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Ukraines Oberbefehlshaber Drapatji legt „Kriegsplan“ dem Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat vor

Der ukrainische Oberbefehlshaber Mychajlo Drapatji hat einen sogenannten „Kriegsplan“ ausgearbeitet und zur Prüfung an den Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat (RNBO) übergeben. Laut „Ukrajinska Prawda“ handelt es sich vermutlich um das erste strategische Dokument dieser Art für die Ukraine seit Beginn der großangelegten Invasion. Gleichzeitig hat Drapatji Dutzende Obristen und Generäle in die Reserve versetzt.

Das Wichtigste

  • Mychajlo Drapatji, Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine seit 22. Juli 2026, hat einen „Kriegsplan“ erarbeitet und dem RNBO zur Prüfung vorgelegt.
  • Zum Zeitpunkt der Berichterstattung befand sich das Dokument bereits seit mehreren Wochen in der Überprüfung durch den RNBO.
  • Laut „Ukrajinska Prawda“ unter Berufung auf zwei hochrangige Quellen ist dies vermutlich der erste „Kriegsplan“ dieser Art für die Ukraine seit Beginn der großangelegten Invasion.
  • Der Plan soll beantworten, was die ukrainische Armee zur Erhaltung des Landes tun muss und in welchen Zeiträumen.
  • Er behandelt praktische Fragen der Heeresführung, etwa ob frontnahe Soldaten in reiner Aufklärungsfunktion („Augen und Ohren“) ohne Kampfmöglichkeit dort gehalten werden sollen.
  • Parallel versetzte Drapatji Dutzende Obristen, Brigadegenerale und weitere Offiziere in das Offiziersreservebataillon – nach Insiderangaben in nie dagewesenem Umfang.
  • Kurz nach seinem Amtsantritt hatte Drapatji über 30 veraltete Befehle des Generalstabs aufgehoben und eine Überprüfung des Offizierskorps eingeleitet.

Warum es wichtig ist

Der Plan soll erstmals eine langfristige strategische Vision für die Fortführung des Krieges formulieren – ein Punkt, den ukrainische Kommandeure laut „Ukrajinska Prawda“ wiederholt vermisst hatten. Die gleichzeitige Versetzung zahlreicher hochrangiger Offiziere in die Reserve deutet auf einen umfassenden personellen Umbau im Generalstab hin, der die Voraussetzungen für die Umsetzung des Dokuments schaffen könnte. Praktische Fragen wie die Rolle von Aufklärungspersonal an der Front zeigen, dass der Plan operative Konsequenzen bis hinunter auf taktischer Ebene haben könnte.

Was geschehen ist

Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Mychajlo Drapatji, hat einen sogenannten „Kriegsplan“ erarbeitet und dem Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat (RNBO) zur Prüfung vorgelegt. Wie die „Ukrajinska Prawda“ am Montag, dem 5. Oktober, unter Berufung auf zwei hochrangige Quellen berichtete, befand sich das Dokument zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits seit mehreren Wochen in der Überprüfung durch den RNBO. Demnach ist es vermutlich das erste strategische Dokument dieser Art für die Ukraine seit Beginn der großangelegten Invasion. Der Plan soll festlegen, was die ukrainische Armee zur Erhaltung des Staates tun muss und in welchen Zeiträumen, und behandelt sowohl visionäre als auch praktische Fragen der Heeresführung – darunter die Frage, ob Soldaten an der vordersten Linie, die als „Augen und Ohren“ fungieren, aber kaum Kampfhandlungen führen können, dort weiterhin stationiert bleiben sollen. Parallel zur Vorlage des Plans hat Drapatji Dutzende Obristen, Brigadegenerale und weitere Offiziere in das Offiziersreservebataillon überführt; nach Insiderangaben wurden innerhalb von etwa eineinhalb Monaten nie dagewesene Ausmaße erreicht. Allein aus der Direktion für internationale Zusammenarbeit des Generalstabs wurden einem Bericht zufolge an einem Tag rund 15 Offiziere entlassen und in die Reserve versetzt.

Hintergrund

Drapatji war am 22. Juli 2026 zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine ernannt worden und hatte damit Oleksandr Syrskyj abgelöst. Kurz nach seinem Amtsantritt hob er mehr als 30 veraltete Befehle des Generalstabs auf und leitete eine Überprüfung des Offizierskorps ein, auch innerhalb des Hauptnachrichtendienstes (GUR/GShU). Er verlangte zudem von allen Kommandeuren die Nutzung des Situational-Awareness-Systems „Delta“ und reduzierte durch die Aufhebung der veralteten Befehle das Volumen der formellen Berichterstattung. Das Offiziersreservebataillon war nach Insiderangaben in den vorangegangenen etwa sechs Wochen in beispiellosem Umfang aufgefüllt worden.