Russland greift Kiewer Brücken drei Tage in Folge an – Experte warnt vor anhaltender Kampagne
Der Militärexperte Wiktor Kewljuk vom Zentrum für Verteidigungsstrategien warnt, die russischen Angriffe auf Brücken über den Dnepr seien Teil einer fortlaufenden Kampagne. Allein am 1., 2. und 3. Oktober 2026 wurden Brücken in Kiew mehrfach mit Drohnen angegriffen. Bei einem erfolgreichen Ausfall der Übergänge drohe eine Unterbrechung der Logistik zwischen beiden Dnepr-Ufern und die Spaltung der Ukrzaliznytsia in zwei getrennte Inselnetze.
Das Wichtigste
- 3. Oktober 2026: Eine russische Drohne traf die Piwdennyj-Brücke (Südbrücke) in Kiew und blockierte den Verkehr.
- Bereits am 1. Oktober wurde die Südbrücke zweimal mit Drohnen angegriffen, am 2. Oktober folgten weitere Angriffe.
- Beim Angriff auf die Piwnitschna-Brücke (Nordbrücke) am 3. Oktober wurden Fahrbahn und Oberleitungsnetz der Trolleybusse beschädigt.
- Experte Wiktor Kewljuk bewertet die Angriffe als fortlaufende Kampagne, nicht als einmalige Aktion.
- Kewljuk warnt: Der Verlust von Eisenbahnbrücken über den Dnepr würde die Ukrzaliznytsia in zwei voneinander isolierte Unternehmen spalten.
- Die Einrichtung neuer Übergänge würde laut Kewljuk nicht nur organisatorische Anstrengungen, sondern auch zusätzliche Luftabwehr erfordern.
Warum es wichtig ist
Drei aufeinanderfolgende Angriffe auf Kiewer Brücken über den Dnepr deuten auf eine bewusste, andauernde Kampagne Russlands hin, nicht auf vereinzelte Schläge. Sollten die Übergänge dauerhaft ausfallen, droht eine Spaltung der ukrainischen Eisenbahn in zwei unverbundene Teile sowie erhebliche Störungen der zivilen und militärischen Logistik zwischen den Ufern. Der Aufbau von Ausweichrouten wäre nur mit zusätzlicher Luftabwehr möglich.
Was geschehen ist
In den ersten Oktobertagen 2026 haben russische Streitkräfte mehrfach Brücken in Kiew mit Drohnen angegriffen. Am 1. Oktober 2026 wurde die Südbrücke (Piwdennyj mist) zweimal getroffen, wobei ein Pfeiler, die Fahrbahn und das Schutzgelände des Metrotunnels beschädigt wurden. Am 2. Oktober folgten weitere Angriffe auf dieselbe Brücke. Am Morgen des 3. Oktober 2026 schlug eine Drohne auf der Nordbrücke (Piwwnitschnyj mist) ein und beschädigte die Fahrbahn sowie die Trolleybus-Oberleitung; der Verkehr wurde blockiert. Nach Einschätzung des Militärexperten Wiktor Kewljuk vom Zentrum für Verteidigungsstrategien handelt es sich um eine fortlaufende Kampagne. Er warnt vor einer Unterbrechung der Verbindungen zwischen beiden Dnepr-Ufern, einer Verlangsamung der Logistik und der möglichen Spaltung der Ukrzaliznytsia in zwei voneinander isolierte Inselnetze. Der Militärexperte Denys Popovych sagte im Interview mit Radio NV, das Ziel der Angriffe sei es, das linke Kiewer Ufer vom rechten abzuschneiden, wies aber zugleich darauf hin, dass Russland die Brücken mit Geran-Drohnen nicht zerstören könne, und wollte keine genaue Zahl von Angriffen nennen, die für einen Einsturz nötig wären.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Verteidigungsexperten wie Wiktor Kewljuk vom Zentrum für Verteidigungsstrategien ordnen die Brückenangriffe als gezielte russische Kampagne mit strategischen Folgen für die ukrainische Logistik ein. Im Fokus der nationalen Sicherheitsanalyse stehen mögliche Folgen für die Ukrzaliznytsia, die Versorgung beider Dnepr-Ufer und der Bedarf an zusätzlicher Luftabwehr für Ausweichrouten.