Russische Drohnenangriffe auf die Piwdennyj-Brücke in Kiew – mehrere Brücken gesperrt
In den frühen Morgenstunden des 2. Oktober hat Russland laut dem Kiewer Bürgermeister Vitalij Klitschko zum wiederholten Mal binnen 24 Stunden die Piwdennyj-Brücke (Südbrücke) über den Dnipro in Kiew mit Drohnen angegriffen. Wegen des Treffers gegen etwa 5:00 Uhr wurden die Piwdennyj-Brücke und die Paton-Brücke in beiden Richtungen sowie die Metrobbrücke in Richtung rechtes Ufer gesperrt. Bus- und Trolleybuslinien wurden über die Darnyzkyj- und Podilskyj-Brücke umgeleitet. Trümmer fielen im Holosiijiwskyjrajon auf ein offenes Gelände und beschädigten Fenster eines Nichtwohngebäudes sowie mehrere Autos; nach offiziellen Angaben gab es keine Verletzten und keine Brände.
Das Wichtigste
- Russland griff die Piwdennyj-Brücke in Kiew in der Nacht zum 2. Oktober gegen 5:00 Uhr mit Drohnen an – nach Angaben von Bürgermeister Klitschko mindestens der vierte Drohnentreffer auf die Brücke binnen 24 Stunden.
- Bürgermeister Vitalij Klitschko meldete den Einschlag über soziale Medien; Rettungsdienste wurden zum Ort des Geschehens entsandt.
- Trümmer fielen im Holosiijiwskyjrajon auf ein offenes Gelände, beschädigten Fenster eines Nichtwohngebäudes und mehrere Autos; keine Verletzten, keine Brände.
- Die Piwdennyj-Brücke und die Paton-Brücke wurden in beiden Richtungen gesperrt, die Metrobbrücke in Richtung rechtes Ufer.
- Busse der Linien 22 und 91 wurden über die Darnyzkyj-Brücke umgeleitet, die Linien 51, 55, 115 und 118-D ebenfalls wegen der Sperrung der Paton-Brücke; Bus 1-M wurde über die Podilskyj-Brücke umgeleitet; die Trolleybuslinien 43 und 50 wurden als Ersatz eingerichtet.
- Am Morgen des 1. Oktober hatten zwei Drohnen die Piwdennyj-Brücke im Bereich des Pfeilers getroffen, am Abend desselben Tages wurde bei einem weiteren Treffer die Fahrbahn, ein Pfeiler, die Leitplanke und Metrobauwerke beschädigt – laut den vorliegenden Angaben die ersten russischen Angriffe auf eine der großen Kiewer Dnipro-Brücken seit Beginn der Vollinvasion.
- Andrij Kowalenko, Leiter des Zentrums für Desinformationsabwehr beim NSDC, erklärte, reaktive Drohnen könnten die Piwdennyj-Brücke nicht zerstören, aber beschädigen und ihren Betrieb blockieren – mit dem Ziel, logistische Probleme und Panik zu erzeugen.
Warum es wichtig ist
Russland hat binnen 24 Stunden wiederholt die Piwdennyj-Brücke – eine der Hauptverkehrsachsen über den Dnipro in Kiew – mit Drohnen angegriffen, ein Muster der gezielten Attacke auf Kiews Verkehrsinfrastruktur, das in den vorliegenden Angaben als beispiellos seit Beginn der Vollinvasion beschrieben wird. Die gleichzeitige Sperrung der Piwdennyj-Brücke, der Paton-Brücke und teilweise der Metrobbrücke unterbrach den Straßenverkehr und den öffentlichen Nahverkehr einschließlich der Metro. Ukrainische Beamte werten die Angriffe weniger als Versuch einer physischen Zerstörung denn als Mittel zur Störung des Betriebs und zur Erzeugung von Panik.
Was geschehen ist
In den frühen Morgenstunden des 2. Oktober, gegen 5:00 Uhr, schlug nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitalij Klitschko eine russische Drohne auf der Fahrbahn der Piwdennyj-Brücke (Südbrücke) in Kiew ein – der vierte Drohnentreffer auf die Brücke binnen 24 Stunden nach Klitschkos Zählung. Trümmer fielen auf ein offenes Gelände im Holosiijiwskyjrajon, beschädigten Fenster eines Nichtwohngebäudes und mehrere Autos; nach offiziellen Angaben gab es weder Verletzte noch Brände. Rettungsdienste wurden an den Ort des Geschehens entsandt.
Als Reaktion auf den Angriff wurde die Piwdennyj-Brücke in beiden Richtungen gesperrt, ebenso die Paton-Brücke; die Metrobbrücke wurde in Richtung rechtes Ufer gesperrt. Der Verkehr der Metro und des oberirdischen öffentlichen Nahverkehrs über die Piwdennyj-Brücke wurde ausgesetzt. Busse der Linien 22 und 91 wurden über die Darnyzkyj-Brücke umgeleitet, die Linien 51, 55, 115 und 118-D ebenfalls wegen der Sperrung der Paton-Brücke; Bus 1-M wurde über die Podilskyj-Brücke umgeleitet. Zusätzlich wurden die Trolleybuslinien 43 (Kybernezentrum – Lybidska-Platz) und 50 (Myloslawska-Straße – Darnyzka-Platz) eingerichtet.
Dieser Angriff war Teil einer mehrtägigen Reihe von Drohnenschlägen auf die Piwdennyj-Brücke. Am Morgen des 1. Oktober hatten zwei Drohnen den Bereich des Brückenpfeilers getroffen, eine erste Inspektion ergab keine kritischen Strukturschäden. Am Abend des 1. Oktober traf eine Drohne die Fahrbahn und beschädigte einen Pfeiler, die Leitplanke und Metrobauwerke; Metro- und Oberflächenverkehr wurden ausgesetzt. Die Angriffe vom 1. Oktober werden in den vorliegenden Angaben als die ersten russischen Angriffe auf eine der großen Kiewer Dnipro-Transportbrücken seit Beginn der Vollinvasion beschrieben.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Alle herangezogenen Quellen sind ukrainische Medien und Behörden (u. a. Ukrajinska Prawda, Suspilne, Ukrinform, RBC Ukraine, hromadske, Radio Swoboda, Interfax-Ukraine, NV, Liga.net). Sie rahmen das Geschehen als russischen Drohnenangriff auf die Piwdennyj-Brücke, wobei Bürgermeister Klitschko als direkter Quelle dient. Mehrere ukrainische Quellen sowie Andrij Kowalenko vom Zentrum für Desinformationsabwehr beim NSDC deuten die Angriffe als Versuch, den Betrieb zu stören und Panik zu erzeugen („Bild für Panik“), und führen das Muster auf Russlands Einsatz reaktiver Drohnen als „technologisches Zeitfenster“ zurück. Im Vordergrund der ukrainischen Berichterstattung stehen die konkreten Verkehrs- und Transportfolgen in Kiew: Brückensperrungen, Aussetzung der Metro und Umleitungen bestimmter Bus- und Trolleybuslinien. Klitschko und die KMDA betonen das Ausbleiben von Verletzten und den Einsatz der Rettungsdienste, weisen aber auf Kollateralschäden im Holosiijiwskyjrajon hin.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die vorliegenden Angaben weichen in mehreren Punkten voneinander ab. So wird der Angriff vom 2. Oktober einerseits als mindestens der vierte Drohnentreffer auf die Piwdennyj-Brücke binnen 24 Stunden (Klitschko) und andererseits als der dritte Treffer auf die Brücke in dieser Reihe beschrieben. Einzelne Angaben (u. a. Fact 282861) berichten von einem separaten Treffer in den oberen Stockwerken eines Wohnhochhauses im Darnyzkyjrajon mit Feuer, während andere Fakten explizit festhalten, dass es im Zusammenhang mit dem Brückenangriff und dem Trümmerfall im Holosiijiwskyjrajon weder Brände noch Verletzte gegeben habe. Zudem unterscheiden sich die Angaben dazu, was genau auf der Brücke getroffen wurde: teils ist von einem Treffer auf die Fahrbahn die Rede, teils von einem Treffer im Bereich des Pfeilers.
Hintergrund
Die Piwdennyj-Brücke (Südbrücke) ist eine der großen Dnipro-Überquerungen in Kiew. Am Morgen des 1. Oktober schlugen zwei Drohnen im Bereich des Brückenpfeilers ein; eine erste Inspektion ergab keine kritischen Strukturschäden. Bei einem weiteren Treffer am Abend des 1. Oktober wurden die Fahrbahn, ein Pfeiler, die Leitplanke und Metrobauwerke beschädigt; Metro- und Oberflächenverkehr wurden ausgesetzt. Die Angriffe vom 1. Oktober werden in den vorliegenden Angaben als die ersten russischen Angriffe auf eine der großen Kiewer Transportbrücken über den Dnipro seit Beginn der Vollinvasion beschrieben. Andrij Kowalenko, in den Fakten als ehemaliger Leiter des Zentrums für Desinformationsabwehr beim NSDC (Nationaler Sicherheits- und Verteidigungsrat) bezeichnet, verwies auf ein „technologisches Zeitfenster“ durch russische Bestände an reaktiven Drohnen, die die Ukraine noch zu bekämpfen lerne; solche Drohnen könnten die Brücke nicht zerstören, aber beschädigen und den Betrieb blockieren. NSDC-Sekretär Ihor Klymenko meldete nach den vorliegenden Angaben 235 Luftalarme in Kiew seit dem 27. August.