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Russland startet eine der größten Drohnenangriffe des Krieges: 580 Drohnen und zwei Raketen über Nacht

In der Nacht zum 15. Oktober (ab 18:00 Uhr am 14. Oktober) griff Russland die Ukraine mit zwei Kh-59-Lenkraketen aus dem Schwarzen Meer und 580 Angriffsdrohnen vom Typ Shahed, Gerbera sowie Drohnenköder an. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden 536 Drohnen neutralisiert. Dennoch wurden Einschläge an 31 Orten registriert, Trümmer an weiteren 11. Präsident Selenskyj sprach von einer bewussten Eskalation nach gelockerten Sanktionen und Druck auf Kyjiw.

Das Wichtigste

  • Russland feuerte zwei Kh-59-Lenkraketen aus dem Schwarzen Meer und 580 Angriffsdrohnen, darunter Shahed- und Gerbera-Typen sowie Drohnenköder.
  • Startrichtungen der Drohnen: Orel, Millerowo, Schatalowo, Brjansk, Kursk, Primorsko-Achtarsk in Russland sowie besetztes Donezk und Hvardiiske auf der Krim.
  • Die ukrainische Luftabwehr neutralisierte nach vorläufigen Angaben 536 der 580 Drohnen.
  • Einschläge wurden an 31 Orten verzeichnet, Trümmer abgeschossener Ziele an 11 weiteren Orten.
  • Vom Tagesbeginn am 14. Oktober bis 9:00 Uhr am 15. Oktober setzte Russland laut Präsident Selenskyj mehr als 850 Shahed-Drohnen ein.
  • In Kropywnytskyj kamen drei Menschen ums Leben, fünf wurden verletzt; in der Oblast Dnipropetrowsk starben nach Angaben Selenskyjs drei Menschen.
  • In Kyjiw trafen die Angriffe alle Wärmekraftwerke der Hauptstadt; laut Selenskyj wurden 26 Elemente des Stromnetzes und vier Objekte des Öl- und Gassektors beschädigt, mehr als 600.000 Ukrainer waren ohne Strom.

Warum es wichtig ist

Mit mehr als 850 Shahed-Drohnen innerhalb von rund 24 Stunden zählt der Angriff zu den größten Drohnenangriffen des Krieges. Trotz der Neutralisierung von 536 Drohnen durch die Luftabwehr wurden Einschläge an dutzenden Orten und schwere Schäden an der Energieinfrastruktur gemeldet, darunter alle Wärmekraftwerke Kyjiws. Präsident Selenskyj verband die Eskalation mit einer bewussten russischen Reaktion auf gelockerte Sanktionen und auf Druckversuche gegenüber Kyjiw sowie mit künstlichen Geschwindigkeitsbeschränkungen für Starlink-Terminals, die nach Angaben des Verteidigungsministeriums die Arbeit der unbemannten Systeme und die Logistik der Verteidigungskräfte erschwert hätten.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 15. Oktober (ab 18:00 Uhr am 14. Oktober) griff Russland die Ukraine mit zwei aus dem Schwarzen Meer abgefeuerten Kh-59-Lenkraketen und 580 Angriffsdrohnen vom Typ Shahed und Gerbera sowie Drohnenködern an. Gestartet wurden die Drohnen aus Orel, Millerowo, Schatalowo, Brjansk, Kursk und Primorsko-Achtarsk in Russland sowie aus dem besetzten Donezk und Hvardiiske auf der Krim. Nach vorläufigen Angaben der Luftwaffe der ukrainischen Streitkräfte wurden 536 Drohnen neutralisiert; die Abwehr erfolgte durch Luftstreitkräfte, Flugabwehrraketentruppen, Einheiten für elektronische Kriegführung und unbemannte Systeme sowie mobile Feuergruppen der Verteidigungskräfte. Dennoch wurden Einschläge an 31 Orten und herabfallende Trümmer an 11 weiteren Orten verzeichnet.

Betroffen waren zahlreiche Oblaste. In der Oblast Kirowohrad hielt der Angriff auf Kropywnytskyj mehr als zehn Stunden an: drei Menschen kamen ums Leben, fünf wurden verletzt; 25 Orte wurden getroffen, darunter Unternehmen, Logistikzentren, Verkehrsinfrastruktur und Wohngebäude. In der Oblast Dnipropetrowsk starben nach Angaben von Präsident Selenskyj drei Menschen. In der Oblast Ternopil wurde ein Unternehmen im Rajon Tschortkiw getroffen, fünf Menschen suchten medizinische Hilfe. In der Oblast Poltawa trafen russische Drohnen zwei Industrieunternehmen in den Rajonen Poltawa und Myrhorod. In der Oblast Odessa wurden zwei mehrstöckige Wohnhäuser, ein Privatunternehmen und ein Bankgebäude beschädigt. In der Oblast Kyjiw wurde eine 66-jährige Frau mit Splitterverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert; in Butscha brannten zwei Nebengebäude. In Kyjiw selbst stabilisierten die Energiearbeiter die Lage nach dem Angriff; DTEK führte ab dem 15. Oktober wieder planmäßige Stromabschaltungen durch.

Präsident Selenskyj erklärte, Russland habe die Angriffe nach einer Lockerung der Sanktionen und beobachtetem Druck auf Kyjiw bewusst eskaliert. Der Angriff habe zudem in eine Zeit künstlicher Geschwindigkeitsbegrenzungen für die ukrainische Verteidigung hineingepasst, darunter von SpaceX eingeführte Drosselungen der Starlink-Terminals, die nach Angaben des Verteidigungsministeriums die Arbeit unbemannter Systeme und die Logistik der Streitkräfte erschwerten. Selenskyj forderte starke Entscheidungen zur Beendigung des Krieges, stabile Unterstützung – insbesondere bei der Luftverteidigung – und Ehrlichkeit von amerikanischen Partnern.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Quellen stellen die offizielle Bilanz von 536 neutralisierten Drohnen bei 580 gestarteten Drohnen in den Vordergrund und listen detailliert die Startrichtungen in Russland (Orel, Millerowo, Schatalowo, Brjansk, Kursk, Primorsko-Achtarsk) sowie im besetzten Donezk und auf der Krim auf. Die Berichterstattung betont die Leistung der Luftabwehr aus Luftstreitkräften, Flugabwehrraketentruppen, Einheiten für elektronische Kriegführung und unbemannten Systeme sowie mobilen Feuergruppen. Gleichzeitig verweist sie auf die politische Dimension: Selenskyj verbindet die Eskalation mit gelockerten Sanktionen und Druck auf Kyjiw sowie mit künstlichen Geschwindigkeitsbegrenzungen für Starlink-Terminals durch SpaceX, die das Verteidigungsministerium als Erschwernis für unbemannte Systeme und Logistik beschrieb. Regionale Folgen werden oblastweise aufgeschlüsselt – Kirowohrad, Dnipropetrowsk, Ternopil, Poltawa, Odessa, Rivne und Kyjiw – mit zivilen Opfern, Schäden an Logistik- und Verkehrsinfrastruktur, Wohngebäuden und Stromausfällen. Besonders hervorgehoben wird die Beschädigung der Energieinfrastruktur: Alle Wärmekraftwerke Kyjiws wurden nach Angaben von Premierminister Serhij Korezkyj getroffen.

Wo die Berichte auseinandergehen

Bei den Opferzahlen in der Oblast Dnipropetrowsk gibt es abweichende Angaben: Ein Bericht spricht von zwei Getöteten bei einem Morgenangriff, während ein anderer, auf Präsident Selenskyj gestützter Bericht insgesamt drei Tote in der Region nennt.

Hintergrund

Der nächtliche Angriff vom 14. auf den 15. Oktober folgte auf separate ballistische Raketenangriffe auf Kyjiw am Abend des 13. Oktober und weitere ballistische Treffer auf Kyjiw und das Umland am Morgen, die das Wärmekraftwerk TEC-4 und ein mehrstöckiges Wohnhaus trafen und in der Hauptstadt fünf Menschen töteten. Bereits am 14. Oktober war infolge eines Unfalls auf dem rechten Ufer Kyjiws ein Teil der Verbraucher ohne Strom, was Notabschaltungen auslöste. Die Angriffe trafen ein breites geografisches Spektrum: Kyjiw und Oblast Kyjiw, Dnipropetrowsk, Odessa, Rivne, Charkiw, Donezk, Saporischschja, Cherson, Mykolajiw, Winnyzja, Schytomyr, Chmelnyzkyj, Poltawa, Iwano-Frankiwsk, Kirowohrad und Ternopil. Präsident Selenskyj appellierte an Partner, insbesondere in den USA, die Luftabwehrunterstützung zu verstärken und sich ehrlich auf die Seite der ukrainischen Verteidigung statt auf die des Angreifers zu stellen.