Großbritannien beschleunigt Lieferung von LMM-Raketen an die Ukraine und kündigt neues Luftabwehrpaket an
Großbritannien wird die Lieferung britischer Mehrzweck-Leichtraketen (LMM) an die Ukraine beschleunigen. Zugleich kündigte London im Vorfeld des Besuchs von Präsident Wolodymyr Selenskyj ein neues Luftabwehr-Raketenpaket im Wert von 45 Millionen Pfund an, von dem Lieferungen im Wert von 10 Millionen Pfund vorgezogen werden sollen, um die dringendsten Bedürfnisse der Ukraine vor dem Winter zu decken. Ministerpräsident Keir Starmer wies seine Minister an, in den kommenden Wochen weitere Pakete mit Militärhilfe, finanzieller Unterstützung und Sanktionen gegen Russland vorzubereiten. Großbritannien setzt zudem das Verbot von Schiffsdienstleistungen für den Export von russischem Flüssigerdgas (LNG) vollständig um und wirbt bei Partnern für ähnliche Beschränkungen.
Das Wichtigste
- Großbritannien beschleunigt die Lieferung von LMM-Mehrzweck-Leichtraketen an die Ukraine.
- London hat bereits zugesagt, über vier Jahre mehr als 5.000 LMM-Raketen im Gesamtwert von 1,6 Mrd. Pfund zu liefern.
- Neues Luftabwehr-Raketenpaket im Wert von 45 Mio. Pfund; davon werden Lieferungen im Wert von 10 Mio. Pfund vorgezogen, um die dringendsten Bedürfnisse vor dem Winter zu decken.
- Keir Starmer hat Minister angewiesen, in den kommenden Wochen weitere Pakete mit Militärhilfe, finanzieller Unterstützung und Sanktionen gegen Russland vorzubereiten.
- Großbritannien setzt das Verbot von Schiffsdienstleistungen für den Export von russischem LNG vollständig um und ruft Partner zu ähnlichen Beschränkungen auf.
- Finanzminister John Healey will das Thema Exportbeschränkungen für russisches LNG bei den IWF-Treffen in Bangkok ansprechen.
- Präsident Wolodymyr Selenskyj wird in London erwartet, wo ihn Premierminister Keir Starmer empfängt; Gespräche über die Abwehr russischer Drohnen vom Typ Shahed sind geplant.
Warum es wichtig ist
Die beschleunigten Raketenlieferungen zielen auf russische Drohnen mit Jetantrieb, die schneller und schwerer zu erfassen sind als konventionelle propellergetriebene Drohnen und bereits Ziele weit hinter der Front, darunter Kiew, getroffen haben. Das neue Paket im Wert von 45 Mio. Pfund sowie die vorgezogenen Lieferungen im Wert von 10 Mio. Pfund sind auf die dringendsten Bedürfnisse der Ukraine vor dem Winter ausgerichtet. Gleichzeitig setzt Großbritannien ein Verbot von Schiffsdienstleistungen für russisches LNG durch und wirbt bei Partnern für ähnliche Beschränkungen, was den Sanktionsdruck auf russische Energieexporte erhöhen soll. Die Ankündigungen fallen mit einem Präsidentenbesuch in London zusammen und signalisieren eine fortgesetzte britische politische und militärische Unterstützung der Ukraine.
Was geschehen ist
Großbritannien kündigte an, die Lieferung britischer LMM-Mehrzweck-Leichtraketen an die Ukraine zu beschleunigen. Diese Raketen werden zur Bekämpfung von Luftzielen, insbesondere reaktiven Drohnen, eingesetzt. Bereits zuvor hatte London zugesagt, über vier Jahre mehr als 5.000 LMM-Raketen im Gesamtwert von 1,6 Mrd. Pfund zu liefern. Zusätzlich wurde ein neues Luftabwehr-Raketenpaket im Wert von 45 Mio. Pfund angekündigt, von dem Lieferungen im Wert von 10 Mio. Pfund vorgezogen werden sollen, um die dringendsten Bedürfnisse der Ukraine vor dem Winter zu decken. Premierminister Keir Starmer wies seine Minister an, in den kommenden Wochen weitere Pakete mit Militärhilfe, finanzieller Unterstützung und Sanktionen gegen Russland vorzubereiten. Großbritannien setzt zudem das Verbot von Schiffsdienstleistungen für den Export von russischem LNG vollständig um, um Russlands Zugang zu britischen Reedereien und Versicherern zu erschweren, und ruft Partner zu ähnlichen Beschränkungen auf. Finanzminister John Healey will das Thema Exportbeschränkungen für russisches LNG bei den IWF-Treffen in Bangkok ansprechen. Präsident Wolodymyr Selenskyj wird in London erwartet, wo er von Starmer empfangen wird; im Mittelpunkt der Gespräche steht die Stärkung der ukrainischen Verteidigung gegen russische Drohnen vom Typ Shahed, die auch Ziele weit hinter der Front, darunter Kiew, angreifen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Alle vorliegenden Quellen stammen aus der Ukraine. Die ukrainische Berichterstattung stellt die militärische Unterstützung in den Vordergrund und betont die Beschleunigung der LMM-Lieferungen, das neue Luftabwehrpaket im Wert von 45 Mio. Pfund sowie die Notwendigkeit, russischen Jet-Drohnen vor dem Winter etwas entgegenzusetzen. Zugleich hebt die Berichterstattung die bilaterale Dimension hervor: den Besuch Selenskyjs in London, sein Treffen mit dem britischen Premierminister, den britischen Vorstoß für Sanktionen gegen russisches LNG und die erklärte Bereitschaft Großbritanniens, an der Seite der Ukraine zu stehen.
Wo die Berichte auseinandergehen
Eine Quelle bezeichnet John Healey als Verteidigungsminister („міністр оборони"), während mehrere andere Quellen ihn als Finanzminister beziehungsweise Schatzkanzler („міністр фінансів", „Chancellor of the Exchequer") kennzeichnen.
Hintergrund
Großbritannien hatte bereits zugesagt, über vier Jahre mehr als 5.000 LMM-Raketen im Gesamtwert von 1,6 Mrd. Pfund an die Ukraine zu liefern. Am 8. Oktober kündigte London 54 Mio. Pfund zur Unterstützung des ukrainischen Energiesektors und humanitärer Bedürfnisse vor dem Winter an und erweiterte zum zweiten Mal seit Anfang Oktober die Sanktionen gegen Russland um 23 Organisationen, drei Personen und 12 Tanker der „Schattenflotte“. Der Besuch Selenskyjs in London wurde am 10. Oktober in einem Telefonat zwischen Selenskyj und Starmer vereinbart; Starmer hat seine Minister angewiesen, in den kommenden Wochen weitere Pakete mit Militärhilfe, finanzieller Unterstützung und Sanktionen vorzubereiten.