Polens Handelsüberschuss mit Ukraine erreicht Rekordwert von 9,7 Mrd. Euro
Ein polnischer Wirtschaftsbericht zeigt, dass Polen der größte Exporteur unter den EU-Ländern auf dem ukrainischen Markt ist. Das polnische Exportvolumen in die Ukraine wuchs seit Ende 2020 um 169 %, während die ukrainischen Exporte nach Polen nur um rund 72 % stiegen. Der positive Saldo zu Polen erreichte im Mai 2026 einen Rekordwert von 9,7 Mrd. Euro. Gleichzeitig überstieg das ukrainische Außenhandelsdefizit in den ersten neun Monaten 2026 bereits den Gesamtwert des Jahres 2025.
Das Wichtigste
- Polen ist der größte EU-Exporteur in die Ukraine; sein Anteil an den EU-Gesamtexporten dorthin stieg von 22,7 % auf 29,5 %.
- Das polnische Exportvolumen in die Ukraine wuchs von rund 5,2 Mrd. Euro (Dezember 2020) auf 14,1 Mrd. Euro (Mai 2026) – ein Plus von 169 %.
- Die ukrainischen Exporte nach Polen wuchsen im selben Zeitraum von rund 2,5 Mrd. auf 4,4 Mrd. Euro, also um knapp 72 %.
- Der positive Handelssaldo zugunsten Polens erreichte im Mai 2026 mit 9,7 Mrd. Euro einen Rekordwert (Dezember 2020: rund 2,7 Mrd. Euro).
- In den ersten neun Monaten 2026 beliefen sich die ukrainischen Importe auf über 75,1 Mrd. US-Dollar, die Exporte auf knapp 29,6 Mrd. US-Dollar.
- Das ukrainische Außenhandelsdefizit von rund 45,5 Mrd. US-Dollar in diesem Zeitraum übertraf bereits den Gesamtjahreswert 2025 von rund 44,5 Mrd. US-Dollar.
- Hinter Polen folgen Deutschland (18,5 %), Ungarn, Tschechien und Italien als wichtigste EU-Exportländer in die Ukraine.
Warum es wichtig ist
Die Zahlen verdeutlichen die wachsende Abhängigkeit der Ukraine von Importen aus dem EU-Raum und insbesondere aus Polen. Der Rekordüberschuss Polens spiegelt das Missverhältnis zwischen ukrainischen Importen und Exporten wider, das sich in einem wachsenden gesamten Außenhandelsdefizit niederschlägt. Das schnellere Wachstum der polnischen Exporte gegenüber den ukrainischen Exporten zeigt zudem, dass die Ukraine ihre eigene Exportkapazität unter den aktuellen Bedingungen nur eingeschränkt ausbauen kann.
Was geschehen ist
Das polnische Online-Portal RMF24 berichtete unter Berufung auf die aktuelle Ausgabe des „Monitor of Ukrainian Affairs" der polnischen Bank für Nationalwirtschaft (BGK) – erstellt auf Grundlage von Eurostat-Daten –, dass Polen im Warenverkehr mit der Ukraine einen Rekordüberschuss von 9,7 Mrd. Euro erzielt hat. Die polnischen Exporte in die Ukraine stiegen demnach von rund 5,2 Mrd. Euro im Dezember 2020 auf 14,1 Mrd. Euro im Mai 2026, während die ukrainischen Exporte nach Polen im selben Zeitraum von rund 2,5 Mrd. auf 4,4 Mrd. Euro wuchsen. Dadurch weitete sich der positive Saldo zugunsten Polens von etwa 2,7 Mrd. Euro auf 9,7 Mrd. Euro aus. Polens Anteil an den gesamten EU-Exporten in die Ukraine erhöhte sich im betrachteten Zeitraum von 22,7 % auf 29,5 %. Deutschland folgt mit einem Anteil von 18,5 %, danach kommen Ungarn, Tschechien und Italien. Auf breiterer Ebene beliefen sich die ukrainischen Importe in den ersten neun Monaten 2026 auf über 75,1 Mrd. US-Dollar, die Exporte auf knapp 29,6 Mrd. US-Dollar, woraus ein Defizit von rund 45,5 Mrd. US-Dollar resultiert – mehr als im Gesamtjahr 2025 (rund 44,5 Mrd. US-Dollar).
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung greift die polnische Analyse auf und stellt den wachsenden Exportvorsprung Polens sowie die sich vergrößernde Lücke als zentrale Geschichte dar. Ergänzend kommt ein ukrainischer Wirtschaftsexperte zu Wort, der die Handelsschwierigkeiten der Ukraine in erster Linie auf Angriffe auf die Logistikinfrastruktur zurückführt und damit die Störung der eigenen Handelsströme in den Mittelpunkt rückt.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Die verfügbaren Quellen beschränken sich auf eine ukrainische Medienplattform, die das polnische Portal RMF24 und den BGK-„Monitor of Ukrainian Affairs" zitiert. Über die ukrainische Berichterstattung hinaus ist im vorliegenden Quellenmaterial keine eigenständige internationale Rahmung erkennbar; die polnische Originalanalyse betont vor allem Polens Exportleistung und seinen wachsenden Anteil am EU-Export in die Ukraine.
Hintergrund
Die Daten decken den Zeitraum von Dezember 2020 bis Mai 2026 ab und basieren auf einer Analyse des polnischen Bank für Nationalwirtschaft (BGK), die Eurostat-Statistiken auswertet. Über 73 % der ukrainischen Importe entfallen auf Maschinen und Transportausrüstung, Brenn- und Energiestoffe sowie chemische Erzeugnisse. Hinter Polen zählen Deutschland, Ungarn, Tschechien und Italien zu den größten EU-Exporteuren in die Ukraine.