Ukraine erwartet November-Gespräche mit den USA und Russland, Europa fordert Beteiligung
Ukraine erwartet im November Verhandlungen auf Delegationsebene mit den USA und Russland, eine genaue Terminierung ist jedoch nicht bestätigt. Nach Angaben des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk ist ein Gespräch in Abu Dhabi für den 4. November vorgesehen. Zelenskyj betonte zugleich, dass europäische Staaten an allen diplomatischen Schritten und Entscheidungen zur Beendigung des Krieges beteiligt sein sollten.
Das Wichtigste
- Das Präsidialamt hat keinen genauen Termin für die dreiseitigen Verhandlungen bestätigt.
- Beratender Dmytro Lytwyn erklärte am 27. Oktober, die Ankündigung sei mindestens bis Ende Oktober verfrüht.
- Der Kreml kündigte am 23. Oktober eine November-Runde in Abu Dhabi an.
- Donald Tusk nannte den 4. November als geplanten Termin für die Verhandlungen.
- Wolodymyr Zelenskyj erwartet ein dreiseitiges Format mit ukrainischen, amerikanischen und russischen Vertretern.
- Wirtschaftsminister Andrii Sybiha und David Arakhamia bestätigten den 4. November nicht.
- Moskau hat die europäische Beteiligung an der November-Runde nicht bestätigt.
Warum es wichtig ist
Die Verhandlungen könnten den direkten Dialog zwischen Ukraine, Russland und den USA nach einer längeren Unterbrechung wieder aufnehmen. Ungeklärt sind vor allem der genaue Zeitpunkt und die europäische Beteiligung, was die Erwartungen an den diplomatischen Wert der Runde und die Entscheidungen zur Beendigung des Krieges beeinflusst.
Was geschehen ist
Der Kreml kündigte am 23. Oktober eine dreiseitige November-Runde in Abu Dhabi an. Das ukrainische Präsidialamt bestätigte weder Ort noch Termin; Dmytro Lytwyn erklärte am 27. Oktober, die Ankündigung sei zu verfrüht. Donald Tusk verwies demgegenüber auf den 4. November und sprach von moderater beziehungsweise vorsichtiger Zuversicht der europäischen Seite. Zelenskyj erklärte, im November sei mit einem Format unter Beteiligung ukrainischer, amerikanischer und russischer Vertreter zu rechnen. Zugleich forderte er eine breite europäische Beteiligung an allen diplomatischen Schritten und Entscheidungen über das Kriegsende. Die Warschauer Verhandlungen vom 20. Oktober und Steve Witkoffs Besuch bei Putin am 21. Oktober hatten zuvor den Dialog auf Delegationsebene wiederermöglicht.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Darstellungen betonen, dass kein genauer Termin bestätigt wurde und eine Ankündigung verfrüht sei. Zugleich wird ein November-Termin als realistisch betrachtet. Zentral ist aus ukrainischer Sicht, dass europäische Staaten weder vom Verhandlungsprozess noch von den Entscheidungen über das Kriegsende ausgeschlossen werden. Der Kontakt von Støre und Stubb mit Putin wird als mit Kyjiw abgestimmt und als Teil einer intensiven Vorbereitung diplomatischer Kontakte dargestellt.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Internationale Berichte stellen vor allem den gemeldeten 4. November in Abu Dhabi, die Kreml-Ankündigung eines November-Termins und die vorsichtig optimistische Haltung europäischer Teilnehmer in den Vordergrund. Europäische Politiker und Beamte streben zudem direkte Kontakte mit Putin und eine engere Koordination innerhalb Europas an. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass Russland die europäische Beteiligung an der November-Runde nicht bestätigt und keinerlei Gespräch auf Führungsebene zugestimmt hat.
Wo die Berichte auseinandergehen
Uneinig ist die Darstellung der Koordination des Telefonats mit Putin: Mette Frederiksen erklärte, Norwegen und Finnland hätten ohne Abstimmung mit anderen europäischen Staaten gehandelt, während Alexander Stubb und Andrii Sybiha angaben, der Anruf sei mit der Ukraine und den USA vorbereitet beziehungsweise abgestimmt worden. Auch beim Termin und der Zuversicht bestehen Abweichungen: Tusk nannte den 4. November und äußerte moderate oder vorsichtige Zuversicht, während die Ukraine weder das Datum bestätigte noch die Ankündigung für verfrüht hielt.
Hintergrund
Verhandlungen zwischen Ukraine, Russland und den USA auf Delegationsebene waren seit dem Winter unterbrochen. Nach den Verhandlungen in Oslo und Witkoffs Besuch bei Putin wurden sie wieder aufgenommen. Russland hatte einer Beteiligung von Zelenskyj, Putin und US-Präsident Donald Trump an Verhandlungen auf Führungsebene nicht zugestimmt und seine Maximalforderungen nicht öffentlich aufgegeben. Europa verfügte weiterhin über keinen einheitlichen Vertreter in den Friedensverhandlungen, diskutierte jedoch Kandidaten für einen Sondervermittler.