„Koalition der Willigen“ hält im November Militärmanöver in Polen ab
Im November führen die Staaten der „Koalition der Willigen“ in Polen Militärübungen durch. Dabei soll der Einsatz europäischer Truppen in der Ukraine für den Fall eines Waffenstillstands oder Friedensabkommens mit Russland geprobt werden. An den Übungen sind unter anderem Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Polen beteiligt, mindestens 1.500 Soldatinnen und Soldaten aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland werden erwartet.
Das Wichtigste
- Die „Koalition der Willigen“ führt im November Militärmanöver in Polen durch.
- Geübt wird der Einsatz europäischer Truppen in der Ukraine für den Fall eines Waffenstillstands oder Friedensschlusses mit Russland.
- Teilnehmen werden Streitkräfte aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland; nach Angaben von The Times sind es mindestens 1.500.
- Auch die polnischen Streitkräfte beteiligen sich an den Übungen.
- Britisches Verteidigungsminister Wes Streeting kündigte die Übungen am 15. Oktober nach einem Treffen mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth im Pentagon an.
- Geübt werden Truppenverlegungen und Logistik – darunter die Versorgung mit Lebensmitteln und Treibstoff – im Rahmen eines multinationalen Friedenseinsatzes.
- Die Übungen waren beim Pariser Gipfel im Juli vereinbart und vom polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk angekündigt worden.
Warum es wichtig ist
Die Manöver sind die ersten ihrer Art, die ausdrücklich auf eine europäische Truppenpräsenz in der Ukraine nach einem Kriegsende abzielen. Sie markieren einen Schritt weg von politischen Absichtserklärungen hin zu operativer Vorbereitung: Truppenbewegungen, Logistik und Versorgungslinien werden eingeübt, noch bevor ein Friedensabkommen steht. Zugleich finden die Übungen vor dem Hintergrund schrumpfender Truppenstärken und des Austritts mindestens eines Mitgliedstaates aus der Koalition statt.
Was geschehen ist
Die „Koalition der Willigen“ – ein informeller Zusammenschluss europäischer Staaten unter Führung Frankreichs und Großbritanniens – veranstaltet im November Militärübungen in Polen. Das Manöver dient dazu, den Einsatz europäischer Truppen in der Ukraine für den Fall eines Waffenstillstands oder Friedensabkommens mit Russland zu proben. Beteiligt sind Streitkräfte aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Polen; nach Angaben der britischen Zeitung The Times nehmen mindestens 1.500 britische, französische und deutsche Militärangehörige teil. Geübt werden Truppenverlegungen und logistische Abläufe einschließlich der Versorgung mit Lebensmitteln und Treibstoff. Die Übungen waren beim Pariser Gipfel im Juli vereinbart und vom polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk angekündigt worden. Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting bestätigte die Manöver am 15. Oktober 2026 nach einem Treffen mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth im Pentagon. Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums soll ein Szenario geprobt werden, in dem „multinationale Streitkräfte gemeinsam in einem bestimmten Gebiet operieren“; ein hochrangiger polnischer Vertreter erklärte, die Übungen sollten die Einigkeit der führenden europäischen Militärstaaten gegenüber der Bedrohung durch Russland demonstrieren.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen sind sich über die genaue Teilnehmerzahl der Übungen uneinheitlich. The Times sowie mehrere ukrainische Medien berichten von mindestens 1.500 britischen, französischen und deutschen Soldatinnen und Soldaten plus polnischen Streitkräften. Verteidigungsminister Wes Streeting sprach dagegen von „tausenden Soldatinnen und Soldaten“ aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Polen. Zusätzlich unterscheiden sich die Angaben zur geplanten Größe eines möglichen künftigen Truppenkontingents nach einem Friedensschluss: frühere Aussagen des damaligen britischen Premierministers Keir Starmer nannten „über 10.000“ westliche Soldatinnen und Soldaten, andere Berichte sprachen von bis zu 15.000 britischen und französischen Kräften, und The Times hatte zunächst ein 30.000 Soldatinnen und Soldaten umfassendes Kontingent Großbritanniens erwähnt, das Berichten zufolge wegen Risikobedenken europäischer Partner verworfen wurde.
Hintergrund
Die „Koalition der Willigen“ (auch „Koalition der Entschlossenen“) wurde im März des Vorjahres zum Schutz und zur Garantie des Friedens in der Ukraine gegründet; eines der vorgeschlagenen Sicherheitsgarantien nach dem Krieg ist die Stationierung eines Militärkontingents auf ukrainischem Territorium. Im Januar hatten der damalige britische Premierminister Keir Starmer, der französische Präsident Emmanuel Macron und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Absichtserklärung zur Entsendung von Truppen in die Ukraine im Fall eines Friedensabkommens unterzeichnet. Am 14. Juli kündigte Bulgarien seinen Rückzug aus der Koalition an. Die Manöver selbst waren beim Pariser Gipfel im Juli vereinbart und vom polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk angekündigt worden.