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ISW: Russland hat seit März 2026 netto fast 300 Quadratkilometer verloren

Das Institute for the Study of War (ISW) beziffert den Nettoverlust Russlands an Territorium zwischen März und September 2026 auf fast 300 Quadratkilometer. Allein im September 2026 eroberten russische Truppen 175,54 km², verloren jedoch 256,35 km² — ein Nettoverlust von 80,81 km². Gleichzeitig verzeichnete Russland im September über 46.000 Tote und Verwundete, den höchsten Monatswert des Jahres.

Das Wichtigste

  • ISW: Russland verlor von März bis September 2026 netto fast 300 km² Territorium.
  • September 2026: 175,54 km² erobert, 256,35 km² verloren — Nettoverlust 80,81 km² (im Schnitt minus 2,69 km² pro Tag).
  • Russische Gesamtbilanz seit März 2026: minus 293,59 km² bei lediglich 174,44 km² Nettozuwachs.
  • Im September 2026 über 46.000 russische Tote und Verwundete — höchster Monatswert 2026.
  • Die ukrainische Gegenoffensive „Vivaldi" bei Lyman trug im September mindestens 147 km² befreites Gebiet bei.
  • Kommandeur Andrij Biletsky bezifferte die seit Beginn von „Vivaldi" befreite Fläche am 28. September auf 176 km².
  • Frühere Offensive der Luftsturmtruppen am Oleksandriwsk-Abschnitt (29. Januar bis August 2026): 745 km² befreit, 26 Dörfer zurückgewonnen.

Warum es wichtig ist

Die ISW-Einschätzung zeigt, dass der russische Vorstoß ins Stocken geraten ist: Die monatlichen Nettogewinne sind seit März 2026 negativ. Der September 2026 war für Russland der verlustreichste Monat des Jahres, ohne dass territoriale Fortschritte erzielt wurden. Die ukrainische Gegenoffensive „Vivaldi" bei Lyman trägt wesentlich zu diesen Verlusten bei und hat nach ISW-Einschätzung die Versuche, den ukrainischen „Festungsgürtel" einzukesseln, gestört. Künftige Operationen dieses Stils dürften es zugleich schwieriger machen, das volle Ausmaß russischer Verluste zuverlässig zu beziffern.

Was geschehen ist

Das Institute for the Study of War (ISW) hat in seinem Bericht für September 2026 festgestellt, dass die russischen Streitkräfte im September 175,54 km² eroberten, aber 256,35 km² verloren — ein Nettoverlust von 80,81 km², also im Durchschnitt minus 2,69 km² pro Tag. Über den gesamten Zeitraum von März bis September 2026 ergibt sich daraus ein Nettoverlust Russlands von fast 300 km². Konkret verlor Russland seit März 2026 netto 293,59 km² bei einem Bruttozuwachs von lediglich 174,44 km². Die russischen Tempo bei Geländegewinnen hat sich laut ISW seit März 2026 deutlich verlangsamt und blieb seither niedrig oder negativ.

Parallel dazu verzeichnete Russland im September 2026 nach ISW-Angaben über 46.000 Tote und Verwundete — der höchste Monatswert des Jahres 2026 — und erzielte im besten Fall keine nennenswerten Geländegewinne. Einen wesentlichen Anteil an den russischen Verlusten hatte die ukrainische Gegenoffensive „Vivaldi" bei Lyman in der Oblast Donezk, die am 15. September vom Kommandeur des 3. Armeekorps, Andrij Biletskyj, erstmals öffentlich bestätigt wurde. Nach seinen Angaben vom 28. September befreiten die ukrainischen Streitkräfte im Rahmen dieser Operation 176 km²; im September entfielen davon mindestens 147 km² auf das Gebiet um Lyman. ISW bewertete „Vivaldi" in seinem Bericht vom 16. September als operativ bedeutsam, da sie Versuche zur Einkesselung des ukrainischen „Festungsgürtels" durchkreuzte. Hinzu kommt eine frühere Offensive der Luftsturmtruppen am Oleksandriwsk-Abschnitt vom 29. Januar bis August 2026, bei der 745 km² befreit und 26 Dörfer in den Oblasten Dnipropetrowsk, Donezk und Saporischschja unter ukrainische Kontrolle zurückgebracht wurden.

Präsident Wolodymyr Selenskyj bezifferte am 22. Mai die seit Jahresbeginn befreite Fläche auf 590 km² und sagte am 23. September gegenüber The Wall Street Journal, die Russen hätten 2026 rund 890 km² besetzt, während die ukrainischen Streitkräfte rund 800 km² deokkupiert hätten. Der Militärexperte Oleksandr Kowalenko sprach am 30. September von rund 1.000 km² befreitem Gebiet im Jahr 2026.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Beide vorliegenden Quellen sind ukrainische Medien, die den ISW-Befund zu den negativen russischen Nettogewinnen hervorheben und den September 2026 als besonders verlustreich für Russland darstellen. Im Mittelpunkt stehen ukrainische operative Erfolge — insbesondere die Gegenoffensive „Vivaldi" bei Lyman und die frühere Operation der Luftsturmtruppen am Oleksandriwsk-Abschnitt —, die als Treiber der russischen Gebietsverluste präsentiert werden. Zudem greifen die Beiträge ukrainische Aussagen (Selenskyj, Biletskyj, Kowalenko) zur Quantifizierung befreiter Gebiete sowie die hohen russischen Personalverluste auf.

Wo die Berichte auseinandergehen

Das russische Verteidigungsministerium behauptet die Kontrolle über Ridkodub, Jampil, Nowomychajliwka und Nowe nördlich von Lyman in der Oblast Donezk. Es liegen jedoch keine objektiven Kontrolldaten vor, die diese Meldungen bestätigen könnten.

Hintergrund

Die Operation „Vivaldi" im Norden der Oblast Donezk wurde am 15. September vom Kommandeur des 3. Armeekorps, Andrij Biletskyj, erstmals öffentlich bestätigt und lief bereits mehrere Monate, bevor Einzelheiten bekannt wurden. Bis zum 28. September bezifferte Biletskyj die im Rahmen von „Vivaldi" befreite Fläche auf 176 km². Eine frühere Offensive der Luftsturmtruppen am Oleksandriwsk-Abschnitt vom 29. Januar bis August 2026 befreite 745 km² und brachte 26 Dörfer in den Oblasten Dnipropetrowsk, Donezk und Saporischschja unter ukrainische Kontrolle. Am 30. September erklärte der Militärexperte Oleksandr Kowalenko, die Streitkräfte hätten 2026 rund 1.000 km² befreit; Präsident Selenskyj nannte am 22. Mai 590 km² seit Jahresbeginn und sagte am 23. September gegenüber The Wall Street Journal, die Russen hätten rund 890 km² besetzt, während die ukrainischen Streitkräfte rund 800 km² deokkupiert hätten. Russlands bestehendes Rekrutierungssystem rekrutiert nach wie vor weniger Soldaten, als zur Auffüllung der Verluste nötig wären.