Kravchenko und Reiche beraten in Kiew über Kriegsrisikoversicherung und „Industrielles Ramstein“
Der ukrainische Wirtschafts- und Umweltminister Oleksandr Kravchenko traf am 4. Oktober 2026 in Kiew mit der deutschen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zusammen. Im Mittelpunkt standen ein neues Kriegsrisikoversicherungsmodell mit Auszahlungen bis zu 10 Millionen US-Dollar sowie die gemeinsame Initiative „Industrielles Ramstein“, für die Deutschland 30 Millionen Euro Startfinanzierung bereitstellt.
Das Wichtigste
- Treffen am 4. Oktober 2026 in Kiew zwischen Wirtschaftsminister Oleksandr Kravchenko und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche
- Zwei Schwerpunkte: neues Kriegsrisikoversicherungsmodell und Ausbau der Initiative „Industrielles Ramstein“
- Ausgearbeitetes Versicherungsmodell sieht Auszahlungen an betroffene Unternehmen von bis zu 10 Mio. US-Dollar vor
- „Industrielles Ramstein“ wurde im April 2026 von Ukraine und Deutschland gestartet
- Deutschland stellt 30 Mio. Euro Startfinanzierung für die Initiative bereit
- Ukraine strebt Unterstützung der G7 an, auch durch deutschen Beitrag zu einem Sonderfonds für gezielte Finanzierung
- Reiche verknüpfte Fortschritte beim EU-Beitritt mit messbaren Ergebnissen bei der Korruptionsbekämpfung
Was geschehen ist
Am 4. Oktober 2026 kam der ukrainische Minister für Wirtschaft und Umwelt, Oleksandr Kravchenko, in Kiew mit der deutschen Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, zusammen. Beide Seiten konzentrierten sich auf zwei Themenblöcke: ein überarbeitetes Modell der Kriegsrisikoversicherung, das Auszahlungen an betroffene Unternehmen von bis zu 10 Millionen US-Dollar vorsieht, sowie den Ausbau der im April 2026 gestarteten gemeinsamen Initiative „Industrielles Ramstein“. Für deren praktischen Start leitet Deutschland 30 Millionen Euro Startfinanzierung; die Initiative soll ukrainischen Unternehmen Zugang zu moderner Industrieausrüstung und Finanzierungsinstrumenten für Wiederaufbau und Modernisierung der Produktion verschaffen. Kravchenko erläuterte, die 10-Millionen-Schwelle sei die erste Schadensstufe, die der Staat abdecke, und verwies auf die G7 als gewünschte Unterstützer des Modells, einschließlich eines deutschen Beitrags zu einem Sonderfonds für gezielte Finanzierung. Die Gespräche umfassten zudem die Bedürfnisse ukrainischer Betriebe angesichts der Angriffe auf Produktions- und Logistikinfrastruktur, den Übergang von Nothilfe zu systematischer Modernisierung sowie eine engere Anbindung ukrainischer Industrie an europäische Produktionsketten. Die Ukraine schlug vertiefte Direktpartnerschaften mit deutschen Bundesländern und deren Industrieclustern vor und erörterte gemeinsame Ventures, Produktionslokalisierung, gemeinsame F&E-Projekte sowie den Marktzugang für private Versicherer und Rückversicherer. Die Minister erörterten zudem nächste Schritte für die Pilotphase des Programms und dessen spätere Skalierung.
Hintergrund
Die Initiative „Industrielles Ramstein“ wurde im April 2026 von der Ukraine und Deutschland gemeinsam ins Leben gerufen. Am 1. Oktober 2026 kamen EU- und ukrainische Vertreter bei einem gemeinsamen Treffen zu dem Schluss, dass die Ukraine 2026 keinen zusätzlichen internationalen Finanzierungsbedarf hat. Am 2. Oktober 2026 zahlte die Europäische Kommission im Rahmen der Ukraine-Fazilität eine weitere Tranche von 2,9 Milliarden Euro aus, die teilweise durch ein Unterstützungsdarlehen über 90 Milliarden Euro gesichert ist.