden. Im Poltawaer Rajon traf ein Angriff ein Privatunternehmen, ohne Verletzte.
Wo die Berichte auseinandergehen
Artikel 31869 beschreibt die 122 abgeschossenen oder unterdrückten Ziele als Drohnen, während die Artikel 31866, 31899, 31904, 31915 und 31884 die Zahl als 119 Drohnen plus 3 Marschflugkörper vom Typ Banderol/Dan-T aufschlüsseln. Beide Angaben ergeben jedoch 122 Ziele, es besteht kein inhaltlicher Widerspruch zwischen den Quellen zur Gesamtzahl.
Hintergrund
Die eingesetzten Drohnentypen umfassten Shahed-Kampfdrohnen, Gerbera-Drohnen, Parodia-Köderdrohnen und kleine Marschflugkörper vom Typ Banderol/Dan-T, die aus Oryol, Kursk, Primorsko-Akhtarsk und Millerowo in Russland sowie aus dem besetzten Donezk und Hvardiiske auf der Krim gestartet wurden. Der Luftangriff wurde von Luftstreitkräften, Flugabwehrraketentruppen, Einheiten für elektronische Kriegsführung und unbemannte Systeme sowie mobilen Feuergruppen der ukrainischen Verteidigungskräfte abgewehrt.