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Massiver russischer Angriff auf Kiew: Eine Tote, Verletzte und Schäden an Wohnhaus und U-Bahn

In der Nacht zum 19. Oktober hat Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew mit einer kombinierten Attacke aus ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen. Eine 21-jährige Frau wurde getötet, mehrere Menschen wurden verletzt. Beschädigt wurden ein 25-stöckiges Wohnhaus, eine medizinische Einrichtung, eine Bildungseinrichtung sowie eine U-Bahn-Station auf der Linken Uferseite des Dnepr. Auch Dnipro und Charkiw wurden in derselben Nacht getroffen.

Das Wichtigste

  • In der Nacht zum 19. Oktober führte Russland einen kombinierten Angriff auf Kiew mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen durch.
  • Im Stadtteil Solomjanskyj trafen Raketenteile ein 25-stöckiges Wohnhaus und beschädigten Fassade, Verglasung und eine medizinische Einrichtung.
  • Im Stadtteil Desnjanskyj geriet ein nicht-wohnliches Gebäude in Brand, wobei Autos und eine U-Bahn-Station beschädigt wurden; am Brandort wurde die Leiche der Getöteten gefunden.
  • Im Stadtteil Dnipro wurde ein Bildungsgebäude beschädigt.
  • Eine U-Bahn-Station am linken Ufer des Dnepr wurde beschädigt, wobei sich der Fahr- und der Stromschiene in der Nähe der Station rissen; die Stationen Tschernihiwska und Lisowa wurden vorübergehend geschlossen.
  • Nach Angaben des Bürgermeisters Vitalij Klitschko kam eine 21-jährige Frau ums Leben.
  • Der staatliche Notdienst und das Innenministerium bezifferten die Verletztenzahl in Kiew auf insgesamt acht Personen.
  • Während derselben Nacht wurden auch Dnipro (eine 84-jährige Frau verletzt, Wohnhäuser beschädigt) und Charkiw (zwei Verletzte nach Drohnentreffer auf ein 16-stöckiges Haus) getroffen.
  • Die Luftwaffe hatte während des Angriffs die höchste Luftgefährdungsstufe (Rot) für Kiew ausgerufen.
  • Der Wecker wurde in Kiew um 07:09 Uhr wieder aufgehoben.

Warum es wichtig ist

Der kombinierte Angriff aus ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen auf die Hauptstadt unterstreicht die anhaltende Intensität der russischen Luftschläge gegen zivile Ziele und kritische Infrastruktur. Er reiht sich in eine Serie nächtlicher Angriffe auf Kiew ein, darunter bereits am Vortag eine ballistische Attacke, und traf erneut Wohngebäude, medizinische Einrichtungen und Verkehrsinfrastruktur. Zugleich ist die Frage, ob westliche Partner – namentlich die USA – vor dem ballistischen Schlag eine Vorwarnung gaben, umstritten und verweist auf die laufende Debatte über den Stand der nachrichtendienstlichen Zusammenarbeit.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 19. Oktober startete Russland einen massiven kombinierten Angriff auf Kiew mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Die Luftwaffe der Ukraine hatte zuvor vor einer ballistischen Bedrohung aus östlicher Richtung gewarnt; in der Hauptstadt wurde die höchste Luftgefährdungsstufe (Rot) ausgerufen. Auf dem Weg nach Kiew flogen zwei ballistische Raketen über den Stadtteil Darnyzja, wonach in der Stadt Explosionen zu hören waren.

Im Stadtteil Solomjanskyj schlugen Raketenteile in ein 25-stöckiges Wohnhaus ein, beschädigten Fassade und Verglasung und lösten einen Brand in einer medizinischen Einrichtung im dritten Stock aus. Nach Angaben des Bürgermeisters Klitschko wurden im Solomjanskyj drei Menschen verletzt, zwei von ihnen wurden hospitalisiert; der staatliche Notdienst meldete in diesem Stadtteil fünf Verletzte.

Im Stadtteil Desnjanskyj geriet ein nicht-wohnliches Gebäude in Brand, wobei die Fassade teilweise zerstört, parkende Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen und eine U-Bahn-Station beschädigt wurden. Am Brandort wurde die Leiche der getöteten 21-jährigen Frau gefunden.

Im Stadtteil Dnipro wurde ein Bildungsgebäude beschädigt. Am linken Ufer des Dnepr wurde eine oberirdische U-Bahn-Station getroffen, wobei sich in der Nähe der Station der Fahr- und der Stromschiene rissen; die Stationen „Tschernihiwska" und „Lisowa" wurden vorübergehend geschlossen, und Züge der roten Linie verkehrten nur zwischen „Akademmistetschko" und „Darnyzja".

Die ukrainische Luftwaffe meldete zudem in Richtung der Gebiete Riwne, Mykolajiw, Sumy, Charkiw, Tschernihiw und Tscherkassy fliegende Drohnen und Raketen. In Dnipro beschädigte ein Treffer Wohnhäuser, eine 84-jährige Frau wurde verletzt und hospitalisiert; nach vorläufigen Angaben könnten Menschen in den beschädigten Häusern eingeschlossen sein. In Charkiw verletzte ein Drohnentreffer auf ein 16-stöckiges Gebäude zwei Personen. Die Luftwaffe rief die höchste Luftgefährdungsstufe Rot aus; der Luftalarm in Kiew wurde um 07:09 Uhr aufgehoben. Alle Brände in Kiew infolge des Angriffs wurden gelöscht.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Quellen ordnen den Angriff eindeutig als russischen Beschuss ein und betonen Schäden an Wohngebäuden, medizinischen und Bildungseinrichtungen sowie an Verkehrsinfrastruktur. Die Berichterstattung stützt sich schwerpunktmäßig auf offizielle ukrainische Stellen: Warnungen der Luftwaffe, die Verletztenzahlen von Bürgermeister Klitschko, die Gesamtzahlen des staatlichen Notdienstes (DSNS) und des Innenministeriums sowie die gebietsbezogenen Schadensmeldungen der Stadtverwaltung von Kiew (KMDA). Mehrere ukrainische Medien greifen zudem die umstrittene Frage auf, ob die USA vor dem ballistischen Schlag eine Vorwarnung gaben, und verweisen dabei auf Berichte von RFE/RL sowie auf frühere Äußerungen von Präsident Selenskyj zu Unterbrechungen beim Austausch von Geheimdienstdaten.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die im Eingabematerial vorliegenden Quellen sind ausschließlich ukrainischsprachig und ukrainisch angesiedelt; eine eigenständige internationale Rahmung lässt sich daraus nicht ableiten. Die einzige nicht-ukrainische Quelle, die in den Fakten genannt wird – RFE/RL (Radio Free Europe/Radio Liberty) –, wird im Zusammenhang mit der Vorwarnungsdebatte angeführt; ihre Berichte zu einer ausgebliebenen US-Vorwarnung wurden laut Eingang von Bloomberg bestätigt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen widersprechen sich in zwei Punkten. Erstens gehen die Angaben auseinander, ob Partner – namentlich die USA – vor dem ballistischen Schlag auf Kiew vom 19. Oktober eine Vorwarnung gaben: Ukrainische Quellen, die der RFE/RL-Journalist Alex Raufoglu zitiert, sowie Bloomberg berichteten, es habe keine Vorwarnung gegeben; mehrere Monitoring-Kanäle erklärten dagegen, die USA hätten rechtzeitig gewarnt. Zweitens variieren die Angaben zur Zahl der Verletzten in Kiew: Frühere Meldungen von Bürgermeister Klitschko und der Stadtverwaltung (KMDA) sprachen von einem Toten und drei (beziehungsweise zwei) Verletzten, während die späteren Zahlen des staatlichen Notdienstes (DSNS) und des Innenministeriums (MVS) einen Toten und acht Verletzte nannten.

Hintergrund

Am 18. Oktober, dem Tag vor dem Angriff, hatte Kiew bereits einen ballistischen Raketenangriff mit heftigen Explosionen in der Stadt gemeldet. Am selben Tag erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj, die USA hätten den Austausch von Geheimdienstdaten mit der Ukraine nach einer zuvor berichteten Unterbrechung wieder aufgenommen, die mit Schlägen gegen russische Ölraffinerien in Verbindung gebracht worden war; er sagte zudem, die Ukraine habe drei Tage lang keine Daten zu russischen ballistischen Raketenstarts erhalten und es habe bei den Angriffen vom 12., 13. und teilweise 14. Oktober keine Vorwarnungen gegeben. Selenskyj hatte zuvor klargestellt, dass die Ukraine Geheimdienstdaten aus vielen Ländern erhalte, Informationen zu russischen ballistischen Raketenstarts jedoch spezifisch von den USA kämen.