Ukraine laut CNN ohne Patriot-Abfangraketen – drei Kraftwerke in Kiew getroffen
Die Ukraine hat nach Angaben einer CNN-Quelle ihre Vorräte an Abfangraketen für die US-Luftabwehrsysteme Patriot vollständig aufgebraucht. In der Nacht zum Mittwoch (14. Oktober) schlugen russische ballistische Raketen in drei Kraftwerke in Kiew und in Energieinfrastruktur in Charkiw ein; vier Menschen starben, 25 wurden verletzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert weitere Patriot-Pakete und monatlich 100–120 Raketen für den Winter.
Das Wichtigste
- Ukraine hat laut einer CNN-Quelle alle Abfangraketen für die US-Luftabwehrsysteme Patriot aufgebraucht.
- Beim nächtlichen Angriff am Mittwoch (14. Oktober) schlugen russische ballistische Raketen in drei Kraftwerke in Kiew sowie in Energieinfrastruktur in Charkiw ein; vier Menschen starben, 25 wurden verletzt.
- CNN: Nahezu alle ballistischen Raketen des jüngsten Angriffs wurden wegen fehlender Abfangraketen nicht abgefangen.
- Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Ukraine habe in diesem Jahr dreimal weniger Raketen zur Abwehr ballistischer Bedrohungen erhalten als im Vorjahr; im Winter seien monatlich 100–120 Patriot-Raketen nötig.
- Die Ukraine hat noch keine Lizenz zur Produktion von Patriot-Abfangraketen erhalten.
- Die Financial Times berichtet, US-Präsident Donald Trump habe Selenskyjs Bitte um 300 Patriot-Raketen abgelehnt, um die US-Vorräte im Kontext des Krieges gegen den Iran zu schonen.
Warum es wichtig ist
Ohne Abfangraketen kann die Ukraine russische ballistische Raketen nicht abfangen, wodurch Städte und Energieinfrastruktur ungeschützt sind. Der Mangel hat unmittelbar zu Todesopfern und Schäden beim jüngsten Angriff auf Kiew geführt. Selenskyjs Angabe von 100–120 benötigten Patriot-Raketen pro Monat steht Lieferungen gegenüber, die in diesem Jahr nur ein Drittel des Vorjahresniveaus erreichen. Eine seit Juli ausstehende US-Produktionslizenz bleibt blockiert, da Präsident Trump eine Entscheidung weiter offenlässt – ein längerfristiger Ausweg ist damit vorerst nicht in Sicht.
Was geschehen ist
Nach Angaben einer mit der Lage vertrauten Quelle, die CNN zitierte, hat die Ukraine ihre Vorräte an Abfangraketen für die US-Luftabwehrsysteme Patriot vollständig erschöpft. In der Nacht zum Mittwoch (14. Oktober) traf ein russischer Angriff mit ballistischen Raketen drei Kraftwerke in Kiew und Energieinfrastruktur in Charkiw; nach Angaben aus den Berichten starben vier Menschen in Kiew, 25 wurden verletzt. CNN zufolge wurde nahezu keine der russischen ballistischen Raketen abgefangen, weil Abfangraketen fehlten. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Ukraine habe in diesem Jahr dreimal weniger Raketen zur Abwehr ballistischer Bedrohungen erhalten als im Vorjahr; im Winter seien monatlich 100–120 Patriot-Raketen nötig. Erneut forderte er zusätzliche Patriot-Pakete und betonte, der US-Präsident verfüge über die Werkzeuge, um Frieden durch Stärke, Gerechtigkeit und Druck auf den Angreifer näher zu bringen. Eine seit Juli offene US-Lizenz für die Produktion von Patriot-Abfangraketen in der Ukraine ist weiterhin nicht erteilt; die Financial Times berichtet zudem, US-Präsident Donald Trump habe Selenskyjs Bitte um 300 Patriot-Raketen abgelehnt, um US-Vorräte angesichts des Krieges gegen den Iran zu schonen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Berichte stellen die zivilen Folgen in den Vordergrund: den Angriff auf Kiew mit vier Toten und 25 Verletzten, die drei getroffenen Kraftwerke sowie den Zusammenhang zwischen dem Mangel an Abfangraketen und der geringen Abwehrquote. Selenskyjs Appelle für zusätzliche Patriot-Pakete und sein Bedarf von 100–120 Raketen pro Monat für den Winter werden als dringender, bislang unerfüllter Bedarf gerahmt. Die Berichte betonen die seit Juli stockende Produktionslizenz und zitieren Selenskyjs Aussage, die USA hätten als Reaktion auf ukrainische Bitten um mehr Luftabwehr den Betrieb von Starlink in der Ukraine eingeschränkt. Einige ukrainische Medien verweisen zudem auf Spannungen zwischen Kiew und Washington, darunter Selenskyjs Angabe, er könne einem Ende der Angriffe auf russische Energieinfrastruktur nur im Austausch gegen zusätzliche Patriots zustimmen, sowie die zuvor von Kiew angeblich ignorierten rund sechs US-Bitten, die Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Der einzige englischsprachige Beitrag eines nicht-ukrainischen Mediums ordnet den Patriot-Mangel in den breiteren politischen Konflikt zwischen Selenskyj und Trump über den Krieg ein und verknüpft das militärische Defizit mit dem diplomatischen Streit. Diese Rahmung gewichtet die weltweite Knappheit von Patriot-Abfangraketen und die Bindung von US-Aufmerksamkeit und Vorräten durch den Krieg gegen den Iran als strukturelle Ursache des Mangels stärker als die konkreten Folgen in der Ukraine. Sie hebt Trumps berichtete Ablehnung von 300 zusätzlichen Abfangraketen und seine Weigerung hervor, eine Produktionslizenz zu bestätigen, und deutet die US-Haltung als Zurückhaltung im Zeichen amerikanischer Vorratspflege.
Wo die Berichte auseinandergehen
Über den Stand der US-Produktionslizenz für Patriot-Raketen gibt es widersprüchliche Angaben: Ein Bericht verweist auf Tramps Zustimmung beim NATO-Gipfel und auf Selenskyjs Angaben zu konkreten Vereinbarungen Ende September, während andere Quellen wiedergeben, Trump habe später erklärt, noch keine endgültige Entscheidung getroffen zu haben, und eine Lizenzerteilung weiterhin offenlässt. Auch Selenskyjs Bezifferung der ukrainischen Versorgungslage schwankt: In einer Darstellung verfügt die Ukraine nur über rund zehn Prozent der dringend benötigten Abfangraketen, in einem CNN-Interview sprach er zugleich von etwa einem Prozent und nannte fünf Prozent der US-Bestände als ausreichend für den Winter.
Hintergrund
Patriot-Abfangraketen sind teuer und weltweit knapp; andere Verbündete haben entweder ihre eigenen Bestände aufgebraucht oder verstärken wegen des Krieges mit dem Iran ihre Luftabwehr. Griechenland und Spanien halten Patriot-Abfangraketen (Griechenland mindestens 200 PAC-2) mit bald ablaufender Haltbarkeit, haben einer Weitergabe an die Ukraine aber nicht zugestimmt. Die Effektivität der ballistischen Abwehr in der Ukraine fiel nach Medienangaben von rund 40 Prozent Anfang 2026 auf nahezu null im Hochsommer, als die Vorräte schrumpften. Bereits Mitte August hatten ukrainische Vertreter CNN gegenüber erklärt, die Abfangraketen seien nahezu erschöpft, als CNN erstmals Zugang zu einem Patriot-System in der Ukraine erhielt. Ein US-Paket über 400 Millionen US-Dollar im Patriot-Bereich enthält keine Raketen; die EU-Kommission genehmigte im September den Kauf von PAC-3-Raketen über ein EU-Darlehen, wobei Lieferungen großteils erst in den kommenden Jahren erwartet werden.