Ereignis: 25. September · Veröffentlicht am

Ukrainische Drohnen treffen zwei russische Ölraffinerien und Rüstungsbetriebe

In der Nacht zum 25. September haben ukrainische Drohnen mehrere russische Regionen angegriffen. Getroffen wurden die Raffinerie Lukoil-Permnefteorgsintez in Perm, die Raffinerie Nowoschachtinsk im Gebiet Rostow sowie der Mikroelektronik-Betrieb Iskra in Uljanowsk, der zum Rüstungskonzern Almaz-Antej gehört. Der Generalstab der Ukraine und Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigten die Angriffe.

Das Wichtigste

  • In der Nacht zum 25. September trafen ukrainische Drohnen die Lukoil-Permnefteorgsintez-Raffinerie in Perm, die mehr als 13 Millionen Tonnen Öl pro Jahr verarbeitet; eine großflächige Feuer brach aus.
  • Die Nowoschachtinsker Raffinerie im Gebiet Rostow wurde beschädigt und stellte den Betrieb vorübergehend ein; Gouverneur Juri Sljussar bestätigte den Schaden.
  • In Uljanowsk wurde das Mikroelektronikwerk Iskra getroffen, das zum Konzern Almaz-Antej gehört und Komponenten für die Raketenproduktion herstellt.
  • Im Gebiet Woronesch wurde laut ukrainischem Generalstab das Werk Woroneschsintezkauchuk (Sibur) getroffen, das an der Herstellung von Feststoffraketentreibstoff für Iskander-Raketen beteiligt sein soll.
  • Im Raum Nowoschachtinsk zerstörten ukrainische Streitkräfte zwei Radaranlagen (64L6 Gamma-S1 und 39N6 Kasta-2E2).
  • Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte und Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigten die Angriffe offiziell.
  • Das russische Verteidigungsministerium erklärte, in der Nacht landesweit 592 Drohnen abgeschossen zu haben.

Warum es wichtig ist

Die Angriffe trafen zwei große Ölraffinerien und mehrere Werke mit Bezug zur Rüstungsproduktion und damit Ziele tief im russischen Hinterland. Die Schäden wurden von russischen Gouverneuren öffentlich bestätigt, was die Angriffe schwer abstreitbar macht. Der ukrainische Generalstab und Präsident Selenskyj beanspruchten die Operation offiziell – als Teil einer seit Anfang 2026 laufenden Kampagne, die laut ukrainischen Angaben mehr als 70 Raffinerien getroffen und laut EA Analytics und IEA die russische Ölverarbeitung auf den niedrigsten Stand seit mehr als 20 Jahren gedrückt hat.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 25. September 2026 griffen ukrainische Drohnen mehrere russische Regionen an, darunter die Region Perm, die Gebiete Woronesch, Uljanowsk und Rostow. In Perm schlug eine Drohne in die Lukoil-Permnefteorgsintez-Raffinerie ein, einen der größten Ölverarbeitungsbetriebe Russlands mit einer Kapazität von über 13 Millionen Tonnen pro Jahr; nach dem Treffer brach ein Großfeuer aus, vermutlich an der AVT-5-Anlage. Die Raffinerie stellte den Betrieb ein. Gouverneur Dmitri Machonin bestätigte einen Angriff auf eine Industrieanlage und erklärte, es habe keine Verletzten gegeben.

Im Gebiet Rostow wurde die Nowoschachtinsker Raffinerie – nach unterschiedlichen Angaben mit einer Kapazität von etwa 5 bis 7,5 Millionen Tonnen pro Jahr und der einzige Ölverarbeitungsbetrieb im Gebiet – getroffen und nahm vorübergehend den Betrieb auf Beschädigungen. Gouverneur Juri Sljussar bestätigte den Schaden und erklärte, russische Luftabwehr habe rund 50 Drohnen über der Region abgeschossen. Im Raum Nowoschachtinsk zerstörten ukrainische Streitkräfte zudem zwei russische Radaranlagen vom Typ 64L6 Gamma-S1 und 39N6 Kasta-2E2.

In Uljanowsk traf eine Drohne das Werk NPP "Sawod Iskra", einen Mikroelektronikbetrieb innerhalb des Rüstungskonzerns Almaz-Antej, der Komponenten für Radarelektronik, Rechen- und Kommunikationstechnik sowie für Raketen wie die Ch-59M2/M2A und den Flugabwehrkomplex Panzir-S1 liefert. Gouverneur Alexei Russkich sprach von einer massiven Drohnenattacke und meldete Schäden an Industrie- und ziviler Infrastruktur sowie acht Verletzte.

Im Gebiet Woronesch wurde nach Angaben des ukrainischen Generalstabs das Werk Woroneschsintezkauchuk (im Besitz von Sibur) angegriffen, das thermoplastische Elastomere und Synthesekautschuk herstellt und laut Generalstab an der Produktion von Feststoffraketentreibstoff für Iskander-Raketen beteiligt sein soll. Gouverneur Alexander Gussew erklärte, über der Region seien 88 Drohnen abgefangen worden; er meldete Verletzte und Schäden an Wohngebäuden, Fahrzeugen und Industriegebäuden durch herabfallende Drohnentrümmer. Das russische Verteidigungsministerium erklärte insgesamt 592 ukrainische Drohnen in der Nacht über mehreren russischen Regionen, der annektierten Krim und dem Schwarzen Meer abgeschossen zu haben.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Quellen rahmen die Angriffe als gezielte, vom Generalstab bestätigte Operation gegen Energie- und Rüstungsinfrastruktur. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Angriffe öffentlich und stellte sie in den Kontext seiner Bereitschaft zur Deeskalation, falls Russland reziprok handle – andernfalls würden die Angriffe fortgesetzt. Berichtet wird zudem über die FP-1-Drohnen des ukrainischen Herstellers Fire Point, die beim Angriff auf das Werk in Woronesch eingesetzt worden sein sollen, sowie über die Einschätzung der Consultingfirma A-95, dass die finanziellen Verluste für den russischen Haushalt in Milliardenhöhe lägen und die Strategie asymmetrische Kriegführung darstelle.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die einzige im Material enthaltene nicht-ukrainische Quelle – die aserbaidschanische Agentur APA – berichtet über den Angriff auf die Permer Raffinerie nüchtern und konzentriert sich auf die Betriebseinstellung, ohne den breiteren Kontext der Raffineriekampagne, der Rüstungsbezüge oder der diplomatischen Gespräche mit Washington zu vertiefen.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Kapazität der Nowoschachtinsker Raffinerie wird in den verfügbaren Quellen unterschiedlich angegeben: Etwa 5 Millionen Tonnen pro Jahr (rund 100.000 Barrel pro Tag), 5,6 Millionen Tonnen oder bis zu 7,5 Millionen Tonnen pro Jahr in früheren Schätzungen.

Hintergrund

Beide Raffinerien – Lukoil-Permnefteorgsintez und Nowoschachtinsk – waren bereits bei früheren ukrainischen Drohnenangriffen im August getroffen worden. Nach Angaben aus den vorliegenden Fakten haben die ukrainischen Streitkräfte seit Jahresbeginn 2026 mehr als 70 russische Raffinerien angegriffen und mehrere Dutzend davon außer Betrieb genommen; im August standen sechs große Raffinerien für Reparaturen still. Laut EA Analytics und der IEA ist die russische Ölverarbeitung auf den niedrigsten Stand seit mehr als 20 Jahren gefallen; Reuters-Schätzungen gehen von einer Reduzierung um rund ein Drittel auf etwa 4 Millionen Barrel pro Tag aus. Am 20. September hatte US-Präsident Donald Trump laut Axios-Quellen Selenskyj in einem Telefonat aufgefordert, die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen – wenige Stunden nach einem groß angelegten ukrainischen Angriff auf eine Moskauer Raffinerie. Zu den jüngsten Stilllegungen zählen die Moskauer Raffinerie (Gazprom Neft) am 20. September, Jaroslawlnefteorgsintez am 17. September, die Raffinerien Sysran und Saratow am 11. und 15. September sowie die Raffinerie Rjasan am 6. September.