Russland startet mit Großangriff auf ukrainische Energieinfrastruktur die Winterkampagne 2026–2027
Am 30. September führte Russland einen großangelegten kombinierten Raketen- und Drohnenangriff auf die ukrainische Energieinfrastruktur durch. Das Institute for the Study of War (ISW) bewertet den Angriff als Beginn der russischen Winterkampagne 2026–2027 mit dem Ziel, die Ukraine zur Kapitulation zu zwingen. In mehreren Oblasten wurden Not- und Stundenabschaltungen verhängt.
Das Wichtigste
- Am 30. September griff Russland die ukrainische Energieinfrastruktur mit Raketen und Drohnen an; Präsident Selenskyj erklärte, Hauptziel seien Kiew und die Oblast Kiew gewesen.
- Das Institute for the Study of War (ISW) wertet den Angriff als Beginn der russischen Winterkampagne 2026–2027 zur Untergrabung der ukrainischen Energiesicherheit und Erzwingung einer Kapitulation.
- ISW schätzt, dass Putin eine modifizierte Siegtheorie verfolgt und durch Langstreckenangriffe versucht, die Ukraine vor ernsthaften Friedensverhandlungen mit amerikanischen Partnern zur Aufgabe zu zwingen.
- Laut Ministerpräsident Koretsky waren seit dem Sommer fast täglich Energieanlagen angegriffen worden; der Angriff vom 30. September war der erste kombinierte Großangriff seit dem Ende der letzten Heizperiode.
- DTEK meldete Treffer auf thermischen und Wasserkraftwerken sowie einer Hochspannungsstation; Namen der beschädigten Anlagen wurden aus Sicherheitsgründen nicht genannt.
- Am Abend des 30. September wurden in Kiew und der Oblast Kiew erstmals seit dem Winter Notabschaltungen angewandt; weitere Abschaltungen gab es in den Oblasten Tschernihiw, Schytomyr, Dnipropetrowsk, Donezk, Sumy und Charkiw.
- Ukrenergo kündigte für den 1. Oktober stundenweise Abschaltpläne für Verbraucher in bestimmten Regionen an.
Warum es wichtig ist
Das ISW wertet den Angriff vom 30. September als Beginn einer gezielten russischen Winterkampagne, die darauf abzielt, die ukrainische Energiesicherheit zu brechen und das Land zur Kapitulation zu zwingen. Mit Treffern auf thermische Kraftwerke, Wasserkraftwerke und Hochspannungsstationen sowie der Verhängung von Not- und Stundenabschaltungen in mindestens acht Oblasten steht das Stromnetz vor Beginn der Heizperiode vor einer erneuten landesweiten Bedrohung. Der Angriff wird zudem als Versuch gewertet, die ukrainische Moral zu untergraben und substanziellen Friedensverhandlungen mit amerikanischen Partnern zuvorzukommen.
Was geschehen ist
In der Nacht zum 30. September führte Russland einen massiven kombinierten Angriff mit Raketen und Drohnen auf die ukrainische Energieinfrastruktur durch. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, das Hauptziel seien Kiew und die Oblast Kiew gewesen. Ministerpräsident Serhij Korezkyj teilte mit, dass seit dem Sommer nahezu täglich Energieanlagen angegriffen worden seien und der Angriff vom 30. September der erste kombinierte Großangriff seit dem Ende der vorherigen Heizperiode gewesen sei. Nach Angaben des Energieversorgers DTEK trafen die Angriffe thermische Kraftwerke, Wasserkraftwerke und eine Hochspannungsstation; die Namen der beschädigten Anlagen wurden aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht. Am Abend des 30. September wurden in Kiew und der Oblast Kiew erstmals seit dem Winter Notabschaltungen verhängt; weitere Abschaltungen gab es in den Oblasten Tschernihiw, Schytomyr, Dnipropetrowsk, Donezk, Sumy und Charkiw. Der ukrainische Netzbetreiber Ukrenergo kündigte für den 1. Oktober stundenweise Abschaltpläne für Verbraucher in bestimmten Regionen an. Das Institute for the Study of War (ISW) bewertet den Angriff als Beginn der russischen Winterkampagne 2026–2027.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung rahmt den Angriff um die ISW-Einschätzung, dass er eine gezielte Winterkampagne zur Erzwingung einer ukrainischen Kapitulation einleitet, und betont die strategische Bedrohung vor Beginn der Heizperiode. Im Mittelpunkt stehen Aussagen von Präsident Selenskyj und Ministerpräsident Korezkyj zur Zielauswahl in Kiew und der Oblast Kiew sowie zur Einführung stündlicher und außerordentlicher Abschaltpläne.
Hintergrund
Nach Einschätzung des ISW könnten die ukrainischen Erfolge auf dem Schlachtfeld im Jahr 2026 Putin dazu veranlasst haben, seine Siegtheorie anzupassen und auf Langstreckenangriffe auf ukrainische Städte zu setzen. Laut Ministerpräsident Korezkyj waren russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur seit dem Sommer nahezu ununterbrochen, doch handelte es sich beim Angriff vom 30. September um den ersten kombinierten Großangriff seit dem Ende der vorherigen Heizperiode.