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Miami-Gespräche: US-Dieseldeal mit Putin durchkreuzt Verhandlungen über Sicherheitsgarantien für die Ukraine

Bei Gesprächen am 9. Oktober in Miami boten die USA der Ukraine erweiterte Sicherheitsgarantien für die Zeit nach dem Krieg an – verbunden mit der Erwartung, dass Kyiw die aktuell von Russland besetzten Gebiete abtritt. Noch am selben Tag kündigte US-Präsident Donald Trump eine Vereinbarung mit dem russischen Diktator Wladimir Putin über die Aufhebung von Sanktionen gegen russische Dieselimporte an. Laut The Telegraph und einem anwesenden EU-Vertreter habe dieser Schritt die Verhandlungen abrupt gestoppt und die zuvor als vielversprechend eingeschätzten Gespräche zerschlagen.

Das Wichtigste

  • Am 9. Oktober fanden in Miami Gespräche zwischen Vertretern der USA, der Ukraine, europäischer Staaten und der NATO zu Wegen der Deeskalation und einer Beendigung des Krieges vor Winterbeginn statt.
  • Die USA boten der Ukraine erweiterte Sicherheitsgarantien für die Zeit nach dem Krieg an; US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner deuteten dies in Miami an.
  • Im Gegenzug wurde Kyiw angeboten, die derzeit von Russland besetzten Gebiete unter russischer Kontrolle zu belassen.
  • Einer Telegraph-Quelle zufolge war die ukrainische Seite mit dem neuen Vorschlag zu Sicherheitsgarantien zufrieden, bevor die Nachricht über den Dieseldeal bekannt wurde.
  • Am selben Tag kündigte Trump eine Einigung mit dem russischen Diktator Putin über die Lieferung von Hunderttausenden Tonnen russischen Dieselkraftstoffs auf den Weltmarkt und die Aufhebung entsprechender US-Sanktionen an.
  • Ein anwesender EU-Vertreter bezeichnete den Dieseldeal als „Schock“ für die Verhandlungsteilnehmer; die Gespräche über Sicherheitsgarantien wurden dadurch aus der Spur gebracht.
  • The Washington Post berichtete am 12. Oktober, die USA planten ein breiteres Paket zur Nachkriegsordnung mit Wiederaufbau, Sicherheitsgarantien, Waffenruhe an der Front und Energievereinbarungen.

Warum es wichtig ist

Der Vorfall zeigt, wie ein einseitiges US-Energieabkommen mit Russland laufende Verhandlungen über eine Kriegsbeendigung in der Ukraine unmittelbar durchkreuzen kann. Er verdeutlicht zudem, dass die USA bereit waren, der Ukraine über frühere Vorschläge hinausgehende Nachkriegs-Sicherheitsgarantien anzubieten – allerdings offenbar verknüpft mit der Erwartung territorialer Zugeständnisse. Das Scheitern der Gespräche entzieht den Bemühungen, den Krieg noch vor dem Winter zu beenden, weiteren Schwung, und wirft die Frage auf, wie kohärent die US-Politik gegenüber Russland und der Ukraine ist, wenn sie über unterschiedliche Kanäle zugleich verfolgt wird.

Was geschehen ist

Am 9. Oktober 2026 kamen in Miami Vertreter der USA, der Ukraine, europäischer Staaten und der NATO zusammen, um über mögliche Wege zur Deeskalation und zur Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine vor Winterbeginn zu sprechen. Bei den Gesprächen bot die US-Seite erweiterte Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach dem Krieg an, angedeutet von den Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner. Diese Garantien gingen laut The Telegraph über frühere Trump-Vorschläge hinaus, die den Einsatz amerikanischer Flugzeuge zur Luftraumüberwachung und die Bereitstellung von Satellitenaufklärung zur Abschreckung weiterer russischer Aggression umfasst hatten. Im Rahmen der Diskussion wurde Kyiw zudem angeboten, die derzeit von Russland besetzten Gebiete unter russischer Kontrolle zu belassen; nach Einschätzung ukrainischer und europäischer Teilnehmer sollten die erweiterten Garantien Präsident Wolodymyr Selenskyj faktisch dazu verpflichten, territoriale Zugeständnisse zu machen. Laut einer Telegraph-Quelle war die ukrainische Delegation mit dem neuen Garantievorschlag zufrieden, bevor am selben Tag eine andere Mitteilung die Gespräche durchkreuzte: US-Präsident Donald Trump kündigte eine Einigung mit dem russischen Diktator Wladimir Putin über die Lieferung von Hunderttausenden Tonnen russischen Dieselkraftstoffs auf den Weltmarkt an, verbunden mit der Aufhebung entsprechender US-Sanktionen. Ein anwesender hochrangiger EU-Vertreter sagte The Telegraph, diese Nachricht habe die Verhandlungsteilnehmer „geschockt“; die Hoffnungen, die der Sicherheitsgarantienvorschlag geweckt hatte, seien durch den Dieseldeal zunichtegemacht worden. The Telegraph veröffentlichte den Bericht über den Ablauf am 13. Oktober; am 12. Oktober hatte bereits The Washington Post berichtet, die USA bereiteten ein breiteres Paket von Nachkriegsinitiativen vor, darunter Wiederaufbau, Sicherheitsgarantien, eine Waffenruhe entlang der Frontlinie und Energievereinbarungen.

Hintergrund

Am 12. Oktober berichtete The Washington Post, die USA arbeiteten an einem umfassenderen Paket zur Regelung der Nachkriegsordnung, das den Wiederaufbau der Ukraine, Sicherheitsgarantien, eine Waffenruhe entlang der Frontlinie und Energievereinbarungen umfassen solle. Frühere Trump-Vorschläge hatten laut Berichten den Einsatz amerikanischer Flugzeuge zur Luftraumüberwachung über der Ukraine sowie die Bereitstellung von Satellitenaufklärung vorgesehen, um weitere russische Aggression abzuschrecken. Das Miami-Treffen selbst vereinte Vertreter der USA, der Ukraine, europäischer Staaten und der NATO und beinhaltete Überlegungen zu Fragen des Territoriums, des Wegs der Ukraine in die EU und zu weiteren Sicherheitsgarantien.