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Ukraine appelliert weltweit, russische „Russische Häuser“ als Bedrohung anzuerkennen und zu schließen

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat am 19. September einen offiziellen Appell an die Regierungen aller Länder gerichtet, die weltweiten Kulturzentren „Russisches Haus“ (Russkij Dom) als Bedrohung für die nationale Sicherheit anzuerkennen und ihre Tätigkeit einzuschränken oder vollständig zu schließen. Sybiha begrüßte dabei ausdrücklich die Schließung des „Russischen Hauses“ in Berlin durch Deutschland.

Das Wichtigste

  • Sybiha kündigte den Appell am 19. September über die Plattform X an.
  • Die Ukraine fordert Regierungen weltweit auf, die „Russischen Häuser“ als nationale Sicherheitsbedrohung einzustufen und zu schließen oder deren Tätigkeit einzuschränken.
  • Laut Sybiha handelt es sich bei den Zentren sowie bei deren Mutterorganisation Rossotrudnitschestwo um Instrumente der Desinformation, Destabilisierung und Spionage.
  • Trotz einer Schließungswelle seien solche Zentren weiterhin in mindestens sieben europäischen Ländern aktiv.
  • In Afrika, Zentral- und Ostasien, im asiatisch-pazifischen Raum und in Südamerika sei die Tätigkeit der Netzwerke noch umfangreicher.
  • In manchen Staaten sei das „Russische Haus“ in die diplomatische Infrastruktur Russlands eingebunden.
  • Sybiha begrüßte die Schließung des „Russischen Hauses“ in Berlin vom 18. September als Schritt Europas.

Warum es wichtig ist

Der Appell formalisiert die ukrainische Initiative für eine koordinierte globale Reaktion auf die staatlich gelenkte russische Kultur- und Propagandainfrastruktur im Ausland. Indem die Ukraine andere Regierungen auffordert, die „Russischen Häuser“ als Sicherheitsrisiko zu behandeln, will sie die Schließung einzelner Zentren — wie zuletzt in Berlin — in eine breitere, abgestimmte Politik überführen.

Was geschehen ist

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha wandte sich am 19. September über den Kurznachrichtendienst X an die Regierungen weltweit. Er forderte sie auf, die durch Rossotrudnitschestwo betriebenen „Russischen Häuser“ als Bedrohung für die nationale Sicherheit anzuerkennen und entweder deren Tätigkeit einzuschränken oder die Zentren vollständig zu schließen. Sybiha bezeichnete diese Einrichtungen als Werkzeuge der Desinformation, Destabilisierung und Spionage im Rahmen einer weltweiten russischen „Kampagne um die Köpfe der Menschen“. Er wies darauf hin, dass die Zentren trotz einer Welle von Schließungen weiterhin in mindestens sieben europäischen Ländern aktiv seien, während ihre Präsenz in Afrika, Zentral- und Ostasien, im asiatisch-pazifischen Raum und in Südamerika noch umfangreicher sei; in manchen Staaten seien sie in die diplomatische Infrastruktur Russlands eingebettet. Sybiha begrüßte die kurz zuvor erfolgte Schließung des „Russischen Hauses“ in Berlin als Beispiel für europäisches Handeln.

Im Hintergrund steht die Entscheidung Deutschlands, das „Russische Haus“ in Berlin sowie das russische Generalkonsulat in Bonn als Reaktion auf eine hybride Aktion am Flughafen Leipzig zu schließen, die Berlin Russland vorwirft. Die ukrainische Diplomatie liefert den Regierungen nun Argumente, dem Beispiel zu folgen.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle vorliegenden Quellen sind ukrainisch und rahmen den Appell Sybihas einheitlich als berechtigten diplomatischen Vorstoß gegen die russische Propaganda- und Spionageinfrastruktur im Ausland. Die Schließung des „Russischen Hausers“ in Berlin wird ausdrücklich als Präzedenzfall begrüßt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Unterschiedliche Quellen datieren die Schließung des „Russischen Hauses“ in Berlin uneinheitlich — einige nennen den 18. September, andere beziehen sich auf „gestern“ im Verhältnis zu Sybihas Post vom 19. September. Auch der zugrunde liegende Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig wird teils als „Anfang August 2025“, teils als „4. August 2026“ angegeben.

Hintergrund

Die „Russischen Häuser“ sind die internationalen Vertretungen von Rossotrudnitschestwo, einer russischen staatlichen Agentur, die von der EU bereits 2022 als Vehikel der „Soft Power“ des Kremls und der Verbreitung des Konzepts der „Russischen Welt“ mit Sanktionen belegt wurde. Zu Beginn des Septembers 2026 existierten nach der eigenen Karte der Struktur rund 85 Vertretungen weltweit; seit Beginn der russischen Vollinvasion der Ukraine haben mindestens 13 davon ihre Tätigkeit eingestellt.