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Selenskyj: Ukraine bereit zu Stopp von Angriffen auf russische Raffinerien bei russischem Ende der Energieangriffe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Sonntag, dem 11. Oktober, die Ukraine sei bereit, Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen, sofern Russland im Gegenzug die Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur beende. Jeder Deeskalationsschritt müsse gegenseitig erfolgen und mit echten Garantien verbunden werden. Die Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund einer Telefonkonferenz zwischen Trump und Putin, einer US-russischen Dieseleinigung und laufender Kritik von US-Seite an ukrainischen Angriffen auf russische Raffinerien.

Das Wichtigste

  • Selenskyj erklärte am Sonntag, 11. Oktober, die Ukraine sei bereit, Angriffe auf russische Ölraffinerien zu stoppen, wenn Russland Angriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur einstellt.
  • Jeder Deeskalationsschritt müsse gegenseitig und mit echten Garantien verbunden sein.
  • Laut Selenskyj feuerte Russland in der vergangenen Woche rund 1.450 Gleitbomben, 75 Raketen verschiedener Typen und mehr als 1.640 Angriffsdrohnen (etwa 60 % reaktiv) auf die Ukraine.
  • Am Morgen des 11. Oktober wurden Such- und Rettungsarbeiten in Saporischschja abgeschlossen, nachdem ein russischer Angriff 23 Menschen getötet hatte, darunter vier Kinder.
  • Am 9. Oktober kündigte Trump nach einem Telefonat mit Putin die Aufhebung von Sanktionen gegen russischen Diesel an; das US-Finanzministerium erließ eine befristete Lizenz bis April 2027.
  • Verhandlungen zwischen ukrainischen, amerikanischen und europäischen Vertretern in Miami endeten vorzeitig; die ukrainische Delegation reiste am 10. Oktober ab.
  • Selenskyj kündigte weitere Koordination mit europäischen Staats- und Regierungschefs zu zusätzlichen Luftverteidigungssystemen und Munition für Kampfflugzeuge an.

Warum es wichtig ist

Die Erklärung formuliert eine bedingte, wechselseitige Formel für einen «Energie-Waffenstillstand» zwischen der Ukraine und Russland, der zuvor zwischen Washington und Kiew diskutiert worden war. Sie positioniert jede Deeskalation als gegenseitigen Schritt mit überprüfbaren Garantien statt als einseitiges ukrainisches Zugeständnis. Damit reagiert Selenskyj zugleich auf die US-Kritik an ukrainischen Angriffen auf russische Raffinerien wie auch auf den parallelen US-russischen Dialog, der mit der Dieseleinigung sichtbar wurde.

Was geschehen ist

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Sonntag, dem 11. Oktober, die Ukraine sei bereit, Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen, sofern Russland im Gegenzug die Angriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur beende. Jeder Deeskalationsschritt müsse gegenseitig und mit echten Garantien verbunden sein. Selenskyj nannte Russland die alleinige Ursache des Krieges in Europa und sagte, dass ein Ende der Energieangriffe bereits heute realistisch wäre, Putin dies aber nicht wolle.

Selenskyj bezifferte die russischen Angriffe der vergangenen Woche auf rund 1.450 Gleitbomben, 75 Raketen verschiedener Typen und mehr als 1.640 Angriffsdrohnen, von denen etwa 60 % reaktiv angetrieben seien. Er erwähnte zudem russische Angriffe auf ein medizinisches Objekt in Charkiw am Vortag sowie einen Treffer in einem fünfstöckigen Wohnhaus in Slovjansk am Morgen, bei dem ein gesamter Eingang zerstört wurde und möglicherweise Menschen unter den Trümmern lagen. Am Morgen des 11. Oktober wurden die Such- und Rettungsarbeiten in Saporischschja abgeschlossen; ein russischer Angriff hatte dort 23 Menschen getötet, darunter vier Kinder.

Die Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund einer Telefonkonferenz zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am 9. Oktober, nach der Trump eine Aufhebung der US-Sanktionen gegen russischen Diesel ankündigte. Das US-Finanzministerium erließ eine bis April 2027 befristete Lizenz; der Kreml bestätigte seine Bereitschaft zu Lieferungen. Am selben Tag sagte Trump, ein Energie-Waffenstillstand zwischen der Ukraine und Russland trete «ab diesem Moment» in Kraft. Selenskyj wies diese Darstellung indirekt zurück: Gegenüber dem Journalisten Barak Ravid erklärte er, die Ankündigung sei für ihn neu gewesen; die Ukraine werde einem Energie-Waffenstillstand zustimmen, wenn Russland dies ebenfalls tue.

Die Verhandlungen zwischen ukrainischen, amerikanischen und europäischen Vertretern in Miami zur Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine waren vorzeitig beendet worden; die ukrainische Delegation reiste am 10. Oktober ab. Selenskyj kündigte an, die Koordination mit europäischen Staats- und Regierungschefs zu zusätzlichen Luftverteidigungssystemen und Munition für Kampfflugzeuge fortzusetzen.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Quellen stellen Selenskyjs bedingte Erklärung in den Mittelpunkt und betonen, dass jeder Verzicht auf Angriffe auf russische Raffinerien an eine Gegenleistung Russlands und an echte Garantien geknüpft sein müsse, nicht an ein einseitiges ukrainisches Zugeständnis. Sie listen ausführlich die russischen Angriffe der vergangenen Woche sowie die jüngsten Treffer in Saporischschja, Charkiw und Slovjansk auf, um die anhaltende Aggression gegen zivile und energiebezogene Ziele zu unterstreichen. Die US-russische Dieseleinigung wird als «Schwäche» der USA und als «Geschenk» an Putin kritisiert; zudem heißt es sei, die ukrainische Verhandlungsdelegation in den USA sei als «Vorhang» für Trumps parallele Geschäfte mit Putin benutzt worden. Die EU-Aussage, es sei nicht an der Zeit, den Druck auf Russland zu verringern, wird als Beleg für eine transatlantische Geschlossenheit Europas mit Kiew gegen russische Eskalation und US-Konzessionen angeführt.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die einzige internationale Quelle in der Auswahl, die aserbaidschanische Agentur APA, übernimmt im Kern die ukrainische Lesart der bedingten Selenskyj-Erklärung, ergänzt aber Details zu Putins Ablehnung von Friedensgesprächen im Trump-Telefonat und stellt Trumps Kritik an Selenskyj im selben Beitrag dar. Sie rückt das Trump-Putin-Telefonat und die US-russische Dieseleinigung als unmittelbaren Hintergrund stärker in den Vordergrund, als dies die meisten ukrainischen Quellen tun, und gewichtet das US-Narrativ der Dieselabsprache als Reaktion auf ukrainische Raffinerieangriffe stärker. Zudem vermerkt sie das vorzeitige Ende der Miami-Gespräche und zeichnet das Bild zweier paralleler Verhandlungsstränge: eines US-russischen Tracks, der weiterläuft, und eines stockenden US-ukrainisch-europäischen Tracks.

Wo die Berichte auseinandergehen

Axios berichtete unter Berufung auf einen ungenannten ukrainischen Beamten, die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner hätten gesagt, Trump könne die Geheimdienstunterstützung für die Ukraine einstellen, falls Kiew seine Forderungen weiter ignoriere; ein ungenannter US-Vertreter wies dies zurück und betonte stattdessen die Partnerschaft und warnte vor Schritten, die amerikanische Verbraucher schädigten.

Trump erklärte am 11. Oktober öffentlich, die Ukraine und Russland hätten sich auf einen sofortigen Energie-Waffenstillstand geeinigt; Selenskyj sagte über den Journalisten Barak Ravid, die Ankündigung sei ihm neu gewesen, und ein hochrangiger ukrainischer Beamter sagte gegenüber der Financial Times, in Kiew sei «nichts» von einem solchen Waffenstillstand zu hören gewesen.

Trump und Axios unter Berufung auf einen US-Vertreter führten die Dieselabsprache darauf zurück, dass Selenskyj rund ein halbes Dutzend US-Bitten, die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, ignoriert habe; Selenskyj präsentierte seinerseits ein eigenes an Bedingungen geknüpftes Angebot und stellte klar, Deeskalation müsse gegenseitig sein.

Hintergrund

Am 9. Oktober kündigte Trump nach einem Telefonat mit Putin eine Einigung zur Aufhebung von US-Beschränkungen für russischen Diesel an; Russland solle kurzfristig mehrere hunderttausend Tonnen auf den amerikanischen und Weltmarkt liefern. Das US-Finanzministerium erließ eine bis April 2027 befristete Lizenz; der Kreml bestätigte Lieferbereitschaft.

Trump hatte zuvor öffentlich an Kiew appelliert, die Angriffe auf russische Ölraffinerien zu stoppen, und dies für steigende Dieselpreise verantwortlich gemacht; er hatte Selenskyj kritisiert und angeregt, die Ukraine solle einen neuen Präsidenten wählen.

Verhandlungen zwischen ukrainischen, amerikanischen und europäischen Vertretern in Miami zur Beendigung des Krieges wurden abgebrochen, und die ukrainische Delegation kehrte am 10. Oktober zurück. Putins Berater Juri Uschakow sagte, Putin habe im Trump-Gespräch Friedensverhandlungen abgelehnt und erklärt, Russland werde die Kämpfe fortsetzen, bis es «alle seine Ziele» erreicht habe.

Zu den jüngsten russischen Angriffen, die Selenskyj erwähnte, gehören ein tödlicher Treffer in Saporischschja (23 Tote, darunter vier Kinder), ein Angriff auf ein medizinisches Objekt in Charkiw und ein Treffer in einem fünfstöckigen Wohnhaus in Slovjansk. Die EU hatte öffentlich erklärt, es sei nicht an der Zeit, den Druck auf Russland zu verringern.