Deutschland fordert EU-Staaten zur deutlichen Reduzierung von Touristenvisa für Russen auf
Deutschland drängt die EU-Staaten, die Zahl der an russische Bürger ausgestellten Touristenvisa deutlich zu senken. Die Bundesregierung begründet dies mit der Sanktionspolitik sowie mit Sicherheitsbedrohungen nach einer Reihe mutmaßlicher Sabotagefälle, darunter eine Drohnenattacke auf den Flughafen Leipzig, die Berlin Russland als hybride Attacke anlastet.
Das Wichtigste
- Deutschland fordert EU-Staaten auf, die Zahl der Touristenvisa für russische Bürger deutlich zu verringern.
- Ein Sprecher des Auswärtigen Amts erklärte, die Zahl der für Urlaubsreisen in die EU ausgestellten russischen Visa sei zu hoch.
- Die Bundesregierung begründete die Forderung sowohl mit der Sanktionspolitik als auch mit Sicherheitsrisiken nach mehreren möglichen Sabotagefällen.
- Am Dienstag beschuldigte Berlin Moskau einer hybriden Attacke mit sprengstoffbeladenen Drohnen auf den Flughafen Leipzig und kündigte diplomatische Gegenmaßnahmen an.
- Einer der Verdächtigen im Leipziger Fall reiste mit einem von Italien ausgestellten Touristenvisum in den Schengen-Raum ein.
- Italien stellte 2025 mehr Schengen-Visa aus als jedes andere EU-Land; die Zahl der an Russen ausgestellten italienischen Visa stieg von 63.894 im Jahr 2021 auf über 165.000 im Jahr 2025.
Warum es wichtig ist
Die Initiative zielt auf eine EU-weite Änderung der Visapolitik gegenüber russischen Staatsbürgern und verbindet Visabeschränkungen direkt mit Sicherheitsbedenken nach vermuteten Sabotageakten. Sollte sich die Bundesregierung mit ihrer Position durchsetzen, hätte dies erhebliche Auswirkungen auf die Visapraxis insbesondere der Länder, die den Großteil der russischen Anträge bearbeiten.
Was geschehen ist
Die deutsche Regierung hat EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, die Zahl der Touristenvisa für russische Bürger substanziell zu reduzieren. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts erklärte, die Zahl der für Freizeitreisen in die EU ausgestellten Visa sei zu hoch. Zur Begründung verwies Berlin sowohl auf die Sanktionspolitik als auch auf Sicherheitsbedrohungen im Zusammenhang mit einer Reihe möglicher Sabotagefälle. Konkreter Auslöser war aus Sicht der Bundesregierung eine Drohnenattacke auf den Flughafen Leipzig, die Berlin Russland als hybride Attacke zurechnet und mit einer Reihe diplomatischer Gegenmaßnahmen beantwortete. Nach deutschen Angaben reiste einer der Verdächtigen im Leipziger Fall mit einem von Italien ausgestellten Touristenvisum in den Schengen-Raum ein. Italien war 2025 das EU-Land mit den meisten ausgestellten Schengen-Visa; die Zahl der an russische Bürger ausgestellten italienischen Visa stieg von 63.894 im Jahr 2021 auf über 165.000 im Jahr 2025.