Veröffentlicht am · Aktualisiert:

Russland greift Ukraine mit 172 Drohnen über Nacht an, zehn Oblasten getroffen

In der Nacht zum 21. September 2026 hat Russland die Ukraine mit 172 Drohnen verschiedener Typen angegriffen, darunter 64 reaktive Shaheds sowie Drohnen vom Typ Gerbera, Parodia-Täuschdrohnen und Banderole/Dan-T-Raketendrohnen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden bis 08:00 Uhr 147 Drohnen sowie eine Banderole/Dan-T abgeschossen oder unterdrückt. Präsident Selenskyj wertete den Angriff als „hart und zielgerichtet“ und als Signal dafür, dass Russland bereit sei, den Krieg auszuweiten.

Das Wichtigste

  • Russland startete ab 18:00 Uhr am 20. September 172 Angriffsdrohnen, darunter 64 reaktive Shaheds, Gerbera-Drohnen, Parodia-Täuschdrohnen sowie Banderole/Dan-T-Munition.
  • Startrichtungen: Belgorod, Schatalowo, Orjol, Kursk, Primorsko-Achtarsk und Millerowo in der RF sowie besetztes Donezk und Hvardiiske auf der Krim.
  • Bis 08:00 Uhr schoss bzw. unterdrückte die ukrainische Luftabwehr 147 feindliche Shahed-, Gerbera- und andere Drohnen sowie 1 Banderole/Dan-T; Gesamtzahl neutralisierter Luftziele: 148.
  • Einschläge an 14 Standorten, herabfallende Trümmer an 4 weiteren Standorten; die Attacke dauerte am Morgen weiter an.
  • Laut Präsident Selenskyj wurden 10 Oblasten getroffen: Odessa, Mykolajiw, Dnipropetrowsk, Saporischschja, Charkiw, Sumy, Donezk, Kyjiw, Kirowohrad und Riwne.
  • In Saporischschja geriet das historische Gebäude der Nationalen Universität in Brand, Mehrfamilienhäuser und ein Einkaufszentrum wurden beschädigt, fünf Menschen wurden verletzt.
  • In Losowa (Gebiet Charkiw) tötete ein Drohnenangriff eine Frau; in Bojarka (Gebiet Kyjiw) brach ein Großbrand in Lagerhäusern aus.

Warum es wichtig ist

Es handelte sich um eine der umfangreichsten Drohnensalven des gesamten Konflikts in einer einzigen Nacht. Dass gleichzeitig 10 Oblasten getroffen wurden, verdeutlicht die Breite der russischen Zielauswahl – von Wohngebäuden über Energie- und Infrastruktur­einrichtungen bis hin zu einem Universitätsgebäude. Präsident Selenskyj verband den Angriff explizit mit der diplomatischen Agenda vor der UN-Generalversammlung und wertete ihn als Zeichen einer russischen Bereitschaft zur Ausweitung des Krieges. Daneben trat erneut die methodische Unschärfe bei der Zählung der Drohnenabschüsse zutage, da offizielle Angaben zwischen 148 insgesamt neutralisierten Luftzielen und der Aufschlüsselung 147 plus 1 voneinander abweichen.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 21. September 2026 (ab 18:00 Uhr des 20. Septembers) startete Russland 172 Angriffsdrohnen gegen die Ukraine, darunter 64 reaktive Shaheds sowie Gerbera-Drohnen, Parodia-Täuschdrohnen und Banderole/Dan-T-Raketendrohnen. Die Drohnen wurden aus mehreren russischen Standorten – Belgorod, Schatalowo, Orjol, Kursk, Primorsko-Achtarsk, Millerowo – sowie aus dem besetzten Donezk und Hvardiiske auf der Krim gestartet. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe schoss oder unterdrückte die Luftabwehr bis 08:00 Uhr 147 Shahed-, Gerbera- und andere Drohnen sowie 1 Banderole/Dan-T. Insgesamt wurde die Zahl der neutralisierten Luftziele mit 148 beziffert; die Diskrepanz zwischen der Gesamtzahl und der detaillierten Aufschlüsselung wird in offiziellen Mitteilungen uneinheitlich dargestellt.

Einschläge wurden an 14 Standorten registriert, Trümmer abgeschossener Ziele an 4 weiteren; am Morgen dauerte der Angriff an, feindliche Drohnen befanden sich weiter im Luftraum. Selenskyj erklärte, 10 Oblasten seien getroffen worden – Odessa, Mykolajiw, Dnipropetrowsk, Saporischschja, Charkiw, Sumy, Donezk, Kyjiw, Kirowohrad und Riwne. In Saporischschja geriet das historische Gebäude der Nationalen Universität in Brand, Mehrfamilienhäuser und ein Einkaufszentrum wurden beschädigt, fünf Menschen wurden verletzt. In Losowa im Gebiet Charkiw tötete ein Drohnenangriff eine Frau. In Bojarka im Gebiet Kyjiw brach ein Großbrand in Lagerhäusern aus. Auch Infrastruktur­objekte in den Gebieten Poltawa, Tschernihiw und Dnipropetrowsk wurden getroffen; in Kropywnyzkyj wurde ein Infrastruktur­arbeiter verletzt.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die Berichterstattung der ukrainischen Medien und Agenturen stellt die Stimme ukrainischer Amtsträger in den Mittelpunkt – der Luftwaffe, der Stadtverwaltung Kyjiw, des Präsidialamts und des Ministerpräsidenten. Hervorgehoben werden das Volumen der Salve (172 Drohnen, davon 64 reaktiv) und die Mischung aus Shahed, Gerbera, Parodia und Banderole/Dan-T als Beleg für eine Intensivierung der russischen Angriffe. Konkrete lokale Schäden – die Brände in Bojarka, der historische Bau der Nationalen Universität Saporischschja, beschädigte Wohnhäuser und ein Einkaufszentrum, der Todesfall in Losowa, Infrastruktur­treffer in Poltawa, Tschernihiw und Dnipropetrowsk – nehmen breiten Raum ein. Selenskyjs Rahmung – „hart und zielgerichtet“ über den Angriff auf Saporischschja und die Deutung als Signal einer Bereitschaft zur Ausweitung des Krieges – wird in den meisten Beiträgen prominent wiedergegeben. Die Warnung des Technologieberaters des Präsidenten, Serhij (Flash) Beskrestnow, vor benzin­getriebenen Shahed-Angriffen westlich von Kyjiw bei schlechtem Wetter, wird als autoritatives operatives Signal behandelt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die offizielle Mitteilung der ukrainischen Luftwaffe weist eine interne Inkonsistenz auf: Die Gesamtzahl der in der Nacht neutralisierten Luftziele wird mit 148 angegeben, während die Detailaufstellung 147 Shahed/Gerbera/andere Drohnen plus 1 Banderole/Dan-T nennt, was zwar rechnerisch 148 ergibt, aber in verschiedenen Verlautbarungen widersprüchlich dargestellt wird.

Auch die Berichte über Opfer und betroffene Regionen variieren: Selenskyj sprach allgemein von Angriffen auf 10 Oblasten, während die Auflistung des Ministerpräsidenten und spätere Berichte einzelne Oblasten (Odessa, Mykolajiw, Dnipropetrowsk, Sumy, Donezk, Riwne) sowie den konkreten Todesfall in Losowa unterschiedlich stark betonen oder ergänzen.

Hintergrund

Zum Vergleich: In der vorangegangenen Nacht (19. September) waren 138 Drohnen gestartet worden, von denen 101 neutralisiert wurden – der Angriff vom 20.–21. September bedeutet damit einen deutlichen Sprung im Volumen der nächtlichen Drohnenschläge. Russland kombiniert inzwischen Shahed-Angriffsdrohnen zunehmend mit Gerbera-Drohnen, Parodia-Täuschdrohnen und Banderole/Dan-T-Raketendrohnen in einzelnen Salven, was die Luftabwehr vor komplexere Aufgaben stellt. Selenskyj verknüpfte das Angriffsmuster mit den anstehenden Diskussionen über die Ukraine bei der UN-Generalversammlung und setzte fortgesetzten Sanktionsdruck sowie gemeinsame diplomatische Bemühungen als parallele Antwort daneben.