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Selenskyj: Informationen über russische Raketenstarts erhält die Ukraine nur aus den USA

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf einer Pressekonferenz in Brüssel, dass die Ukraine Informationen über Starts russischer ballistischer Raketen ausschließlich von den Vereinigten Staaten erhält. Die allgemeine nachrichtendienstliche Zusammenarbeit umfasst nach seinen Angaben Dutzende Partnerländer. Zugleich bestätigte er, dass Washington mit einem Ende der Geheimdienstweitergabe gedroht habe, falls die Ukraine Angriffe auf russische Ölraffinerien nicht einstelle.

Das Wichtigste

  • Selenskyj sprach am Rande des EU-Gipfels in Brüssel.
  • Informationen zu ballistischen Raketenstarts kommen nach seinen Worten nur aus den USA.
  • Insgesamt kooperiert die Ukraine seit Beginn der großangelegten Invasion mit Dutzenden Ländern im Bereich Nachrichtendienste.
  • Selenskyj bestätigte, dass die USA mit dem Stopp der Geheimdienstweitergabe gedroht hatten, sollte die Ukraine russische Ölraffinerien weiter angreifen.
  • Nach Angaben von Bloomberg und der Financial Times verknüpfte die Trump-Administration die Geheimdienstweitergabe mit einem Ende der Angriffe auf russische Energieinfrastruktur.
  • Die USA erklärten laut Politico das Fehlen von Warnungen vor einem Raketenangriff am Abend des 12. Oktober mit schlechtem Wetter.
  • Selenskyj kündigte an, die Ukraine arbeite daran, in diesem Bereich maximal unabhängig zu werden.

Warum es wichtig ist

Die Aussage macht eine konkrete Abhängigkeit der ukrainischen Luftverteidigung von US-Geheimdienstinformationen zur Frühwarnung vor ballistischen Raketen sichtbar. Sie offenbart zugleich Spannungen in der Partnerschaft mit Washington, die an ukrainische Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur geknüpft sind. Vor diesem Hintergrund gewinnt das von Selenskyj formulierte Ziel an Gewicht, die Ukraine in der Raketenfrühwarnung unabhängiger zu machen.

Was geschehen ist

Präsident Wolodymyr Selenskyj trat am Rande des EU-Gipfels in Brüssel vor die Presse und erklärte, die Ukraine erhalte Informationen über Starts russischer ballistischer Raketen ausschließlich von den Vereinigten Staaten. Die generelle Zusammenarbeit im Bereich Nachrichtendienste umfasse hingegen Dutzende Partnerländer, mit denen die Ukraine seit Beginn der großangelegten Invasion Daten austausche. Selenskyj bedankte sich ausdrücklich bei den USA für die Geheimdienstunterstützung und betonte zugleich, die Ukraine arbeite an allen Optionen, um in diesem Bereich maximal unabhängig zu werden. Er bestätigte zudem Berichte, wonach Washington gedroht habe, die Weitergabe von Geheimdienstdaten einzustellen, sollte die Ukraine Angriffe auf russische Ölraffinerien nicht einstellen. Hintergrund ist nach Angaben von Bloomberg und der Financial Times eine Forderung der Trump-Administration, die Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur nach der von Donald Trump angekündigten Energie-Waffenruhe zu stoppen. Ein mit der Materie vertrauter Informant erklärte gegenüber Politico, das Fehlen von Warnungen vor einem Raketenangriff am Abend des 12. Oktober sei mit schlechtem Wetter begründet worden.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle vorliegenden ukrainischen Quellen führen mit der Aussage Selenskyjs an, dass Informationen über ballistische Raketenstarts nur aus den USA kommen. Sie betonen sowohl die Breite der ukrainischen Geheimdienstkooperationen als auch die spezifische Abhängigkeit von Washington bei der Raketenfrühwarnung. Zugleich stellen sie das Streben der Ukraine nach größerer Unabhängigkeit in diesem Bereich als treibende Kraft dar.

Wo die Berichte auseinandergehen

Zur Erklärung der fehlenden Warnungen vor dem Raketenangriff am Abend des 12. Oktober stehen zwei Lesarten nebeneinander: Eine mit der Materie vertraute Quelle, die von Politico zitiert wird, führte die Lücke auf schlechtes Wetter zurück, während Selenskyj sie als Teil einer grundsätzlichen Auseinandersetzung um die Geheimdienstweitergabe im Kontext der ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien darstellte. Auch bei der Einordnung der US-Drohung, die Geheimdienstweitergabe zu stoppen, unterscheiden sich die Darstellungen: Bloomberg und die Financial Times ordneten die Drohung breiter in die Forderung nach einem Ende der Angriffe auf russische Energieinfrastruktur und in die von Donald Trump angekündigte Energie-Waffenruhe ein, während Selenskyj sie enger auf den konkreten Austausch von Daten zu ballistischen Raketenstarts bezog.

Hintergrund

Die Ukraine erhält seit Beginn der großangelegten Invasion Geheimdienstdaten von Dutzenden Partnerländern. Bei früheren Angriffen hatte die Ukraine mitgeteilt, von Partnern keine Warnung vor ballistischen Raketen erhalten zu haben; US-Quellen erklärten die Lücke mit schlechtem Wetter. Die Trump-Administration verknüpfte die Fortsetzung der Geheimdienstweitergabe Medienberichten zufolge mit dem Ende ukrainischer Angriffe auf russische Energieinfrastruktur. Das französische Außenministerium erklärte, europäische Länder lieferten rund zwei Drittel der Geheimdienstdaten der Ukraine.