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Großbritannien stellt 17 Millionen Pfund für Reparatur des Tschernobyl-Schutzmantels bereit

Großbritannien wird 17 Millionen Pfund Sterling (rund 20 Millionen Euro) für die Reparatur des Neuen Sicheren Einschlusses über dem zerstörten vierten Reaktor des Kernkraftwerks Tschernobyl bereitstellen. Die Mittel wurden am 14. Oktober vom britischen Schatzkanzler und Außenminister angekündigt und sind Teil eines internationalen Programms, das von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in Zusammenarbeit mit der ukrainischen Regierung und G7-Geberländern koordiniert wird. Der Schutzmantel war im Februar 2025 durch einen russischen Drohnenangriff beschädigt worden.

Das Wichtigste

  • Großbritannien stellt 17 Millionen Pfund Sterling (über 20 Millionen Euro) für die Reparatur des Neuen Sicheren Einschlusses am Kernkraftwerk Tschornobyl bereit.
  • Die Mittel wurden am 14. Oktober vom britischen Schatzkanzler und Außenminister angekündigt.
  • Gefördert werden die Wiederherstellung der Schutzhülle über dem zerstörten vierten Reaktor, die Reparatur der Lüftung sowie die Verlängerung der Lebensdauer des Einschlusses.
  • Das Programm wird von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) gemeinsam mit der ukrainischen Regierung und G7-Geberländern koordiniert.
  • Der Schutzmantel wurde im Februar 2025 durch eine russische Kampfdrohne mit Sprengkopf beschädigt; dabei entstand ein Loch und ein Brand.
  • Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) erklärte im Dezember 2025, die Schutzhülle habe nach dem Einschlag ihre wichtigsten Sicherheitsfunktionen verloren.
  • Weitere Zusagen für die Wiederherstellung kommen unter anderem aus der EU (75 Mio. Euro), Deutschland (50 Mio. Euro) und Norwegen (über 9 Mio. Euro).

Warum es wichtig ist

Die Finanzierung behebt Schäden an einer kritischen Struktur der nuklearen Sicherheit, die Europa vor Strahlungsrisiken schützt. Eingebettet ist sie in eine koordinierte Geberinitiative unter Leitung der EBRD mit der Ukraine und G7-Partnern. Großbritannien nutzt die Ankündigung zugleich als Signal politischer und militärischer Unterstützung für die Ukraine. Insgesamt hat Großbritannien seit Beginn der russischen Vollinvasion bereits fast 25 Milliarden Pfund an Unterstützung für die Ukraine bereitgestellt.

Was geschehen ist

Am 14. Oktober kündigten der britische Schatzkanzler und der Außenminister an, dass Großbritannien 17 Millionen Pfund Sterling (über 20 Millionen Euro) für die Reparatur des Neuen Sicheren Einschlusses am Kernkraftwerk Tschornobyl bereitstellt. Das Geld soll kritische Instandsetzen und die Wiederherstellung der Schutzhülle über dem zerstörten vierten Reaktor, die Reparatur der Lüftungsanlage der Anlage sowie die Verlängerung der Lebensdauer des Einschlusses finanzieren. Das Vereinigte Königreich trat zudem 2020 als einer der Gründungsgeber des International Cooperation Account for Chornobyl (ICCA) bei und ist mit bisher 8 Millionen Euro nach Norwegen und Frankreich der drittgrößte Einzelgeber.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainische Berichterstattung rahmt die Reparatur des Tschornobyl-Schutzmantels sowohl als Infrastrukturthema als auch als europäische Frage der nuklearen Sicherheit. Hervorgehoben wird die Rolle des EBRD-koordinierten internationalen Programms gemeinsam mit der ukrainischen Regierung und G7-Partnern. Der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal ordnet die britische Hilfe als Beitrag zur Stärkung der nuklearen Sicherheit und zum Schutz Europas vor Strahlungsgefahren ein. Zudem verweisen ukrainische Medien auf parallele Zusagen der EU, Deutschlands und Norwegens und betten die britische Zusage in eine breitere Geberinitiative ein.

Wo die Berichte auseinandergehen

Ukrainische Quellen nennen den britischen Außenminister teils als David Lammy, teils als Ed Miliband. Beim britischen Premierminister gehen die Angaben zwischen Keir Starmer und Andy Burnham auseinander. Zudem nennt eine Quelle den Dollarwert des 17-Millionen-Pfund-Pakets mit 22,5 Millionen US-Dollar, während die Gesamtsumme der britischen Unterstützung an die Ukraine mit über 33 Milliarden US-Dollar angegeben wird.

Hintergrund

Im Februar 2025 traf eine russische Kampfdrohne mit Sprengkopf den Neuen Sicheren Einschluss, verursachte einen Brand und ein Loch in der Schutzhülle und beschädigte deren äußere und innere Hüllen, Hebevorrichtungen sowie Lüftungs- und Stromversorgungssysteme. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) erklärte im Dezember 2025, die Schutzhülle habe nach dem Einschlag ihre wichtigsten Sicherheitsfunktionen verloren, darunter die Fähigkeit, radioaktive Stoffe einzuschließen; Tragstrukturen und Überwachungssysteme blieben jedoch intakt. Im März 2025 wurden 400.000 Euro aus internationalen Kooperationsmitteln für die Schadensuntersuchung bereitgestellt; im April 2026 unterzeichnete die Ukraine mit Partnern eine Vereinbarung zur Eröffnung eines Sonderkontos für die Wiederherstellung. Deutschland kündigte im August 2026 50 Millionen Euro an, die EU hat 75 Millionen Euro und Norwegen über 9 Millionen Euro zugesagt. Großbritannien trat 2020 als Gründungsgeber des International Cooperation Account for Chornobyl (ICCA) bei und ist mit 8 Millionen Euro nach Norwegen und Frankreich der drittgrößte Einzelgeber.