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USA laden sieben NATO-Staaten zu Beratung über Zukunft des Bündnisses nach Polen ein

Die Vereinigten Staaten haben Vertreter der Verteidigungsministerien von sieben NATO-Staaten – die sogenannte Bergen-Gruppe – zu einem Treffen in Polen einberufen, um über die Zukunft des Bündnisses zu sprechen. Großbritannien, Frankreich und die baltischen Staaten wurden nicht eingeladen, was bereits Kontroversen ausgelöst hat.

Das Wichtigste

  • Treffen der sogenannten Bergen-Gruppe in Polen in den kommenden Wochen unter US-Federführung
  • Teilnehmer: USA, Deutschland, Norwegen, Schweden, Finnland, Niederlande und Polen
  • Nicht eingeladen: Großbritannien, Frankreich und die baltischen Staaten
  • Koordination auf US-Seite durch Pentagon-Vize Elbridge Colby
  • Hauptrolle: stellvertretende Verteidigungsminister mit Zuständigkeit für Verteidigungspolitik
  • Laut Politico hat die Trump-Administration eine Liste „gehorsamer und ungehorsamer" NATO-Verbündeter erstellt
  • US-Verteidigungsministerium bereitet bis 6. November eine Überprüfung der US-Militärpräsenz in Europa vor

Warum es wichtig ist

Das Treffen spiegelt den Versuch Washingtons wider, die internen Dynamiken der NATO umzugestalten und bestimmte Verbündete gegenüber anderen zu bevorzugen. Der Ausschluss Großbritanniens, Frankreichs und der baltischen Staaten von einer Beratung über die Zukunft des Bündnisses ist diplomatisch bedeutsam und hat bereits Kontroversen ausgelöst. Der kleinere Rahmen soll Vorschläge erarbeiten, die später dem gesamten Bündnis vorgelegt werden könnten – was den sieben Teilnehmern überproportionalen Einfluss auf die Richtung der NATO verleiht. Das Ganze fällt mit einer US-Überprüfung der Militärpräsenz in Europa und mit Berichten zusammen, wonach die Trump-Administration Verbündete in „gehorsam" und „ungehorsam" einteilt.

Was geschehen ist

In Polen soll in den kommenden Wochen ein Treffen von Vertretern der Verteidigungsministerien sieben NATO-Staaten stattfinden, das unter US-Federführung die Zukunft des Bündnisses und die künftige Verteilung der Verantwortung für die Sicherheit der Allianz erörtern soll. Es handelt sich um das Format der sogenannten Bergen-Gruppe, zu der die USA, Deutschland, Norwegen, Schweden, Finnland, die Niederlande und Poland gehören. Auf US-Seite wird das Treffen vom stellvertretenden Verteidigungsminister Elbridge Colby koordiniert; die Hauptrolle sollen stellvertretende Minister mit Zuständigkeit für Verteidigungspolitik spielen. Frühere Gespräche in diesem Format hatten in Bergen, Norwegen, mit Stellvertretern der Verteidigungsminister und Stabschefs stattgefunden. Das kleinere Format soll Vorschläge vorbereiten, die später von allen NATO-Mitgliedern erörtert werden könnten. Über das Treffen berichtete zuerst Politico; Polsat News stützte sich auf polnische Regierungskreise. Nicht eingeladen wurden Großbritannien, Frankreich und die baltischen Staaten – nach Angaben von Politico, obwohl es sich teils um die NATO-Mitglieder handelt, die am meisten für Verteidigung ausgeben und Verbündete der USA sind. Über den Ausschluss wurde Kontroversen berichtet. Nach Informationen von Politico hat die Trump-Administration eine Liste „gehorsamer und ungehorsamer" Verbündeter erstellt; das Pentagon bereitet parallel eine Überprüfung der US-Militärpräsenz in Europa vor, die bis zum 6. November fertig sein soll.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die internationale Berichterstattung – an erster Stelle Politico, gefolgt von Polsat News – ist die ursprüngliche Quelle der Meldung. Die ukrainischen Beiträge verweisen ausdrücklich auf Politico und auf polnische Regierungskreise und betten so den internationalen Rahmen einer von den USA vorangetriebenen NATO-Neustrukturierung in die ukrainische Berichterstattung ein. Die aus internationalen Quellen stammenden Fakten fügen eine europäische Sicherheits-versorgungsperspektive hinzu, die in der ukrainischen Berichterstattung fehlt: Dazu gehören die Warnung des lettischen Präsidenten Edgars Rinkēvičs, die meisten NATO-Staaten seien auf einen möglichen russischen Raketenangriff nicht vorbereitet, sowie die Einschätzung des polnischen EU-Abgeordneten Adam Bielan, die NATO werde von Russland getestet.

Wo die Berichte auseinandergehen

Politico (in der internationalen Berichterstattung) stellt die Liste „gehorsamer und ungehorsamer" Verbündeter der Trump-Administration in den Zusammenhang mit der Weigerung dieser Länder, einen US-Krieg gegen den Iran zu unterstützen. Die früheren ukrainischsprachigen Fakten berichten lediglich, dass eine solche Liste erstellt worden sei, ohne den Iran-Kontext zu nennen – das Motiv bleibt dort mehrdeutig. Darüber hinaus schreibt Politico dem Ausschluss Großbritanniens, Frankreichs und der baltischen Staaten ausdrücklich den Status einer Kontroverse zu, während die entsprechenden ukrainischen Fakten den Ausschluss sachlich feststellen, ohne die Reaktion als kontrovers zu charakterisieren.

Hintergrund

Das Format der Bergen-Gruppe war zuvor in Bergen, Norwegen, unter Beteiligung stellvertretender Verteidigungsminister und Stabschefs zusammengetroffen. Auf US-Seite wird das Treffen in Polen vom stellvertretenden Verteidigungsminister Elbridge Colby koordiniert. Der lettische Präsident Edgars Rinkēvičs hat öffentlich gewarnt, die meisten NATO-Staaten seien angesichts von Defiziten bei Drohnen- und Luftkriegsfähigkeiten auf einen möglichen russischen Raketenangriff nicht vorbereitet. Der polnische EU-Abgeordnete Adam Bielan erklärte, die NATO werde von Russland getestet und das Bündnis nutze viele verschiedene Formate.