Selenskyj spricht mit US-Beauftragten Witkoff und Kushner über Luftabwehr und Diplomatie
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Sonntag, dem 18. Oktober, mit den Beauftragten von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, telefoniert. Dabei wurden die Ergebnisse eines Treffens der ukrainischen und amerikanischen Teams in Florida, die Luftabwehr, die anhaltenden russischen Angriffe und die nächsten diplomatischen Schritte erörtert.
Das Wichtigste
- Selenskyj sprach am Sonntag, dem 18. Oktober, mit Steve Witkoff und Jared Kushner, den Beauftragten von US-Präsident Donald Trump.
- Die Unterredung wurde von Selenskyj über soziale Medien bekannt gegeben.
- Themen waren die Ergebnisse eines Treffens der ukrainischen und US-amerikanischen Teams in Florida.
- Selenskyj erklärte, dass die ukrainische und die US-Seite in ständigem Kontakt stehen und nächste diplomatische Schritte vorbereiten.
- Er sagte, die USA würden ständig über die Lage mit den russischen Angriffen und zur Luftabwehr informiert.
- Selenskyj stellte fest, dass in der Frage der Luftabwehr vieles von der Position der USA abhänge.
- Die Ukraine sei weiterhin bereit, konstruktiv, ehrlich und auf ein reales Ergebnis hin zu arbeiten.
Warum es wichtig ist
Das Gespräch fand in einer Phase aktiver US-vermittelter Diplomatie statt und verband das Telefonatlich Selenskyjs mit ranghohen US-Beauftragten mit dem vorangegangenen Florida-Treffen der ukrainischen und amerikanischen Teams. Mit der Luftabwehr stand ein zentraler Punkt der ukrainischen Verwundbarkeit gegenüber russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf der Tagesordnung. Selenskyj nutzte die Gelegenheit, die ununterbrochenen russischen Angriffe und die Dauer des Krieges von mehr als viereinhalb Jahren als Argument für konkrete Ergebnisse zu betonen.
Was geschehen ist
Am Sonntag, dem 18. Oktober 2026, führte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Telefonat mit Steve Witkoff und Jared Kushner, den Beauftragten von US-Präsident Donald Trump. Selenskyj gab das Gespräch über soziale Medien bekannt. Inhalt waren die Ergebnisse eines vorangegangenen Treffens der ukrainischen und amerikanischen Teams in Florida sowie die nächsten Schritte der Diplomatie. Selenskyj erklärte, beide Seiten stünden in ständigem Kontakt und bereiteten die nächsten Schritte vor. Er sagte zudem, die ukrainische Seite informiere die Partner laufend über die Lage der russischen Angriffe, die nicht einmal für eine Minute aufhörten. Die Luftabwehr wurde ausdrücklich als Thema genannt; Selenskyj stellte fest, dass in dieser Frage vieles von der Position der USA abhänge. Er bekräftigte die Bereitschaft der Ukraine, weiterhin konstruktiv, ehrlich und auf ein konkretes Ergebnis hin zu arbeiten, und betonte, dass Frieden nur durch Stärke und vertrauensbasierte Zusammenarbeit möglich sei. Am selben Tag erklärte Selenskyj zudem, die USA hätten die für die Abwehr russischer Raketenschläge kritisch wichtige Aufklärungsinformationen wieder vollständig bereitgestellt.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Medien stellten die Social-Media-Bekanntgabe Selenskyjs in den Vordergrund und zitierten ihn ausführlich. Sie hoben die Rolle der russischen Angriffe, die Abhängigkeit der Luftabwehrfrage von der US-Position und die Bereitschaft der Ukraine zu konstruktiver Arbeit für ein „reales Ergebnis" hervor. Die Berichterstattung verwies zudem auf das Florida-Treffen als unmittelbaren Hintergrund und auf die Spannungen in der Aufklärungskooperation mit den USA und stellte das Telefonat als Fortsetzung des ständigen ukrainisch-amerikanischen Kontakts dar.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Die einzige vorliegende englischsprachige internationale Quelle (APA, Aserbaidschan) berichtete das Telefonatlich knapper und konzentrierte sich auf das Faktum des Gesprächs zwischen Selenskyj und Trumps Beauftragten, ohne näher auf Luftabwehr, Spannungen in der Aufklärungskooperation oder Selenskyjs weitergehende Äußerungen zu Russland und Frieden einzugehen.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen unterscheiden sich in der Frage, ob Witkoff und Kushner mit einer Einstellung der Aufklärungshilfe für die Ukraine wegen der Angriffe auf russische Ölraffinerien gedroht hatten, und wie der Status dieser Aufklärungshilfe danach zu bewerten ist: Die Berichte stellten die Drohungen als ausgesprochen und zum 14. Oktober noch nicht umgesetzt dar, während Selenskyj am 18. Oktober erklärte, die USA hätten die Bereitstellung der Aufklärungsinformationen wieder aufgenommen.
Hintergrund
Anfang Oktober hatte Selenskyj gegenüber NPR erklärt, das ukrainische Militär habe Warnungen und Drohungen von US-Seite zur Aufklärungskooperation im Zusammenhang mit Angriffen auf russische Ölraffinerien erhalten, diese Drohungen seien zu jenem Zeitpunkt aber nicht umgesetzt worden. Berichte über Verhandlungen in Miami/Florida beschrieben, dass Witkoff und Kushner dort Mechanismen zur Freigabe russischer Vermögenswerte unter US-Aufsicht vorgestellt und dabei angeblich mit einer Einstellung der Aufklärungshilfe wegen ukrainischer Angriffe auf russische Ölraffinerien gedroht hatten. Am 18. Oktober erklärte Selenskyj, die USA hätten die für die Abwehr russischer Raketenschläge kritisch wichtige Aufklärungsinformationen wieder vollständig bereitgestellt.