Syrsky: Ukrainische Armee erhielt im ersten Halbjahr 2026 nur 15–20 % des Bedarfs
Der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrsky, hat bei einer Diskussion von LB und EFI Group erklärt, die Versorgung der Armee habe im ersten Halbjahr 2026 in allen Kategorien nur 15–20 % des tatsächlichen Bedarfs gedeckt. Er nannte als Grund dafür explizit den damaligen Minister Mychajlo Fedorow und bezog die Engpässe auf die Kampagne 2026 sowie auf zusätzliche Personalverluste.
Das Wichtigste
- Syrsky: Versorgung der Streitkräfte lag im ersten Halbjahr 2026 bei 15–20 % des realen Bedarfs – in allen Kategorien.
- Besonders kritisch war laut Syrsky der Mangel an Bodengestützten Robotikkomplexen (НРК); auch Munition, Pick-ups, Buggies und Motorräder fehlten.
- Syrsky verwies die Verantwortung auf den damaligen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow.
- Die Engpässe hätten die Umsetzung des Kampagneplans 2026 behindert und zu zusätzlichen Personalverlusten geführt.
- Syrsky nannte die Kill-Zone mit rund 30 km Breite und erklärte, 60 % der Logistik laufe über Bodenrobotik.
- Die Äußerungen fielen bei einer Diskussion von LB und EFI Group.
Warum es wichtig ist
Die Aussage beziffert eine erhebliche Unterversorgung der ukrainischen Streitkräfte im ersten Halbjahr 2026 quer durch alle Kategorien und macht dafür eine konkrete politische Figur verantwortlich. Syrsky verknüpft die Lücken mit einer gestörten Umsetzung des Kampagneplans 2026 und mit zusätzlichen Personalverlusten. Die Äußerungen fallen in eine Phase der Kabinettsumbildung – Fedorow und das übrige Kabinett traten am 14. Juli 2026 zurück – und in laufende Diskussionen über eine mögliche Ablöse Syrskys als Oberbefehlshaber.
Was geschehen ist
Oleksandr Syrsky, im Material als ehemaliger Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte bezeichnet, sagte bei einer von LB und EFI Group organisierten Diskussion, die Versorgung der Armee habe im ersten Halbjahr 2026 in allen Kategorien nur 15–20 % des realen Bedarfs gedeckt. Besonders gravierend sei der Mangel an bodengestützten Robotikkomplexen (НРК) gewesen; auch Munition, Pick-ups, Buggies und Motorräder fehlten. Auf die Frage nach den Ursachen verwies Syrsky auf den damaligen Minister Mychajlo Fedorow. Er erklärte zudem, die Kill-Zone sei rund 30 Kilometer breit und 60 % der Logistik würden über Bodenrobotik abgewickelt. Die Engpässe hätten laut Syrsky die Umsetzung des Kampagneplans 2026 behindert und zu zusätzlichen personellen Verlusten geführt.
Wo die Berichte auseinandergehen
Syrsky macht öffentlich den damaligen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow für die Unterversorgung verantwortlich. Fedorow hingegen stellte in seiner letzten Pressekonferenz den Konflikt umgekehrt dar und erklärte, er habe selbst vorgeschlagen, Syrsky und Generalstabschef Andrij Hnatow auszutauschen. Syrsky habe ihm gegenüber dem Material zufolge ein Ultimatum gestellt und „sich ausgedacht, wie man das Land spalten könne“. Präsident Selenskyj soll laut Medienberichten in einem Treffen mit der Fraktion „Diener des Volkes“ gesagt haben, dass eigentlich sowohl Fedorow als auch Syrsky entlassen werden müssten, er dies aber derzeit nicht tun könne – Fedorow seinerseits rückte den Streit in den Rahmen seiner eigenen Entlassung.
Hintergrund
Syrsky wird im Material als ehemaliger Oberbefehlshaber der Streitkräfte geführt. Am 14. Juli 2026 unterstützte die Werchowna Rada eine Resolution zum Rücktritt von Premierministerin Julia Swyrydenko; das gesamte Kabinett einschließlich des damaligen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow trat daraufhin automatisch zurück. In seiner letzten Pressekonferenz erklärte Fedorow, er habe einen Konflikt mit Syrsky gehabt und dessen Ablösung sowie die Hnatows vorgeschlagen. Syrsky soll Fedorow zufolge ein Ultimatum gestellt und „sich ausgedacht haben, wie man das Land spalten könne“. Medienberichten zufolge sagte Selenskyj der Fraktion „Diener des Volkes“, eigentlich müssten sowohl Fedorow als auch Syrsky entlassen werden, er könne dies aber im Moment nicht tun. Die Financial Times berichtete, Selenskyj wolle am 18.–19. Juli Militärpersonal anhören und Kandidaten für die Nachfolge Syrskys interviewen. Im Zuge von Gerüchten über eine Ablöse des Oberbefehlshabers veröffentlichten Kommandeure der Verteidigungskräfte öffentliche Erklärungen mit Unterstützung für Syrsky; hromadske zufolge erhielten Brigadekommandeure die Anweisung, Videos in dieser Sache aufzunehmen. Syrskys Angaben zur Kill-Zone (rund 30 km) und zum Anteil der Bodenrobotik an der Logistik (60 %) stammen aus derselben Diskussion von LB und EFI Group.