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Russische Angriffe auf Kyiver Rechenzentren legen TV-Sender und Internetanbieter lahm

Russische Angriffe auf Rechenzentren und Telekommunikationsinfrastruktur in Kiew, darunter ein wiederholter Treffer auf das Cosmonova-Rechenzentrum, haben am 26. September 2026 mehrere ukrainische Fernsehsender und Internetanbieter gestört. Novyny.LIVE, Armia TV und My-Ukraina+ verloren ihr Sendesignal, während Cosmonova ankündigte, seinen Standort dauerhaft stillzulegen.

Das Wichtigste

  • Am Morgen des 26. September 2026 führte Russland einen wiederholten Angriff auf das Cosmonova-Rechenzentrum in Kiew aus, beschädigte das Kernnetz und nahm die Anlage außer Betrieb.
  • Cosmonova gab bekannt, dass das Rechenzentrum DC|COSMONOVA aufgrund des Ausmaßes der Zerstörung nicht weiterbetrieben wird; Kundendaten seien durch geografische Redundanz erhalten und Dienste liefen auf Reserve-Standorten weiter.
  • Die Fernsehsender Novyny.LIVE, Armia TV und My-Ukraina+ verloren am 26. September vorübergehend ihr Sendesignal; ihre digitalen Plattformen und Social-Media-Kanäle blieben weitgehend erreichbar.
  • Der Internetanbieter Kolo.TB wurde am 26. September zum dritten Mal getroffen; Chat, Website und Telefon waren nicht erreichbar, die Wiederherstellung sollte mehrere Stunden dauern.
  • Suspilne ( öffentlich-rechtlicher Rundfunk) meldete, dass Teile der Videoplayer auf der Website sowie die Suspilne Mediateka und BroBaks nach der Beschädigung des Cosmonova-Rechenzentrums vorübergehend nicht verfügbar waren.
  • Nach dem 23. September waren laut Ministerium für digitale Transformation rund 100.000 Haushalte in Kiew und der Region vom Internet abgeschnitten; ISW sieht die Angriffe als Russlands Suche nach „alternativen Siegmechanismen“.
  • Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte am 25. September nach einer Stabsitzung Entscheidungen zum Schutz kritischer Kommunikationsinfrastruktur an.

Warum es wichtig ist

Die Angriffe trafen die zivile Telekommunikations- und Rundfunkinfrastruktur der Ukraine direkt: Ein großes Rechenzentrum wurde dauerhaft außer Betrieb gesetzt, mehrere landesweit empfangbare Fernsehsender verloren ihr Signal, und rund 100.000 Haushalte in Kiew waren ohne Internet. Die US-Denkfabrik ISW wertet die seit Mitte September intensivierten Angriffe als gezielte russische Strategie, nach dem Scheitern der eigenen Offensive nach „alternativen Siegmechanismen“ zu suchen. Präsident Selenskyj reagierte mit einer Stabsitzung und kündigte Maßnahmen zum Schutz kritischer Kommunikationsinfrastruktur an – die Vorfälle wurden damit zur Frage der nationalen Sicherheit.

Was geschehen ist

Am Morgen des 26. September 2026 führte Russland erneute Angriffe auf Rechenzentren und Telekommunikationsinfrastruktur in Kiew. Das Cosmonova-Rechenzentrum im Stadtbezirk Solomjansky (Mykola-Hrinchenko-Straße, Business Park Protasov) wurde nach einem Treffer am 25. September ein zweites Mal getroffen, wobei das Kernnetz zerstört und der Standort außer Betrieb genommen wurde. Cosmonova erklärte, dass DC|COSMONOVA nicht weiterbetrieben werde, alle Kundendaten jedoch durch geografische Redundanz erhalten seien und Dienste auf Reserve-Standorten weiterliefen. Der Internetanbieter Kolo.TB erlitt seinen dritten Treffer und meldete den Ausfall von Chat, Website und Telefon bei einer geschätzten Wiederherstellungszeit von mehreren Stunden. Die Fernsehsender Novyny.LIVE, Armia TV, My-Ukraina+ und Pryamyi verloren vorübergehend ihr Sendesignal; Novyny.LIVE, Armia TV und Kyiv24 wiesen darauf hin, dass ihre Webseiten, Telegram- und YouTube-Kanäle weiterhin erreichbar blieben. Beim öffentlich-rechtlichen Sender Suspilne fielen Teile der Videoplayer sowie die Suspilne Mediateka und BroBaks vorübergehend aus. Diese Vorfälle waren der Höhepunkt einer mehrtägigen Angriffsserie: Am 23. September wurden unter anderem UTELS, Pavutyna und die zentrale Verkehrsaustausch-Station eines Providers getroffen, am 24. September CityHost.UA, MiroHost, KIEVNET, Domonet und FAUST, am 25. September Cosmonova und Datagroup. Bürgermeister Vitalij Klitschko meldete zudem Schäden in vier Kiewer Stadtbezirken durch die Drohnenangriffe der Nacht, darunter einen Brand in Solomjansky mit vier Verletzten.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Quellen benennen Russland klar als Angreifer und stellen die Auswirkungen auf ukrainische TV-Sender, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk Suspilne und große Internetanbieter in den Mittelpunkt. Betroffene Unternehmen betonten die Kontinuität ihrer Dienste – erhaltene Kundendaten, Reserve-Standorte und konkrete Wiederherstellungszeiten. Präsident Selenskyj kündigte nach einer Stabsitzung Schutzmaßnahmen für kritische Kommunikationsinfrastruktur an, Bürgermeister Klitschko bezifferte Schäden in vier Stadtbezirken. Mehrere ukrainische Medien hoben hervor, dass Cosmonovas Standort vollständig zerstört wurde und der Zugang selbst für eigene Spezialisten eingeschränkt war.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Anzahl der russischen Angriffe auf das Cosmonova-Rechenzentrum ist zwischen den Quellen uneinheitlich: Die meisten Berichte sprechen von zwei Treffern (25. und 26. September), eine Quelle erwähnt drei Treffer. Zur Zukunft des Standorts gibt es widersprüchliche Angaben: Cosmonova erklärte, Kundendaten und Dienste seien durch geografische Redundanz und Reserve-Standorte gesichert, während andere Berichte hervorhoben, dass das Rechenzentrum selbst aufgrund des Zerstörungsausmaßes nicht weiterbetrieben werde.

Hintergrund

Das Cosmonova-Rechenzentrum liegt im Business Park Protasov im Kiewer Stadtbezirk Solomjansky an der Mykola-Hrinchenko-Straße. Das ISW stellte in seiner Bewertung vom 25. September fest, dass die russischen Offensivoperationen 2026 ihre gesteckten Ziele nicht erreicht hätten, während die ukrainischen Streitkräfte 2026 operativ und strategisch bedeutsame Erfolge erzielten. Das russische Verteidigungsministerium begründete die Angriffe auf Rechenzentren mit dem Ziel, die Informationsübertragung innerhalb der ukrainischen Streitkräfte zu stören; ukrainische staatliche Stellen fanden laut ISW jedoch keine Hinweise darauf, dass dabei Kommunikationssysteme der Streitkräfte oder staatlicher Institutionen beschädigt wurden.