Ereignis: 25. September · Veröffentlicht am

Russische Drohnenangriffe auf Kiew: Sieben Tote, darunter ein 14-Jähriger, Stahlwerk legt Produktion still

In der Nacht zum 25. September 2026 hat Russland Kiew mit Drohnen und Raketen angegriffen. Dabei wurden nach letzten Angaben sieben Menschen getötet, darunter ein 14-jähriger Junge im Stadtbezirk Pecherskyi, und Dutzende verletzt. Beschädigt wurden Wohnhäuser, Geschäftszentren und der Sitz des Hohen Justizrats. Der ukrainische Stahlriese ArcelorMittal stellte wegen anhaltender Treffer den Betrieb ein.

Das Wichtigste

  • Russland griff Kiew in der Nacht zum 25. September mit Drohnen und Raketen an; Explosionen wurden gegen 04:00 und 08:00 gemeldet.
  • Im Stadtbezirk Pecherskyi schlug ein Drohnentreffer in ein mehrstöckiges Wohnhaus ein; ein 14-jähriger Junge wurde getötet.
  • Im Stadtbezirk Solomianskyi traf eine Drohne tagsüber ein Bürogebäude; nach letzten Angaben starben dabei sechs Menschen, etwa zehn wurden verletzt.
  • Bis zum Abend stieg die Zahl der Toten in Kiew nach Angaben von Bürgermeister Klitschko auf sieben, 57 Menschen wurden verletzt, darunter zwei Kinder.
  • Im Stadtbezirk Shevchenkivskyi wurde unter anderem das Gebäude des Hohen Justizrats beschädigt; dessen Arbeit wurde vorübergehend ausgesetzt.
  • In der Region Kiew wurden die Bezirke Boryspil, Browary, Obuchiw, Butscha und Fastiw getroffen; nach vorläufigen Angaben der regionalen Militärverwaltung wurden 18 zivile Objekte beschädigt.
  • Die ukrainische Luftabwehr schoss nach Angaben der Luftstreitkräfte 267 von 295 Drohnen ab, die seit dem Abend des 24. September gestartet worden waren; der ukrainische Stahlriese ArcelorMittal stellte den Betrieb seines Werks nach vier Treffern in fünf Wochen ein.

Warum es wichtig ist

Die Angriffe auf die Hauptstadt forderten mehrere zivile Todesopfer, darunter ein Kind, und verletzten Dutzende Menschen. Sie trafen Wohnhäuser, ein Supermarktgebäude, das Gebäude des Hohen Justizrats und Geschäftszentren — also zivile und institutionelle Infrastruktur. Die gleichzeitige Aussetzung der Produktion bei ArcelorMittal zeigt, dass die seit Monaten intensivierten russischen Drohnen- und Raketenangriffe zunehmend auch die ukrainische Wirtschaft und deren Steueraufkommen treffen, während der Staat seine Militärausgaben finanzieren muss.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 25. September 2026 griff Russland Kiew mit einer Kombination aus Marschflugkörpern und Drohnen an. Nach Angaben der Luftstreitkräfte wurden 295 Drohnen gestartet, von denen 267 abgefangen wurden. Gegen 04:27 wurde Luftalarm ausgelöst; Explosionen wurden in der Folge in mehreren Stadtbezirken gemeldet. Im Stadtbezirk Solomianskyi wurde ein mehrstöckiges Wohnhaus getroffen, ein Bürogebäude fing Feuer, die Dachfläche einer weiteren Einrichtung und ein offener Bereich gerieten in Brand. Im Stadtbezirk Podilskyi geriet ein sechsstöckiges Nichtwohngebäude auf den Etagen 1 und 2 in Brand. Im Stadtbezirk Pecherskyi schlug eine Drohne in ein mehrstöckiges Wohnhaus ein; dabei wurde ein 14-jähriger Junge getötet, mindestens sieben Bewohner wurden nach Angaben des Präsidenten verletzt, später liefen die Zahlen auf 14 Verletzte einschließlich eines neunjährigen Jungen hinaus. Tagsüber traf eine weitere Drohne im Stadtbezirk Solomianskyi ein Bürogebäude (Protasiv Business Park); nach Polizeiangaben starben dabei sechs Menschen, darunter auch ein 17-Jähriger, mindestens zehn weitere wurden verletzt. Im Stadtbezirk Shevchenkivskyi wurde das Gebäude des Hohen Justizrats beschädigt; sechs Menschen wurden nach dortigen Angaben verletzt. Bis zum Abend bezifferte Bürgermeister Klitschko die Gesamtzahl der Toten in Kiew auf sieben und die der Verletzten auf 57, darunter zwei Kinder. In der Region Kiew wurden die Bezirke Boryspil, Browary, Obuchiw, Butscha und Fastiw getroffen; nach vorläufigen Angaben der regionalen Militärverwaltung wurden 18 zivile Objekte beschädigt, Tote oder Verletzte wurden in der Region zunächst nicht gemeldet. Der ukrainische Stahlriese ArcelorMittal teilte der Regierung mit, nach vier Treffern in fünf Wochen — bei denen fünf Arbeiter getötet wurden — den Betrieb seines Werks im Südosten des Landes nicht mehr sicher und nachhaltig fortsetzen zu können, und stellte die Stahlproduktion ein.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Agenturen und Medien berichten detailliert über die einzelnen betroffenen Stadtbezirke Kiews (Solomianskyj, Schewtschenkiwskyj, Petscherskyj) und über die beschädigten Institutionen, darunter das Gebäude des Hohen Justizrats, dessen Arbeit vorübergehend ausgesetzt wurde. Im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen die laufenden Updates von Bürgermeister Klitschko und die Erklärung von Präsident Selenskyj, der den Einschlag in das Wohnhaus im Stadtbezirk Petscherskyj als absolut brutal und krank bezeichnete. Außenminister Sybiha verknüpfte die Angriffe mit der Forderung nach Rechenschaft. Ukrainische Quellen ordnen die Treffer in den wirtschaftlichen Kontext ein und weisen darauf hin, dass die Aussetzung der Produktion bei ArcelorMittal — einem Werk, das zuvor rund 15 Prozent der ukrainischen Exporte repräsentierte — die Staatseinnahmen weiter unter Druck setzt, während der Staat versucht, seine Militärausgaben zu finanzieren.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die internationale Berichterstattung, vertreten durch den katarischen Sender Al Jazeera Arabic, stellt die zivilen Opfer in Kiew — einschließlich des getöteten 14-Jährigen — neben die wirtschaftlichen Folgen, insbesondere die Aussetzung der Produktion bei ArcelorMittal. Internationale Quellen beziehen zudem die russische Darstellung ein: Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, man habe Einrichtungen der ukrainischen Verteidigungsindustrie, Logistikzentren und von der ukrainischen Armee genutzte Schiffe angegriffen, und bestritt erneut, absichtlich Zivilisten anzugreifen. Ebenfalls aufgegriffen wurde die russische Behauptung, Kiew habe in der russisch kontrollierten Oblast Saporischschja einen Angriff auf einen Konvoi humanitärer Helfer aus Sibirien verübt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Opferzahlen werden in den Quellen unterschiedlich angegeben: Bürgermeister Klitschko bezifferte die Zahl der Toten in Kiew im Tagesverlauf zunächst auf fünf und später auf sieben, während er die Zahl der Verletzten von 17 über 20 und 27 auf 57 korrigierte. Für den Einschlag in das Wohnhaus im Stadtbezirk Petscherskyj nannte Klitschko anfangs drei Verletzte (alle hospitalisiert, einer in ernstem Zustand), während Präsident Selenskyj zunächst von sieben Verletzten sprach; spätere Berichte gingen von 14 Verletzten einschließlich eines neunjährigen Jungen aus. Auch die genaue Etage des Treffers ist umstritten: Klitschko sprach von den Etagen 7 bis 10, die Staatsagentur für Notfalldienste (DSNS) von den Etagen 9 bis 10, die nationale Polizei von einem 16-stöckigen Gebäude auf den Etagen 10 bis 11. Beim Einschlag in das Bürogebäude im Stadtbezirk Solomianskyj sprachen erste Berichte von drei Toten, dann von vier (Klitschko und Selenskyj), bevor die Polizei sechs Tote meldete.

Hintergrund

Russland bestreitet seit Beginn des Krieges im Februar 2022, absichtlich Zivilisten anzugreifen. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, seine Streitkräfte hätten in der Nacht Einrichtungen der ukrainischen Verteidigungsindustrie, Logistikzentren und Schiffe der ukrainischen Streitkräfte angegriffen. Die ukrainische Seite hat ihre Angriffe auf russisches Gebiet verstärkt und dabei Verteidigungs- und Energieeinrichtungen sowie Online-Handelsunternehmen ins Visier genommen, um die Kriegsfinanzierung Moskaus zu untergraben. Ukrainische Vertreter weisen darauf hin, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der russischen Luftangriffe die Steuereinnahmen verringern und die Haushaltslücke vergrößern, während das Land versucht, seine Militäroperationen zu finanzieren.