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Ukrainische Drohnen treffen Rüstungswerk in Uljanowsk und größte russische Ölraffinerie in Perm

In der Nacht zum 25. September haben ukrainische Drohnen Ziele tief in Russland angegriffen: das zum Rüstungskonzern Almaz-Antei gehörende Werk Iskra in Uljanowsk und die Ölraffinerie Lukoil-Permnefteorgsintez in Perm. Am Permer Werk brach ein Großbrand aus, die Anlage AVT-5 wurde beschädigt. Regionale Behörden in Uljanowsk meldeten acht Verletzte und Schäden an Wohnhäusern.

Das Wichtigste

  • Angriffe in der Nacht zum 25. September trafen Uljanowsk und Perm
  • Ziel in Uljanowsk: Werk Iskra, Teil des russischen Rüstungskonzerns Almaz-Antei
  • Werk Iskra liefert Komponenten für Kh-59M2/M2A-Marschflugkörper
  • Ziel in Perm: Lukoil-Permnefteorgsintez, eine der größten Ölraffinerien Russlands
  • Permer Raffinerie verarbeitet über 13 Mio. Tonnen Öl pro Jahr
  • Großbrand in Perm, Anlage AVT-5 beschädigt
  • Gouverneur von Uljanowsk meldet acht Verletzte und Schäden an Wohnhäusern

Warum es wichtig ist

Die Angriffe trafen zwei strategisch bedeutsame russische Ziele: ein Rüstungswerk mit Bezug zu Almaz-Antei und zur Komponentenfertigung für Marschflugkörper sowie eine der größten Ölraffinerien Russlands. Die Permer Anlage verarbeitet jährlich mehr als 13 Millionen Tonnen Öl zu Benzin, Diesel und Kerosin – jeder längerfristige Ausfall hätte spürbare Folgen für die russische Energiebilanz. Dass die regionalen Behörden in Uljanowsk Verletzte und Schäden an Wohnhäusern meldeten, zeigt zudem, dass die Angriffe tief im russischen Hinterland weiterhin zivile Folgen haben.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 25. September schlugen ukrainische Drohnen in zwei russischen Städten ein. In Uljanowsk wurde das wissenschaftlich-produzierende Unternehmen Werk Iskra getroffen, das zum Rüstungskonzern Almaz-Antei gehört und Komponenten unter anderem für die Marschflugkörper Kh-59M2/M2A liefert. Der Gouverneur der Oblast Uljanowsk, Alexei Russkikh, sprach von einem massiven Drohnenangriff und bestätigte Schäden an Industrie- und ziviler Infrastruktur; örtliche Behörden meldeten Schäden an Wohnhäusern durch Drohnenabschüsse und herabfallende Trümmer sowie acht Verletzte. Am Morgen des 25. September griffen Drohnen zudem die Lukoil-Permnefteorgsintez-Raffinerie in Perm an, woraufhin ein Großbrand ausbrach und die Anlage AVT-5 beschädigt wurde. Die Raffinerie verarbeitet nach eigenen Angaben mehr als 13 Millionen Tonnen Öl pro Jahr und zählt zu den größten Ölverarbeitungsstandorten Russlands.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die drei vorliegenden ukrainischsprachigen Quellen führen mit Schäden an russischer Militärindustrie- und Energieinfrastruktur und stellen das Werk Iskra (Almaz-Antei) sowie die Raffinerie in Perm als strategisch bedeutsame Ziele dar. Sie betonen das Ausmaß der Schäden – insbesondere den Großbrand in Perm – und heben hervor, dass die Raffinerie zu den größten Russlands gehört und Benzin, Diesel und Kerosin produziert. Nur die ausführlichste Quelle erwähnt zivile Opfer und Schäden an Wohngebäuden in Uljanowsk und schreibt diese Angaben regionalen russischen Behörden zu, ohne sie innenpolitisch zu rahmen.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen widersprechen sich bei den Auswirkungen des Angriffs auf Uljanowsk: Eine Quelle berichtet unter Berufung auf Gouverneur Alexei Russkikh von Schäden an Industrie- und ziviler Infrastruktur, Beschädigungen an Wohnhäusern durch Drohnenabschüsse und herabfallende Trümmer sowie acht Verletzten; die beiden anderen ukrainischen Berichte erwähnen weder Opfer noch Schäden an Wohngebäuden. Darüber hinaus unterscheidet sich die Rahmung: Ein Bericht spricht von einem „massiven“ Drohnenangriff, während der andere den Schlag auf das Werk Iskra ohne eine solche Gesamteinschätzung darstellt.

Hintergrund

Das Werk Iskra in Uljanowsk gehört zum russischen Rüstungskonzern Almaz-Antei, ist mit der Produktion von Luftabwehrsystemen und Waffen verbunden und beteiligt sich an Importsubstitutionsprogrammen für den russischen Militärindustriekomplex und die Luft- und Raumfahrtbranche. Es beliefert das Werk in Jaroslavl mit Komponenten für die Produktion der Marschflugkörper Kh-59M2/M2A und hatte erst kürzlich eine neue Produktionssektion für digitale Blöcke und Mikrowellenmodule für Radarsysteme eröffnet. Die Lukoil-Permnefteorgsintez-Raffinerie zählt zu den größten Ölraffinerien Russlands und produziert Automobilbenzin, Diesel und Kerosin. Sie war bereits am 7. September angegriffen worden, am 21. August soll dabei vermutlich eine Anlage zur atmosphärisch-vakuum Destillation beschädigt worden sein. Im selben Angriffsschlag wurden auch Drohnen gegen Woronesch gemeldet, wo Voronezhsintezkauchuk in Brand geraten sein soll.