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Kiew plant Reserveübergänge über den Dnipro als Ausweich für beschädigte Brücken

Nach wiederholten russischen Drohnenangriffen auf Kiewer Brücken kündigt Infrastrukturminister Mykola Kalaschnyk den Bau mehrerer Reserveübergänge über den Dnipro an. Die Arbeiten sollen nächste Woche beginnen; langfristig wird auch ein Tunnel unter dem Fluss geprüft.

Das Wichtigste

  • Infrastrukturminister Mykola Kalaschnyk kündigte im Interview mit Suspilne an, dass der Bau mehrerer Reserveübergänge über den Dnipro in Kiew nächste Woche beginnen soll.
  • Schnellste Lösung sind aufgeschüttete Dämme mit Pontonübergängen, die die beiden Ufer Kiews verbinden sollen.
  • Die einzelnen Reserveübergänge sollen laut Kalaschnyk jeweils bis zu drei Monate Bauzeit benötigen und mindestens die Hälfte der Leistungsfähigkeit der bestehenden Brücken erreichen.
  • Im Schnitt überqueren laut Kalaschnyk rund 600.000 Fahrzeuge pro Tag die beiden Ufer Kiews.
  • Ähnliche Reserveübergänge sind nicht nur in Kiew, sondern auch in anderen Regionen der Ukraine geplant – und nicht nur am Dnipro.
  • Langfristig prüft das Ministerium auch den Bau eines Tunnels unter dem Dnipro; Großprojekte könnten laut Kalaschnyk Dutzende Milliarden Hrywnja kosten und seien nur mit Unterstützung internationaler Partner, Geber und Investoren umsetzbar.
  • Am 1. und 2. Oktober 2026 wurde die Piwdennyj-Brücke (Südbrücke) in Kiew mindestens fünfmal innerhalb von etwa 1,5 Tagen von russischen Drohnen getroffen; danach wurde der Verkehr – auch auf der Metro – vollständig eingestellt.
  • Am Morgen des 3. Oktober 2026 schlug ein russischer Drohnenangriff die Piwnitschnyj-Brücke (Nordbrücke) in Kiew, beschädigte die Fahrbahn und die Oberleitungsanlage für Oberleitungsbusse; zwei Menschen wurden verletzt.
  • Kalaschnyk nannte eine vierstufige Priorität: Treffer verhindern, Brücken schützen, sie schnell wiederherstellen und alternative Reserveübergänge bauen.

Warum es wichtig ist

Kiews Brücken sind die einzigen Straßen- und Metrolinien, die das linke und das rechte Ufer der Hauptstadt verbinden – rund 600.000 Fahrzeuge sind täglich auf sie angewiesen. Da Russland diese Brücken Anfang Oktober mit Drohnen angegriffen und die Piwdennyj-Brücke (Südbrücke) lahmgelegt sowie die Piwnitschnyj-Brücke (Nordbrücke) beschädigt hat, sind Ausweichrouten über den Fluss für die Grundversorgung der Stadt entscheidend. Die geplanten Reserveübergänge sollen mindestens die Hälfte der Kapazität der bestehenden Brücken sichern, sind aber technisch und finanziell anspruchsvoll: Schon einzelne Übergänge brauchen bis zu drei Monate Bauzeit, ein Tunnelprojekt Dutzende Milliarden Hrywnja und internationale Unterstützung.

Was geschehen ist

Der ukrainische Minister für Wiederaufbau, Infrastruktur und Transport, Mykola Kalaschnyk, sagte im Interview mit Suspilne, Kiew werde ab der nächsten Woche mehrere Reserveübergänge über den Dnipro bauen. Vorgesehen sind aufgeschüttete Dämme mit Pontonübergängen, die das linke und rechte Ufer verbinden sollen, falls bestehende Brücken beschädigt werden. Nach seinen Worten sind die Standorte bereits festgelegt, die Vorarbeiten laufen, und der eigentliche Bau soll in naher Zukunft beginnen. Einzelne Übergänge könnten bis zu drei Monate Bauzeit benötigen und mindestens die Hälfte der Leistungsfähigkeit der bestehenden Brücken erreichen. Im Durchschnitt überqueren rund 600.000 Fahrzeuge pro Tag die beiden Ufer Kiews. Ähnliche Reserveübergänge sollen nicht nur in Kiew, sondern auch in anderen Regionen der Ukraine und nicht nur am Dnipro entstehen. Langfristig prüft das Ministerium zudem schnell errichtete Betonkonstruktionen und einen Tunnel unter dem Dnipro – solche Großprojekte könnten laut Kalaschnyk Dutzende Milliarden Hrywnja kosten und seien nur mit Unterstützung internationaler Partner, Geber und Investoren möglich. Hintergrund sind russische Drohnenangriffe auf Kiewer Brücken: Am 1. und 2. Oktober 2026 traf die Piwdennyj-Brücke (Südbrücke) mindestens fünfmal innerhalb von etwa 1,5 Tagen, wobei bei einem Angriff am 1. Oktober eine Drohne nahe einem Brückenpfeiler während der Fahrt eines Metrozuges detonierte. Danach wurde der Verkehr auf der Brücke – auch für die Metro – vollständig eingestellt. Am Morgen des 3. Oktober 2026 schlug zudem ein russischer Drohnenangriff die Piwnitschnyj-Brücke (Nordbrücke) und beschädigte die Fahrbahn und die Oberleitungsanlage; zwei Menschen wurden verletzt. Am 2. Oktober führte die Stadt neue Verkehrsregeln für die Brücken über den Dnipro ein, darunter deutliche Einschränkungen auf der Piwnitschnyj-Brücke vom rechten auf das linke Ufer während Luftalarms.

Wo die Berichte auseinandergehen

Über die Zahl der russischen Drohnentreffer auf die Piwdennyj-Brücke (Südbrücke) Anfang Oktober wird unterschiedlich berichtet: Eine Quelle nennt mindestens vier Treffer, andere geben mindestens fünf Treffer innerhalb von etwa 1,5 Tagen an. Zu den neuen Verkehrsregeln auf den Brücken, die am 2. Oktober eingeführt wurden, widersprechen sich die Angaben: Eine Quelle hebt hervor, dass auf der Piwnitschnyj-Brücke (Nordbrücke) der Verkehr vom rechten auf das linke Ufer während Luftalarms deutlich eingeschränkt wurde; eine andere erläutert, dass während Luftalarms die Piwdennyj-Brücke und die Podilsko-Woskresensky-Brücke für 15 Minuten gesperrt würden und andere Brücken ohne Einschränkungen blieben. Beim Ausmaß der Verkehrsbehinderungen am 2. Oktober beschreiben einige Quellen die Schließung der Piwdennyj-Brücke, der Paton-Brücke und der Metrobücke für öffentliche Verkehrsmittel mit Umleitung über die Darnytskyj-Brücke, während andere von einem stadtweiten Verkehrskollaps mit blockierten Hauptverkehrsstraßen und Fußgängern auf den Brücken sprechen.

Hintergrund

Das Thema wurde laut Kalaschnyk bei einer Koordinationsbesprechung unter Vorsitz des Präsidenten aufgegriffen, an der das Ministerium, die Wiederaufbauagentur, das Militär und die Kiewer Stadtverwaltung beteiligt waren – das Ministerium übernahm die Federführung, weil die Stadt das Thema nach seinen Worten nicht eigenständig bearbeitet habe. Kalaschnyk formulierte eine vierstufige Prioritätenfolge: Treffer verhindern, Brücken schützen, sie schnell wiederherstellen und alternative Reserveübergänge bauen. Ähnliche Reserveübergänge sind nicht nur in Kiew, sondern auch in anderen Regionen der Ukraine geplant und nicht nur am Dnipro.