Russland greift Ukraine in der Nacht zum 17. Oktober mit Raketen und 332 Drohnen an
In der Nacht zum 17. Oktober hat Russland die Ukraine mit einem massiven Kombinationsschlag aus Iskander-M/KN-23-Ballistikraketen, Ch-22/32-Marschflugkörpern, vier Kalibr-Marschflugkörpern und 332 Kampfdrohnen angegriffen. Die ukrainische Luftabwehr zerstörte oder unterdrückte nach vorläufigen Angaben (Stand 08:00) 293 Luftziele, darunter alle vier Kalibr-Raketen und 289 Drohnen. Treffer wurden an 22 Orten registriert, Trümmer abgeschossener Ziele an drei weiteren. Zivile Opfer und Schäden wurden aus Cherson, Charkiw, Saporischschja, dem Gebiet Rivne, Winniza und Krywyj Rih gemeldet.
Das Wichtigste
- Russland feuerte Iskander-M/KN-23-Ballistikraketen, Ch-22/32-Marschflugkörper, vier Kalibr-Marschflugkörper und 332 Kampfdrohnen ab.
- Die ukrainische Luftabwehr zerstörte oder unterdrückte 293 Luftziele, darunter alle vier Kalibr-Raketen und 289 Drohnen.
- Treffer wurden an 22 Orten verzeichnet, Trümmer abgeschossener Ziele an drei weiteren Orten.
- 31 der 332 Drohnen waren reaktive (jetgetriebene) Typen; im Einsatz waren unter anderem Shahed, S-8000 „Banderole“, „Gerbera“ und „Parodia“-Attrappen.
- In Cherson tötete ein morgendlicher russischer Luftangriff einen 64-jährigen Fahrer des Rettungsdienstes; die Zahl der Verwundeten stieg auf 12, darunter eine Familie mit einem einmonatigen Säugling.
- In Saporischschja wurden fünf Menschen verletzt, darunter ein Kind, und Wohnhäuser beschädigt; in Winniza fiel der Strom aus, in Krywyj Rih brannte es nach einem Treffer auf einem Industrieobjekt, in Charkiw wurden bei Angriffen am Abend zuvor 15 Menschen verletzt (darunter drei Kinder), im Gebiet Rivne wurden ein Unternehmen beschädigt und zwei Menschen verletzt.
- Ballistische Raketen wurden aus den Oblasten Woronesch und Rostow sowie der besetzten Krim abgefeuert; Ch-22/32 aus dem Luftraum über der besetzten Krim; Kalibr-Raketen aus Noworossijsk; Drohnenstarts erfolgten aus den Oblasten Orjol, Brjansk, Primorsko-Achtarsk, besetztem Donezk und Hwardijske auf der Krim.
Warum es wichtig ist
Der Angriff war außergewöhnlich groß und kombinierte ballistische Raketen, Marschflugkörper und 332 Kampfdrohnen, darunter 31 reaktive Drohnen und „Parodia“-Attrappen, die darauf ausgelegt sind, die Luftabwehr zu überlasten. Trotz des Ausmaßes fing die ukrainische Luftabwehr nach vorläufigen Angaben 293 Ziele ab, darunter alle vier Kalibr-Raketen und 289 Drohnen. Allerdings wurden Treffer an 22 Orten registriert, und die zivilen Folgen erstreckten sich über mehrere Regionen mit Todesopfern in Cherson, Verletzten in Charkiw, Saporischschja und dem Gebiet Rivne sowie Infrastrukturschäden in Winniza und Krywyj Rih. Der Angriff zeigt zudem neue Komponenten im russischen Drohnenmix, darunter die Typen S-8000 „Banderole“, „Gerbera“ und „Parodia“ neben Shahed-Varianten.
Was geschehen ist
In der Nacht zum 17. Oktober startete Russland einen großangelegten Kombinationsschlag gegen die Ukraine, der laut den ukrainischen Luftstreitkräften um 18:00 Uhr am 16. Oktober begann. Die Russische Föderation setzte Iskander-M/KN-23-Ballistikraketen aus den Oblasten Woronesch und Rostow sowie der besetzten Krim, Ch-22/32-Marschflugkörper aus dem Luftraum über der besetzten Krim und vier Kalibr-Seezielflugkörper aus Noworossijsk ein. Hinzu kamen 332 Kampfdrohnen verschiedener Typen, darunter 31 reaktive (jetgetriebene) Modelle sowie Shahed, S-8000 „Banderole“, „Gerbera“ und „Parodia“-Attrappen; die Drohnenstarts erfolgten aus den Oblasten Orjol, Brjansk, Kursk und Primorsko-Achtarsk sowie aus besetztem Donezk und Hwardijske auf der Krim. Nach vorläufigen Angaben der Luftstreitkräfte (Stand 08:00) wurden 293 Luftziele zerstört oder unterdrückt, darunter alle vier Kalibr-Raketen und 289 Drohnen, von denen 23 reaktive Typen waren. Treffer durch russische Luftangriffsmittel wurden an 22 Orten verzeichnet, Trümmer abgeschossener Ziele an drei weiteren. Zivile Folgen wurden aus mehreren Regionen gemeldet: In Cherson tötete ein morgendlicher Luftangriff einen 64-jährigen Rettungsdienstfahrer; die Zahl der Verwundeten stieg auf 12, darunter eine Familie mit einem einmonatigen Säugling, diagnostiziert wurden Explosions- und stumpfe Kopfverletzungen sowie Gehirnerschütterungen. In Saporischschja wurden Wohnhäuser beschädigt und fünf Menschen verletzt, darunter ein Kind. In Winniza fiel nach dem Angriff der Strom aus, kritische Infrastruktur lief über Reservestrom, und der elektrische Nahverkehr stand still. In Krywyj Rih wurde ein Industrieobjekt getroffen, wo ein Brand ausbrach. In Charkiw wurden bei russischen Angriffen am Abend zuvor 15 Menschen verletzt, darunter drei Kinder. Im Gebiet Rivne wurden ein Unternehmen beschädigt und zwei Menschen verletzt. In der Brody-Gemeinde im Gebiet Lwiw schoss die Luftabwehr während des morgendlichen Alarms eine Drohne ab, Rettungskräfte waren am Brandort im Einsatz. An der Abwehr waren Luftstreitkräfte, Flugabwehrraketentruppen, Einheiten für elektronische Kriegführung und unbemannte Systeme sowie mobile Feuergruppen der ukrainischen Verteidigungskräfte beteiligt.
Hintergrund
Der Angriff begann am 16. Oktober um 18:00 Uhr und dauerte laut den Luftstreitkräften am Morgen des 17. Oktober noch an, wobei sich weiterhin mehrere russische Drohnen im ukrainischen Luftraum befanden. Iskander-M/KN-23-Ballistikraketen wurden aus den Oblasten Woronesch und Rostow sowie der besetzten Krim abgefeuert, Ch-22/32-Marschflugkörper aus dem Luftraum über der besetzten Krim, und die vier Kalibr-Marschflugkörper aus Noworossijsk. Drohnenstarts erfolgten aus den Oblasten Orjol, Brjansk, Kursk und Primorsko-Achtarsk in Russland sowie aus dem besetzten Donezk und Hwardijske auf der besetzten Krim. An der Abwehr des Angriffs waren Luftstreitkräfte, Flugabwehrraketentruppen, Einheiten für elektronische Kriegführung und unbemannte Systeme sowie mobile Feuergruppen der ukrainischen Verteidigungskräfte beteiligt. Die in Charkiw gemeldeten Opferzahlen betrafen russische Abendangriffe vor dem eigentlichen nächtlichen Hauptangriff.