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Selenskyj: Russland hat Energieinfrastruktur der Ukraine seit Trumps „Energiewaffenstillstand" 76-mal angegriffen

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, Russland habe die ukrainische Energie- und Öl-/Gasinfrastruktur seit der Ankündigung eines „Energiewaffenstillstands" durch US-Präsident Donald Trump am 11. Oktober 76-mal angegriffen. In der Nacht zum 18. Oktober trafen russische Angriffe Umspannwerke in vier Oblasten und Wohnhäuser; zehntausende Familien blieben ohne Strom, zwei Menschen starben, zwölf wurden verletzt, darunter zwei Kinder. Selenskyj rief die USA auf, Druck auf Moskau auszuüben.

Das Wichtigste

  • 11. Oktober: US-Präsident Donald Trump kündigte über soziale Medien einen sofort in Kraft tretenden „Energiewaffenstillstand" zwischen Ukraine und Russland an; Moskau bestätigte dies nicht.
  • Seit dieser Ankündigung hat Russland die ukrainische Energie- und Öl-/Gasinfrastruktur nach Angaben Selenskyjs 76-mal gezielt angegriffen.
  • In der Nacht zum 18. Oktober schlugen russische Angriffe in Umspannwerken in den Oblasten Winnyzja, Schytomyr, Chmelnyzkyj und Odessa ein; zehntausende Familien sind ohne Strom.
  • In derselben Nacht starben zwei Menschen bei Angriffen auf Wohnhäuser, darunter eine 27-jährige Frau in Saporischschja; zwölf Personen wurden verletzt, darunter zwei Kinder.
  • Über die Woche gesehen setzte Russland laut Selenskyj fast 2.700 Angriffsdrohnen, 1.700 Fliegerbomben und 66 Raketen ein, die Mehrzahl davon ballistisch.
  • Morgens am 18. Oktober traf ein russischer Angriff ein Agrar- bzw. Industrieunternehmen in Manewytschi im Oblast Wolyn; es brach ein Großbrand aus, ohne Opfer.
  • Selenskyj erklärte, das Hauptziel der Angriffe sei der ukrainische Energiesektor; Russland versuche, einen Blackout zu erzeugen, und forderte die USA auf, Druck auf Moskau auszuüben.

Warum es wichtig ist

Der Bericht dokumentiert, dass der von Trump angekündigte „Energiewaffenstillstand" in der Praxis nicht gehalten hat: Russland hat die Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur fortgesetzt und nach Selenskyjs Zählung 76 Treffer seit dem 11. Oktober verzeichnet. Mit fast 2.700 Drohnen, 1.700 Fliegerbomben und 66 überwiegend ballistischen Raketen pro Woche zeigt sich die Dimension des russischen Feuerdrucks. Die Folgen sind unmittelbar spürbar: zehntausende Familien ohne Strom, zivile Opfer in Saporischschja und Poltawa. Selenskyj nutzte die Bilanz, um Washington aufzufordern, Druck auf Moskau auszuüben – als Voraussetzung für Frieden.

Was geschehen ist

Präsident Wolodymyr Selenskyj wandte sich am 18. Oktober über soziale Medien an die Öffentlichkeit und gab eine Zwischenbilanz seit der Ankündigung eines „Energiewaffenstillstands" durch US-Präsident Donald Trump am 11. Oktober. Nach seinen Angaben hat Russland in dieser Zeit die ukrainische Energie- und Öl-/Gasinfrastruktur 76-mal gezielt angegriffen. In der Nacht zum 18. Oktober schlagen russische Kräfte Umspannwerke in den Oblasten Winnyzja, Schytomyr, Chmelnyzkyj und Odessa; zehntausende Familien bleiben ohne Strom. Bei Angriffen auf Wohnhäuser in mehreren Regionen kommen zwei Menschen ums Leben, darunter eine 27-jährige Frau in Saporischschja; zwölf werden verletzt, darunter zwei Kinder. Am Morgen des 18. Oktober trifft ein russischer Angriff ein landwirtschaftliches bzw. industrielles Unternehmen in Manewytschi im Oblast Wolyn; ein Lager und Produktionshallen geraten in Brand, ohne Opfer. Selenskyj beziffert die russischen Angriffe der vergangenen Woche auf nahezu 2.700 Angriffsdrohnen, 1.700 Fliegerbomben und 66 Raketen – die meisten davon ballistisch. Er erklärt, das Hauptziel sei der ukrainische Energiesektor; Russland versuche, einen Blackout zu erzeugen, und fordert die Vereinigten Staaten auf, Druck auf Moskau auszuüben.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen weichen bei den Opferzahlen des Angriffs auf Poltawa in der Nacht zum 17. Oktober voneinander ab: Die meisten ukrainischen Berichte nennen einen Toten und vier Verletzte, eine Quelle spricht von zwei Verletzten, eine andere von einem Toten, zwei Verletzten und vier beschädigten Privathäusern. Uneinigkeit besteht auch über den Charakter des Angriffs im Oblast Wolyn: Die meisten Quellen bezeichnen das Ziel als landwirtschaftliches Unternehmen, andere als Industrieunternehmen in Manewytschi. Zudem variieren die Angaben zum genauen Datum der nächtlichen Angriffe: Die meisten Fakten verorten sie in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober, einige nur in der Nacht zum 17. Oktober.

Hintergrund

Am 11. Oktober hatte US-Präsident Donald Trump über soziale Medien einen „Energiewaffenstillstand" zwischen Ukraine und Russland verkündet und behauptet, beide Seiten hätten einem sofortigen Ende der gegenseitigen Angriffe zugestimmt. Moskau bestätigte dies nicht; Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte am 14. Oktober, Russland habe keine konkreten Details erhalten. Die Ukraine hielt als Geste des guten Willens bis zum 15. Oktober ihre Angriffe auf russische Raffinerien zurück; dann erklärte Selenskyj die Pause für beendet. Medien wie die Financial Times berichteten, die Trump-Administration fordere von Kiew ein Ende der Angriffe auf russische Raffinerien und drohe mit dem Stopp von Waffenkäufen und des Geheimdienstaustauschs. In der Nacht zum 14. Oktober beschränkte SpaceX ohne Vorwarnung den Betrieb von Starshield-Terminals (militärische Variante von Starlink) in der Ukraine; das Weiße Haus sprach von einer „technischen Störung", Selenskyj erklärte, dies habe der Ukraine die Möglichkeit genommen, strahlgetriebene Shahed-Drohnen abzufangen. Bereits am 12. Oktober hatte Russland sechs ukrainische Energieanlagen an einem einzigen Tag angegriffen, in der Nacht zum 14. Oktober alle drei Kiewer Heizkraftwerke. Am 9. Oktober hatte Trump ein „äußerst erfolgreiches" Gespräch mit Wladimir Putin und eine Vereinbarung über Lieferungen tausender Tonnen Dieselkraftstoff aus Russland bekanntgegeben. Der britische Premierminister Keir Starmer schrieb Russland die Schuld am Scheitern des „Energiewaffenstillstands" zu.