Ereignis: 25. September · Veröffentlicht am

Selenskyj meldet positive Dynamik auf Lyman-Richtung – laufende Operation „Vivaldi"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einem Online-Gespräch mit Journalisten eine positive Entwicklung auf der Lyman-Richtung in der Oblast Donezk bestätigt. Die Offensive wird vom 3. Armeekorps unter Andrij Biletsky geführt und trägt den Codenamen „Vivaldi". Selenskyj betonte, er wolle sich „sehr vorsichtig" äußern, solange die Operation andauert, und gab das nächste strategische Ziel nicht bekannt.

Das Wichtigste

  • Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach am 25. September in einem Online-Gespräch mit Journalisten über „positive" Fortschritte auf der Lyman-Richtung.
  • Die ukrainische Gegenoffensive in der nördlichen Oblast Donezk trägt den Codenamen „Vivaldi" und wird vom 3. Armeekorps unter Kommandeur Andrij Biletsky geführt.
  • Am 20. September bestätigte Biletsky die Befreiung der Dörfer Schandryholowe, Derylowe sowie die vollständige Kontrolle über Drobyschewe.
  • Insgesamt wurden nach Angaben des 3. Armeekorps 125 Quadratkilometer ukrainisches Territorium in zwei Phasen der Operation befreit.
  • Nach Verlusten wurde die russische Elite-Drohneneinheit „Rubicon" laut 3. Armeekorps am 18. September von der Richtung Lyman-Borowa abgezogen.
  • Das Institute for the Study of War (ISW) bewertete am 16. September, dass „Vivaldi" die russischen Versuche gestört habe, die ukrainische „Festungsgürtel"-Linie im Donbass einzukesseln.
  • Selenskyj dankte den ukrainischen Verteidigern und kündigte an, sich bis zum Abschluss der Operation zurückhaltend zu äußern.

Warum es wichtig ist

Selenskyjs zurückhaltende, aber positive Formulierung signalisiert einen andauernden ukrainischen Vormarsch auf einem umkämpften Abschnitt in der Oblast Donezk. Nach Einschätzung des Institute for the Study of War hat die Operation „Vivaldi" russische Pläne zur Einkesselung ukrainischer Stellungen im Donbass bereits empfindlich gestört. Der gemeldete Abzug der russischen Elite-Drohneneinheit Rubicon verweist zudem auf erhebliche russische Verluste bei einer Spezialfähigkeit auf dieser Achse.

Was geschehen ist

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am 25. September in einem Online-Gespräch mit Journalisten, dass es auf der Lyman-Richtung in der Oblast Donezk „positive" Entwicklungen gebe. Er werde sich jedoch „sehr vorsichtig" äußern, solange die Operation andauere, und das nächste strategische Ziel nicht offenlegen. Selenskyj dankte den ukrainischen Soldaten für ihre Leistungen in diesem Frontabschnitt. Bei der laufenden Offensive handelt es sich um die vom 3. Armeekorps unter Andrij Biletsky geführte Operation „Vivaldi". Am 20. September hatte Biletsky die Befreiung der Dörfer Schandryholowe und Derylowe sowie die vollständige Kontrolle über Drobyschewe bestätigt – insgesamt 40 zusätzliche Quadratkilometer. In der ersten Phase hatte das 3. Armeekorps bereits 75 Quadratkilometer geräumt und weitere 10 Quadratkilometer deokkupiert, sodass laut Korpsangaben in zwei Phasen zusammen 125 Quadratkilometer ukrainisches Territorium befreit wurden. Am 18. September meldete das 3. Armeekorps, dass die russische Elite-Drohneneinheit „Rubicon" wegen hoher Verluste von der Lyman-Borowa-Richtung abgezogen worden sei. Am 16. September hatte das Institute for the Study of War festgestellt, dass „Vivaldi" das operative Ziel erreicht habe, russische Versuche zur großflächigen Einkesselung der ukrainischen „Festungsgürtel"-Städte im Donbass zu durchkreuzen.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die einzige nicht-ukrainische Einordnung im Material stammt vom in den USA ansässigen Institute for the Study of War (ISW), das die Operation „Vivaldi" am 16. September als operativ bedeutsamen Erfolg bewertete: Sie habe russische Versuche gestört, die ukrainische „Festungsgürtel"-Linie im Donbass einzukesseln. Die fünf übrigen Quellen sind ukrainisch.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Angaben zu russischen Personalverlusten auf der Lyman-Richtung unterscheiden sich je nach Operationsphase: Die ukrainischen Verteidigungskräfte bezifferten die Verluste in der Anfangsphase auf rund 1.500 Soldaten, während das 3. Armeekorps später von insgesamt 3.000 Soldaten sprach.

Hintergrund

Am 26. August hatte Präsident Selenskyj angekündigt, dass die ukrainischen Stellungen in der Oblast Donezk durch zwei neu formierte Truppenverbände unter Denys Prokopenko und Andrij Biletsky verstärkt würden. Am 15. September gaben die Streitkräfte der Ukraine ihre erste offizielle Erklärung zu Kampfhandlungen im Raum Lyman in der nördlichen Oblast Donezk ab, die Biletsky öffentlich bestätigte. Am 16. Januar bewertete das ISW die Wirkung der Operation, am 18. September meldete das 3. Armeekorps den Abzug der russischen Drohneneinheit Rubicon.