EU widerspricht Trumps Behauptung über russische Energie-Zahlungen
Eine Quelle der EU hat der European Pravda mitgeteilt, dass die EU-Staaten zwischen März 2022 und Juli 2026 rund 197 Milliarden Euro (etwa 209 Milliarden US-Dollar) für fossile Brennstoffe aus Russland gezahlt haben. Die Zahl widerspricht der Behauptung von US-Präsident Donald Trump, die EU habe Russland 250 Milliarden Dollar für Energieträger bezahlt. Parallel hatte Trump am 9. Oktober eine Vereinbarung mit Wladimir Putin über russische Dieselexporte angekündigt, die der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj als „unfair und unehrlich“ kritisierte.
Das Wichtigste
- EU-Staaten zahlten zwischen März 2022 und Juli 2026 rund 197 Milliarden Euro (etwa 209 Milliarden US-Dollar) für russische fossile Brennstoffe.
- Trump hatte in den sozialen Medien angegeben, die EU habe Russland 250 Milliarden Dollar für Energieträger bezahlt.
- Die EU-Zahl von rund 209 Milliarden Dollar basiert auf offiziellen EU-Statistikdaten, wie eine EU-Quelle gegenüber European Pravda erklärte.
- Am 9. Oktober erklärte Trump, er habe mit Putin eine Vereinbarung über russische Diesellieferungen an US- und Weltmärkte getroffen.
- Selenskyj bezeichnete Trumps Entscheidung, Sanktionen einseitig aufzuheben und russische Dieselexporte zuzulassen, als „unfair und unehrlich“.
- 2023 machten russische Lieferungen nur noch etwa 6 % der fossilen Brennstoffausgaben der EU aus.
Warum es wichtig ist
Die EU-Zahl liefert eine konkrete, offiziell belegte Gegenrechnung zu einer öffentlichen Behauptung des US-Präsidenten über europäische Energiezahlungen an Russland. Die Diskrepanz ist politisch bedeutsam, weil sie das Bild der EU als Finanzier Russlands infrage stellt, das Trump wiederholt zeichnet. Zugleich fällt die Zahl in eine Phase, in der die Trump-Regierung eine Vereinbarung mit Moskau über russische Dieselexporte verfolgt, die in Kiew und in europäischen Hauptstädten auf Kritik stößt. Schließlich zeigt der stark gesunkene Anteil russischer Lieferungen an den fossilen Brennstoffausgaben der EU, wie weit die europäische Energieentflechtung seit 2022 bereits fortgeschritten ist.
Was geschehen ist
Eine EU-Quelle erklärte gegenüber European Pravda in Brüssel, die EU-Staaten hätten zwischen März 2022 und Juli 2026 etwa 197 Milliarden Euro (rund 209 Milliarden US-Dollar) für russische fossile Brennstoffe bezahlt. Die Zahl stützt sich laut der Quelle auf offizielle EU-Statistikdaten. US-Präsident Donald Trump hatte in einem Beitrag in den sozialen Medien behauptet, die EU habe Russland 250 Milliarden Dollar für Energieträger bezahlt – die EU-Quelle widerspricht damit dieser Größenordnung. Wenige Tage zuvor, am 9. Oktober, hatte Trump zudem erklärt, er habe mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eine Vereinbarung über russische Diesellieferungen an US- und Weltmärkte erzielt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte diese Entscheidung als „unfair und unehrlich“. Die Vereinbarung sorgte in Kiew und in europäischen Hauptstädten für Empörung.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Medien nutzen die EU-Zahl als direkten Gegenbeleg zu dessen Behauptung über die russischen Zahlungen. Die Berichte verbinden die Energie-Zahl mit Selenskyjs Kritik an Trumps Diesel-Vereinbarung mit Putin und stellen beides als Belege für eine US-Politikwende zugunsten Russlands dar.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die zentrale Diskrepanz besteht zwischen den EU-Statistikdaten, die laut einer EU-Qelle gegenüber European Pravda rund 209 Milliarden Dollar ausweisen, und Trumps öffentlicher Behauptung von 250 Milliarden Dollar. Die ukrainischen Quellen präsentieren die EU-Zahl als amtliche Widerlegung der Trump-Aussage.
Hintergrund
EU-Institutionen schätzen, dass ohne den REPowerEU-Plan zur schrittweisen Loslösung von russischer Energie die gesamten EU-Zahlungen an Russland für fossile Brennstoffe im fraglichen Zeitraum rund 475 Milliarden Euro hätten erreichen können. Eine EU-Qelle berechnete, dass die Verringerung der Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen die EU vor Mehrkosten von etwa 278 Milliarden Euro bewahrt hat.