Veröffentlicht am · Aktualisiert:

Selenskyj zu Besuch in Budapest anlässlich 70. Jahrestags des ungarischen Volksaufstands eingeladen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Einladung erhalten, in der kommenden Woche nach Budapest zu reisen, um an den Veranstaltungen zum 70. Jahrestag des ungarischen Volksaufstands vom 23. Oktober teilzunehmen. Die Einladung wurde vom stellvertretenden Leiter des Büros des Präsidenten der Ukraine, Ihor Zhovkva, in einem Interview mit Euronews bekannt gegeben. Gleichzeitig bereiten Selenskyj und der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar ihr erstes offizielles bilaterales Treffen am Freitagmorgen am Rande eines EU-Gipfels in Brüssel vor.

Das Wichtigste

  • Selenskyj wurde nach Budapest zur Teilnahme an Veranstaltungen zum 70. Jahrestag des ungarischen Volksaufstands am 23. Oktober eingeladen.
  • Die Einladung wurde von Ihor Zhovkva, stellvertretender Leiter des Büros des Präsidenten der Ukraine, in einem Euronews-Interview angekündigt.
  • Ein Besuch in Budapest wurde von ukrainischer Seite noch nicht bestätigt.
  • Selenskyj und Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar bereiten ihr erstes offizielles bilaterales Treffen am Freitagmorgen am Rande eines EU-Gipfels in Brüssel vor.
  • Am Montag, den 12. Oktober, verabschiedete die Werchowna Rada Änderungen am Bildungsgesetz in beiden Lesungen vollständig, die Voraussetzung dafür waren, dass Ungarn der Eröffnung der Cluster 2 und 3 der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine zustimmte.
  • Am folgenden Tag eröffnete die EU Verhandlungen mit der Ukraine zu zwei Clustern, nachdem Ungarn seine Einwände zurückgezogen hatte.
  • Laut Zhovkva sind die Erwartungen Kiews an das bevorstehende Treffen „sehr positiv".

Warum es wichtig ist

Ein möglicher Besuch des ukrainischen Präsidenten in Budapest wäre ein bedeutender Schritt beim Wiederaufbau der Beziehungen zwischen der Ukraine und Ungarn, die durch jahrelange Streitigkeiten belastet waren. Die Einladung fällt mit der Vorbereitung des ersten offiziellen bilateralen Treffens zwischen Selenskyj und Ministerpräsident Péter Magyar zusammen, nach monatelangen Verhandlungen über Zeit und Ort. Erst kürzlich hatte die Ukraine die Eröffnung von zwei weiteren EU-Beitrittsclustern erreicht, nachdem die Werchowna Rada Änderungen am Bildungsgesetz verabschiedet hatte, die Ungarn zur Zustimmung verlangt hatte. Insgesamt spiegelt die Einladung ein diplomatisches Tauwetter wider, das nach Jahren von Konflikten, die den EU-Kurs der Ukraine behindert hatten, konkrete Fortschritte ermöglichen könnte.

Was geschehen ist

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Einladung erhalten, in der kommenden Woche nach Budapest zu reisen, um an den Veranstaltungen zum 70. Jahrestag des ungarischen Volksaufstands vom 23. Oktober teilzunehmen. Die Einladung wurde vom stellvertretenden Leiter des Büros des Präsidenten der Ukraine, Ihor Zhovkva, in einem Interview mit Euronews öffentlich bekannt gegeben. Ein Besuch wurde von ukrainischer Seite noch nicht offiziell bestätigt.

Parallel dazu bereiten Selenskyj und der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar ihr erstes offizielles bilaterales Treffen am Freitagmorgen am Rande eines EU-Gipfels in Brüssel vor. Dem Treffen gingen monatelange Verhandlungen über Zeit und Ort voraus; im Juli hatten die beiden Staatschefs nach Amtsantritt der Regierung Magyar vereinbart, sich zunächst in einer der beiden Hauptstädte und anschließend in Berehowe im ukrainischen Transkarpatien zu treffen, wo eine große ungarische Minderheit lebt.

Am 12. Oktober verabschiedete die Werchowna Rada in beiden Lesungen vollständig Änderungen am Bildungsgesetz, die Ungarn zur Voraussetzung für die Zustimmung zur Eröffnung der Cluster 2 und 3 der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine gemacht hatte. Am folgenden Tag eröffnete die EU Verhandlungen zu zwei Clustern, nachdem Ungarn seine Einwände zurückgezogen hatte. Laut Zhovkva sind inzwischen vier Cluster eröffnet und zwei verbleiben noch.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle vorliegenden Quellen sind ukrainischsprachig und rahmen die Einladung als positive diplomatische Entwicklung. Sie betonen Kiews Dankbarkeit gegenüber Ungarn für die Unterstützung der EU-Beitrittsverhandlungen und bezeichnen die ukrainischen Erwartungen als „sehr positiv". Die ukrainischen Medien heben die Rolle des stellvertretenden Leiters des Präsidialamts als Überbringer der Einladung hervor und unterstreichen die Bildungsgesetzänderungen der Werchowna Rada als Voraussetzung für die ungarische Unterstützung bei den EU-Beitrittsverhandlungen. Die Berichterstattung rückt das geplante bilaterale Treffen in Brüssel in den Vordergrund und verortet den möglichen Budapester Besuch in einer Erzählung wiederhergestellter Beziehungen und Fortschritten Richtung EU.

Hintergrund

Selenskyj hatte Budapest zuletzt am 7. November 2024 anlässlich des Gipfels der Europäischen Politischen Gemeinschaft besucht, als Viktor Orbán Ministerpräsident war. Nach dem Amtsantritt der Regierung von Péter Magyar einigten sich die beiden Staatschefs im Juli darauf, sich zunächst in einer der beiden Hauptstädte und dann in Berehowe in der ukrainischen Region Transkarpatien zu treffen, wo eine große ungarische Minderheit lebt. Am 23. Oktober 1956 hatten sich studentische Proteste in Ungarn zu einem Massenaufstand gegen die sowjetische Herrschaft ausgeweitet, an dem sich etwa 200.000 Menschen beteiligten; der 70. Jahrestag ist für den 23. Oktober angesetzt.