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Selenskyj kündigt europäische Treffen zur Luftverteidigung an und wirft den USA Verzögerung bei Patriot-Lieferungen vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für die kommende Woche Treffen in Europa angekündigt, die der Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung dienen sollen. In einem Interview mit Bloomberg warf er US-Präsident Donald Trump zugleich vor, die Ukraine zur Kapitulation gegenüber Russland drängen zu wollen und die Lieferung von Patriot-Abfangraketen zu verzögern, obwohl die Ukraine im Rahmen des PURL-Programms dafür bezahlt habe. Nach seinen Angaben liefern die USA derzeit nur 12 Patriot-Abfangraketen pro Monat.

Das Wichtigste

  • Selenskyj kündigte für die kommende Woche Treffen in Europa an, die der Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung dienen sollen.
  • Er führte ein Gespräch mit Steve Witkoff und Jared Kushner, Vertretern des US-Präsidenten.
  • Im Interview mit Bloomberg warf Selenskyj US-Präsident Donald Trump vor, die Ukraine zur Kapitulation gegenüber Russland drängen zu wollen.
  • Die USA liefern nach Selenskyjs Angaben derzeit nur 12 Patriot-Abfangraketen pro Monat – rund ein Viertel des Volumenumts unter Präsident Joe Biden.
  • Die Ukraine hat Waffen, darunter antiballistische Raketen, im Rahmen des PURL-Programms bezahlt; laut Selenskyj haben die USA nur einen Teil der bezahlten Raketen freigegeben.
  • Er äußerte die Erwartung, dass sich die Beziehungen zu den USA nach den US-Kongresswahlen am 3. November verbessern könnten.
  • Unter Trump werden Patriot-Raketen an die Ukraine verkauft; unter Biden wurden sie kostenlos als Militärhilfe bereitgestellt.

Warum es wichtig ist

Die angekündigten europäischen Treffen könnten die ukrainische Luftverteidigung angesichts russischer Angriffe auf Energie- und zivile Infrastruktur spürbar stärken. Gleichzeitig deuten Selenskyjs Vorwürfe – Druck zur Kapitulation und das Zurückhalten bereits bezahlter Patriot-Raketen – auf eine ernsthafte Belastung der bilateralen Beziehungen zwischen den USA und der Ukraine hin. Das genannte Liefervolumen von nur etwa einem Viertel der Biden-Zahlen beschreibt einen scharfen quantitativen Einbruch bei einer zentralen Versorgungslinie. Der Hinweis auf eine mögliche Verbesserung nach den US-Kongresswahlen am 3. November eröffnet einen politischen Zeitrahmen für Veränderungen.

Was geschehen ist

In seiner Abendvideobotschaft erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, die Woche sei für die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern wichtig gewesen, die die Notwendigkeit der Unterstützung der Ukraine verstünden; als Priorität nannte er die Luftverteidigung. Er kündigte für die kommende Woche Treffen in Europa an, die der Ukraine wesentlich helfen sollten. Separat hatte er ein Gespräch mit Steve Witkoff und Jared Kushner, Vertretern des US-Präsidenten, geführt; nach seinen Angaben stehen ukrainische und amerikanische Teams täglich in Kontakt. Thema des Gesprächs war auch die Lieferung von Patriot-Systemen. In einem Interview mit Bloomberg ging Selenskyj darüber hinaus und warf US-Präsident Donald Trump vor, die Ukraine zur Kapitulation vor Russland drängen zu wollen. Er erklärte, die USA hielten Patriot-Abfangraketen zurück, obwohl die Ukraine im Rahmen des PURL-Programms dafür bezahlt habe; nur ein Teil der bezahlten Raketen sei freigegeben worden, was kein technisches Problem sei. Nach seinen Angaben liefern die USA derzeit nur 12 Abfangraketen pro Monat, etwa ein Viertel des Volumenumts unter der Vorgängerregierung. Selenskyj äußerte zudem die Erwartung, dass sich die Beziehungen nach den US-Kongresswahlen am 3. November verbessern könnten.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Beide ukrainischen Quellen – die Agentur Ukrinform und die Online-Ausgabe der Ukrajinska Prawda – stellen Selenskyj als Hauptsprecher in den Mittelpunkt; Russland wird ausschließlich als Verursacher der Luftschläge auf die Energieinfrastruktur erwähnt, die den Bedarf an Luftverteidigung begründen. Die Agentur betont Selenskyjs Ankündigung der europäischen Treffen zur Stärkung der Luftverteidigung und seine Gespräche mit US-Vertretern und zeichnet damit eine nach vorn gerichtete diplomatische Haltung. Die Medienpublikation rückt dagegen Selenskyjs Vorwürfe gegen die USA – Kapitulationsdruck und Verzögerung bereits bezahlter Patriot-Lieferungen – in den Vordergrund und unterfüttert sie mit konkreten Zahlen wie 12 Raketen pro Monat und den PURL-Zahlungen, um das Defizit zu verdeutlichen.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die beiden ukrainischen Quellen zeichnen ein deutlich unterschiedliches Bild aus den Äußerungen desselben Sprechers. Ukrinform rahmt Selenskyjs Botschaft als positive europäische Luftverteidigungs-Zusammenarbeit und laufende US-Kontakte. Ukrajinska Prawda stellt dagegen Selenskyjs Vorwürfe in den Vordergrund, die USA würden die Ukraine zur Kapitulation drängen und bezahlte Patriot-Raketen zurückhalten. Beide Darstellungen stützen sich auf Aussagen Selenskyjs, betonen aber sehr unterschiedliche Aspekte.

Hintergrund

Nach früheren Berichten hatten die USA den Austausch von Geheimdienstinformationen mit der Ukraine nach einer Phase der Blockade wieder aufgenommen. Unter der Regierung Trump werden Patriot-Raketen an die Ukraine verkauft, während sie unter der Vorgängerregierung Biden im Rahmen der Militärhilfe kostenlos bereitgestellt wurden. Selenskyjs jüngstes Gespräch mit Steve Witkoff und Jared Kushner, die als Vertreter des US-Präsidenten genannt werden, fügt sich in eine Reihe jüngerer hochrangiger Kontakte ein.